Daniel Heidegger konnte Brigitte Busslinger für ein seltenes Jubiläum ehren: Sie gibt seit 40 Jahren Schule in Tägerwilen. Kurt Peter
27.11.2025 05:00
Budget mit einem verkraftbaren Verlust
Schulgemeindeversammlung bewilligt Budget bei gleichbleibendem Steuerfuss - Revidiertes Uhrwerk der Hertler-Villa findet neue Heimat
An der Tägerwiler Schulgemeindeversammlung wurde über das Budget 2026 abgestimmt, es gab Informationen über den Stand der Bauprojekte und eine ausführliche Erläuterung zum Uhrwerk der ehemaligen Hertler-Villa.
Tägerwilen Behördenmitglied Mirko Spada stellte am Montagabend in der Aula der Sekundarschule vor 52 Stimmberechtigten das Budget der Volksschulgemeinde Tägerwilen vor. «Das Budget sieht einen Verlust von 588'800 Franken bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 82 Prozent vor», begann Mirko Spada seine Ausführungen. Ein Resultat, das bei der hohen Eigenkapitalquote durchaus verkraftbar sei. Sowohl Aufwand wie Ertrag würden im Vergleich zum Budget 2025 höher eingeschätzt.
Neubauten wirken sich aus
Der Personalaufwand steige um 303'000 Franken. «Hauptsächlich sind höhere Lohnsummen infolge ordentlichem Stufenanstieg der Grund dafür. Es gebe auch einen höheren Bedarf in der schulischen Heilpädagogik in der Primarstufe. Der Sachaufwand werde um 100'000 Franken höher budgetiert. Der Mehraufwand bei der Ver- und Entsorgung führe auf die Inbetriebnahme des Schulhauses und Kindertreffs Hasenweg zurück. Ebenso seien aus diesem Grund höhere Abschreibungen budgetiert. Beim Fiskalertrag sei mit um 730'000 Franken höheren Steuereinnahmen zu rechnen, der Beitrag an den kantonalen Finanzausgleich werde mit 100'000 Franken weniger budgetiert.
«Die Investitionen der Volksschulgemeinde liegen im kommenden Jahr bei 7,3 Millionen Franken», sagte Mirko Spada. Der grösste Teil davon fliesse in den Neubau des Schulhauses und Kindertreffs Hasenweg mit 3,9 Millionen Franken. Für den Neubau des Kindergartens Palmenweg seien 3,0 Millionen Franken vorgesehen und für die Sanierung des Kindergarten Hauptstrasse 1,0 Millionen.
Eigenkapital weiter abbauen
«Der Finanzplan der Schulgemeinde von 2027 bis 2031 rechnet mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 82 Prozent», erklärte anschliessend Behördenmitglied Donato Cosco. Darin enthalten seien die Neubauten und die Sanierung des Schulhauses Gottlieben, die 2030/2031 erfolgen soll. Der Finanzplan sehe Negativergebnisse bis 2030 vor, «was das hohe Eigenkapital auf 6,9 Millionen Franken im Jahr 2030 verringern lässt. Die Eigenkapitalquote ist dann immer noch hoch», gab Donato Cosco bekannt. Steuerfuss und Budget wurden einstimmig bewilligt.
Schulpräsident Daniel Heidegger ging anschliessend auf den Stand der Bauprojekte ein. Beim Neubau Schulhaus und Kindertreff «sind wir auf Kurs, es wird gearbeitet wie verrückt», sagte er. Einzig Schneefall könnte zu Verzögerungen führen. «Ab Februar-März können die Holzbauelemente montiert werden». Beim Neubau Kindergarten Palmenweg liefen die Ausschreibungen. Mit Bezug des Hasenwegs kann der Pavillon abgebrochen und mit dem Neubau begonnen werden». Mit der Sanierung des Kindergarten Hauptstrasse werde im Herbst 2026 begonnen, ergänzte Behördenmitglied Stefan Keller.
Für 40 Jahre geehrt
Daniel Heidegger konnte anlässlich der Gemeindeversammlung auch Ehrungen vornehmen. Zehn Jahre im Dienst der Tägerwiler Schule stehen Jutta Hässler, Yvonne Höppli und Judith Sluijmers. 20 Jahre Schule Tägerwilen feiert Nicole Ziegler, 25 Jahre Petra Fechner. «Für 40 Jahre in der Schule Tägerwilen dürfen wir Brigitte Busslinger ehren». Sie bedankte sich für die Ehrung und meinte, «dass ich hier immer gerne Schule gebe und froh um eine innovative Behörde bin».
René Gascard erzählte die lange Geschichte des Uhrwerks der ehemaligen Villa Hertler. 1986, vor dem Abbruch, sei das aus dem Jahr 1871 stammende Werk gerettet worden. «So kam es dann in die Schule, ins Lager, wo es auch nicht schlechter wurde», blickte er zurück. Mit dem Bau der Sekundarschule entstand die Idee, das Werk im Gebäude zu platzieren. Zusammen mit Urs Roth hätten die beiden «geputzt, demontiert, poliert, repariert und schliess-lich wieder zusammengesetzt».
Uhrwerk steht im Sekschulhaus
Die Mitarbeit von Urs Roth sei sehr wertvoll gewesen, denn «er ist nicht nur Arzt sondern auch technisch versiert». Die Zusammenarbeit sei sehr wichtig gewesen, die Reparatur durch eine spezialisierte Firma wäre zu teuer gewesen. «Eine Offerte zeigte auf, dass die Behörde zu einer solchen Massnahmen niemals Ja sagen könnte». Vor einem Jahr seien die finalen Arbeiten in Angriff genommen worden, zudem sei eine Glasvitrine bestellt und aufgestellt worden, «zum Schutz des Werkes und der Jugendlichen». Jetzt steht das Uhrwerk im Sekundarschulhaus und kann besichtigt werden.
Von Kurt Peter