17.08.2026 14:53
Jakob Stark und Diana Gutjahr verzichten auf Wahlen 2027
Paukenschlag in der Thurgauer Politik: Die SVP Thurgau muss für die Eidgenössischen Wahlen im Herbst 2027 ihre beiden profiliertesten Bundespolitiker ersetzen. Sowohl Ständerat Jakob Stark als auch Nationalrätin Diana Gutjahr haben angekündigt, nicht mehr für eine weitere Amtszeit zu kandidieren.
Thurgau Damit verliert die kantonale SVP zwei erfahrene Vertretungen, welche die Interessen des Thurgaus über Jahre hinweg massgeblich geprägt haben. Der Doppelfront-Rücktritt zwingt die Kantonalpartei nun zu einer umfassenden personellen Neuausrichtung.
Generationenwechsel im Ständerat nach acht Jahren
Der 2019 ins «Stöckli» gewählte Jakob Stark begründet seinen Verzicht in einer persönlichen Mitteilung mit dem Alter. Im Wahljahr 2027 wird der ehemalige Thurgauer Regierungsrat bereits 69 Jahre alt sein. Es sei ihm wichtig, den Stab zu einem Zeitpunkt zu übergeben, an dem er sich gesundheitlich fit und voll leistungsfähig fühle. Bis zum letzten Tag seiner Amtszeit wolle er sich jedoch weiterhin mit voller Kraft engagieren.In Bern gilt Stark über die Parteigrenzen hinweg als verlässlicher, dossierfester und konsensfähiger Politiker. In den vergangenen Jahren machte er sich als starke bürgerliche Stimme insbesondere für eine solide eidgenössische Finanzpolitik, die kantonale Souveränität sowie die gezielte Stärkung des Werkplatzes und der heimischen Landwirtschaft stark. Die SVP Thurgau sprach ihm für diese langjährige Arbeit bereits jetzt ihren tiefen Dank und grossen Respekt aus.
Diana Gutjahr bringt Fokus zurück in den Betrieb
Auch in der grossen Kammer steht eine markante Veränderung an: Nationalrätin Diana Gutjahr wird sich politisch zurückziehen. Die Thurgauerin, die 2017 in den Nationalrat nachgerückt war, verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Gleichzeitig stellte sie klar, dass aktuell auch ein Wechsel in den Ständerat für sie kein Thema ist. Damit erteilt sie entsprechenden Spekulationen in der Gerüchteküche eine Absage.
Als Co-Inhaberin eines Thurgauer Stahlbau-KMU brachte Gutjahr die Stimme der wirtschaftlichen Praxis direkt nach Bern. Für ihre Fraktion war sie ein verlässlicher Garant für eine bürgerliche, konsequent wirtschaftsfreundliche Politik. Zu ihren Kernanliegen gehörten über ein Jahrzehnt hinweg der Abbau von bürokratischen Hürden, eine solide KMU-Politik sowie die Förderung des Schweizer dualen Bildungssystems. Ihr Wirken zeichnete sich stets durch eine grosse Volksnähe und ein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein gegenüber der Thurgauer Bevölkerung aus.
Weichenstellung und Anspruch als wählerstärkste Kraft
Die Parteileitung der SVP Thurgau bedauert die beiden gewichtigen Rücktritte ausserordentlich, blickt jedoch dank einer breiten und starken Basis zuversichtlich in die Zukunft. Als wählerstärkste Kraft im Kanton erhebt die Partei den klaren Anspruch, den Ständeratssitz von Jakob Stark zu verteidigen und erneut mit einer schlagkräftigen Nationalratsliste anzutreten. Man verfüge über hochkarätige Persönlichkeiten mit dem nötigen Format für diese wichtigen Ämter.Die personellen Weichen dafür werden am 6. Januar 2027 gestellt. An diesem Datum wird die SVP Kanton Thurgau an ihrer Delegiertenversammlung sowohl die Ständeratskandidatur als auch die gesamte Nationalratsliste offiziell nominieren. Bis dahin wird die Partei im Hintergrund die nötigen Vorbereitungen treffen, um der Bevölkerung eine hochkarätige Auswahl zu präsentieren.
⋌red