BodenseeTV ist beerdigt
Die Zukunft über eine Alternative ist offen - Priorität hat nun die Räumung des Studios im Torggel Rosenegg
Von Kurt Peter
Im Studio vor einer Wahlsendung. Die nochmals angetretenen Stadträte Ernst Zülle, Thomas Beringen und Markus Brüsllmann sowie Stadtpräsident Thomas Niederberger stellten sich den Fragen von Moderator Patrick Eich. Archiv
Von Kurt Peter
Kreuzlingen Ganz überraschend kommt es nicht, dass die Stadt keine Nachfolge für den im vergangenen Jahr aufgelösten Verein BodenseeTV Kreuzlingen gefunden hat. Im Oktober 2025 sprach Stadtrat Daniel Moos zwar noch von «Interessenten», doch nach Ablauf der Frist am 1. Dezember 2025 war klar: Die Suche nach einer Nachfolge blieb erfolglos. Die Ausschreibung stellte hohe Hürden, verlangte einen bestehenden oder noch zu gründenden gemeinnützigen Verein, die Vereinsstatuten, ein Gründungsprotokoll, ein Betriebskonzept, Referenzprojekte von zwei Schlüsselpersonen, Finanzplanung für den dreijährigen Pilotbetrieb und einen Versicherungsnachweis.
«Wir schrieben die Nachfolge im Sinne der Vereinsstatuten aus, dass die Bedingungen nicht einfach zu erfüllen waren, wussten wir», so Daniel Moos. Das grösste Hindernis auf dem Weg zur Nachfolge war aber sicher die Tatsache, dass das Studio im Rosenegg-Torggel nicht mehr zu Verfügung steht. Der Nachfolgeverein hätte also auch Räumlichkeiten suchen müssen. «Die Räumung des Studios bis Ende März hat nun Priorität, die Primarschule hat ihren Bedarf angemeldet», erklärt der Stadtrat. Das TV-Equiment wird verwertet, «da gibt es bereits etliche Interessenten». Viele Geräte sind aber über zwölf Jahre alt, «ein Grossteil wird also an der Stadt hängen bleiben und wahrscheinlich entsorgt werden müssen».
Etwas komplizierter wird es mit dem nach der Räumung verbliebenen Vereinsvermögen. «Nach den Statuten aus dem Jahr 2022 soll es an einen Nachfolgeverein gehen. Offener formulieren dies neue Statuten, die zwar vorliegen, aber noch nicht geprüft wurden». Es bleibt aber noch vier Jahre Zeit, denn solange bleibt das Vermögen, Daniel Moos spricht von 120'000 Franken vor der Studio-Räumung, in städtischer Hand.
«So wie es war, wird es das BodenseeTV nicht mehr geben», sagt der Stadtrat. Es sei für ihn auch die Frage, ob die bis Februar 2024 bestehenden Form der Sendungen einem Bedürfnis entspreche. Denn es gebe neue Kanäle und neue Möglichkeiten der Verbreitung. «Wir müssen alternativ denken, wären an einem Sendebetrieb aber weiterhin interessiert». Denn gerade jetzt, vor den kommenden Stadt- und Gemeinderatswahlen wäre ein Diskussions- und Gesprächsformat, wie es das BodenseeTV angeboten habe, sehr interessant. Der Stadtrat bedauere die Entwicklung, so Daniel Moos. Und er lässt die Zukunft offen. Es sei schon ein Ziel, ein lokal ausgerichtetes Fernsehen zu haben, die Finanzierung sei aber auch immer mit einer Leistungsvereinbarung verbunden. «Wir werden die Verwendung des BTV-Vereinsvermögens natürlich an eine solche Vereinbarung koppeln», sagt Daniel Moos.
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