«Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen»
Andrea Heimberg Müller wird im nächsten Jahr nicht mehr für das Amt als Gemeindepräsidentin zur Verfügung stehen. Im Interview spricht sie über das Amt, wie auch über ihre Zeit danach.
Andrea Heimberg Müller wird nicht mehr als Gemeindepräsidentin kandidieren. zVg
Andrea Heimberg Müller wird im nächsten Jahr nicht mehr für das Amt als Gemeindepräsidentin zur Verfügung stehen. Im Interview spricht sie über das Amt, wie auch über ihre Zeit danach.
Sie treten 2027 an den Gesamterneuerungswahlen nicht mehr als Gemeindepräsidentin an. Was sind Ihre Beweggründe?
Nächstes Jahr werde ich 60 Jahre alt. Diese – zugegebenermassen furchterregende – Zahl hat mich zum Nachdenken angeregt und ich habe mir drei Fragen zu meiner Situation gestellt: WILL ich das? Will ich DAS? Will ICH das? und bin zum Schluss gekommen, dass ich nicht mehr 150 Prozent arbeiten will (und kann). Dann ging es nur noch drum, zu entscheiden, wo ich reduzieren will: in der Politik oder in der Landwirtschaft. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen und letztendlich dann doch klar, wo meine grössere Leidenschaft ist.
Was hat Ihnen an der Arbeit als Gemeindepräsidentin bisher gefallen?
Fast alles. Ich liebe die spannende Arbeit in meinen Ressorts, auf der Verwaltung und verstehe mich sehr gut mit unseren Mitarbeitenden. Ich mag die Menschen in unserer Gemeinde – jedenfalls die meisten – und schätze den Austausch im Gemeinderat. Auch die Kontakte zu Ratsmitgliedern und Präsidien anderer Gemeinden und der Kantonsverwaltung finde ich bereichernd und ich stelle immer wieder fest, wie viele gute Menschen grossartige Arbeit für unser Gemeinwesen leisten.
Welche Aufgaben stehen für Sie in Ihrem verbleibenden Jahr als Gemeindepräsidentin noch an?
Der Gemeinderat hat sich für die aktuelle Legislatur zahlreiche Ziele gesetzt, so auch ich. Es ist mir ein Anliegen, diese bestmöglich zu erreichen.
Stehen in den kommenden Jahren grössere Projekte in der Gemeinde an?
Besonders hervorheben möchte ich die Fertigstellung unseres Generationenprojektes «Wohnen im Alter» in Hörhausen im Herbst des kommenden Jahres. Die Bevölkerung kann nun tagtäglich mitverfolgen, wie die Gebäude Gestalt annehmen. Ende dieses Jahres planen wir eine Besichtigung mit Mietinteressentinnen und Mietinteressenten und kurz vor dem Bezugstermin soll es ein Einweihungsfest für unsere Bevölkerung geben.
Am 7. Mai wurde die Schlössertour offiziell eröffnet und führt auch durch Homburg. Warum lohnt es sich, dass Schloss Gündelhart zu besichtigen?
Das Schloss und der Weiler Gündelhart liegen abseits unserer beiden Hauptverkehrsachsen. Das an sich, verbunden mit den historischen Gebäuden, dem altehrwürdigen Park und der Pfarrkirche St. Mauritius, finde ich sehr reizvoll. Zudem hat man von dort eine schöne Aussicht auf unsere Gemeinde und die nahegelegene, ehemalige Kiesgrube lädt ein zu einem Verpflegungshalt inmitten der Natur.
Gibt es in Homburg noch andere interessante Orte die es sich lohnt, im Rahmen der Schlössertour zu erkunden?
Auf jeden Fall. Die Schlössertour führt auf Nebenstrassen durch unsere weitläufige Gemeinde. Wer will, kann die Tour zu Fuss oder mit dem Velo erweitern mit dem Schloss Klingenberg, der Kiesgrube Truubeschloo, der Panoramatafel in Hinterhomburg und dem Hochplateau Salen-Reutenen.
Sie haben zusammen mit Ihrem Mann einen Landwirtschaftsbetrieb. Wie sehr hat Ihre Arbeit dort in den letzten Jahren gelitten?
Dank dem Einsatz aller Familienmitglieder und unserer Mitarbeitenden haben die Tiere und die Kulturen auf unserem Landwirtschaftsbetrieb wegen meiner häufigen Abwesenheit kaum gelitten. Im Landwirtschafts- und Privatbüro hat sich aber so einiges angestaut. Zahlreiche Dokumente und Fotos warten darauf, neu organisiert, archiviert oder vernichtet zu werden. Für die Umsetzung von Projekten, die Produktentwicklung für unseren Hofladen und die Planung unseres dritten Lebensabschnitts blieb allerdings keine Zeit.
Freuen Sie sich, künftig sich wieder Vollzeit dort einbringen zu können?
Ja. Die langen Arbeitstage werden vermutlich bleiben, aber ich freue mich sehr, nicht mehr so getaktet und vielgleisig unterwegs zu sein. Zudem soll etwas mehr Zeit für mich herausspringen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein Buch in einem Schnurz gelesen habe.
Die Fragen stellte: Nico Wrzeszcz
Lade Fotos..