Die IG «Zämä fürs Dorf» spricht sich für eine Sanierung der Hertlerhalle und damit gegen einen Neubau aus. zVg
04.09.2025 05:00
Lieber Sanierung statt Neubau
IG «Zämä fürs Dorf» und EVP Tägerwilen hinterfragen die Vorschläge des Gemeinderates betreffend der Hertlerhalle
Der Vorschlag des Gemeinderates Werkhof, Entsorgung und Feuerwehr an die untere Rüllen auszusiedeln, fällt bei der IG «Zämä fürs Dorf» durch. Die IG könne kein stichhaltiges Argument für diesen Vorschlag finden, schreibt die Gruppierung in einer Stellungnahme. Auch die EVP äussert sich kritisch und will Standortfrage und Variante vor dem Planungskredit klären.
Tägerwilen «Wir sehen im Vorschlag gar einen Vertrauensbruch gegenüber der Bevölkerung, insbesondere gegenüber den Sportvereinen», schreibt die IG. Denn mit der Realisierung dieses Vorschlags wäre die Vision Mehrzweckhalle (MZH) endgültig vom Tisch. «Was sagt die Sportkommission dazu, deren Präsident der Gemeindepräsident selber ist?», fragt die IG in ihrer Stellungnahme.
An der Vision festhalten
Zur Erinnerung: Im Mai 2021 sei ein Teil der gemeindeeigenen Parzelle in der unteren Rüllen durch Beschluss der Gemeindeversammlung in die Bauzone überführt worden. «Der ausführliche Planungsbericht für eine MZH überzeugte auch das zuständige kantonale Departement». Zusammen mit dem gegenüberliegenden Sportplatz ergäben sich nützliche Synergien für gesellschaftliche und sportliche Anlässe. Obwohl die Mehrzweckhalle momentan nicht spruchreif sei, an der Vision sei festzuhalten, das heisse, die fragliche Parzelle stehe für keine andere Nutzung zur Verfügung. «Mit etwas politischem Gespür hätte der Gemeinderat selber zu dieser Einsicht kommen können», so «Zämä fürs Dorf». Auf der anderen Seite stehe die Hertlerhalle mit der heutigen Nutzung am richtigen Ort, nämlich in der Gewerbezone, und sei für die Tägerwiler Bevölkerung sehr gut erreichbar. «Dass das Gebäude sanierungsbedürftig ist, weiss man nicht erst seit gestern». Trotzdem habe es seine Dienste immer erfüllt.
In der Zustandsanalyse vom April 2022 weise der Architekt nach, dass eine wirtschaftliche Sanierung möglich sei. Dazu bedürfe es einer Gesamtsanierung mit teilweisem Abbruch und Wiederaufbau. «Der planerische Auftrag würde erleichtert und die Kostenfolgen gemildert, wenn das vorgegebene Soll-Raumprogramm sich in erster Linie auf die heutigen Nutzungen konzentrieren würde. Schutzräume, Mehr-zweck- und sonstige Reserveräume sind wegzulassen», fordert die IG in der Stellungnahme. Kreativität und Realitätssinn seien gefragt und der Mut, sich aufs Wesentliche zu beschränken sowie die Prioritäten richtig zu setzen, hält die IG «Zämä fürs Dorf» abschliessend fest.
Bedarf für Vereine ausgewiesen
Auch die EVP Tägerwilen nimmt kritisch Stellung: «Nach der Informa-tionsveranstaltung zum Ersatz des Werk- und Entsorgungshofs mit Feuerwehrdepot traf sich der EVP-Vorstand zu einem konstruktiven Austausch mit Gemeindepräsident Markus Ellenbroek», schreibt die Partei. Die EVP anerkenne den Handlungsbedarf bei den Gemeindebauten im Hertler. An der Informationsveranstaltung seien verschiedene mögliche Varianten aufgezeigt worden. Diese wiesen alle teils erhebliche Nachteile auf. Für eine davon, die Variante «Greenfield» auf der Parzelle 356 (unterer Rüllen/Ara-Strasse), solle an der Budget-Gemeindeversammlung im Dezember ein Planungskredit in der Höhe von 360'000 Franken gesprochen werden. «Wir erwarten vom Gemeinderat die Prüfung und Abklärung von weiteren Standorten und Möglichkeiten – und nicht einen übereilten Vorentscheid für eine Variante und einen Standort», schreibt die EVP.
Sie könne sich auch eine Aufteilung von Werkhof/Entsorgung und Feuerwehr vorstellen. Dies hätte den Vorteil, dass eine moderne und zweckmässige Erneuerung des Werk- und Entsorgungshofes am Standort Hertler realisiert werden könnte. «Ebenso sind wir der Meinung, dass die Parzelle 356, die ursprünglich für den Neubau einer Mehrzweckhalle eingezont wurde, für zukünftige Projekte freibleiben muss». Der zusätzliche Bedarf an Trainingsmöglichkeiten der zahlreichen Vereine sei seit Jahren ausgewiesen. Für die EVP sei die Parzelle 356 nach wie vor der ideale Standort für eine Mehrzweckhalle, um die vorhandene Infrastruktur bei Sportanlässen, aber auch weiteren Veranstaltungen von Gewerbe und Gemeinde optimal zu nutzen.
«Aus all diesen Gründen werden wir für die Budget-Gemeindeversamm-lung vom Dezember den Antrag stellen, dass zuerst über den Standort und die Variante abgestimmt werden muss. Anschliessend soll und kann aus unserer Sicht über einen Planungskredit befunden werden», so die EVP.
⋌red/kp