Jürg Schlatter, Mike Moser und Felix Schmid: Die Stiftung Abendfrieden blickt trotz grosser Herausforderungen optimistisch in die Zukunft. Kurt Peter
22.01.2026 05:00
Stabwechsel im Abendfrieden
Das Kreuzlinger Wohn- und Pflegeheim steht vor grossen Herausforderungen
Felix Schmid ist der neue Stiftungsratspräsident des Abendfriedens, er löst nach zwölf Jahren Amtszeit Jürg Schlatter ab. Die grossen Herausforderungen sieht er im Personalbereich, in der langfristigen Finanzierung und in der kantonalen Heimplatzplanung.
Kreuzlingen Felix Schmid hat am 1. Januar das Amt des Stiftungsratspräsidenten übernommen, Jürg Schlatter ist nach 14 Jahren im Stiftungsrat und zwölf Jahren an dessen Spitze vom Amt zurückgetreten. «Die Amtszeitbeschränkung ist in den Statuten festgehalten und sorgt für den gewünschten Wechsel im Stiftungsrat», sagt er. Er blickt auf turbulente Zeiten zurück, in deren Mittelpunkt Bauprojekte und die Pandemie standen.
Pandemie und Bau
In seiner Amtszeit investierte die Stiftung 30 Millionen Franken in bauliche Massnahmen wie den Abbruch und den Neubau des Hauses 2 und die Gesamtsanierung des Hauses 3 sowie der so genannten Villa Schwank. Dabei musste der Abendfrieden eine gewisse Zeit auf ein Provisorium ausweichen. «Wichtig dabei war es immer, die Finanzen im Griff zu behalten, was uns dank der Geschäftsleitung auch gelungen ist», hält Jürg Schlatter fest. So stehe der Abendfrieden auf gesunden finanziellen Beinen.
Die Corona-Pandemie sei eine grosse Herausforderung gewesen, erinnert er sich. «Die Geschäftsleitung ist mit den sich daraus ergebenden Problemen sehr gut umgegangen, auch dank einer frühzeitigen Separierung». Die Heimbewohnenden wurden während der Pandemie in den Zimmern versorgt, das Café Schwank war geschlossen. Eine Begegnungszone habe später für eine gewisse Entlastung gesorgt. «Gute Kommunikation war immer wichtig, natürlich auch gegenüber den Angehörigen».
Ein modernes Heim
Jürg Schlatter schaut auf eine angenehme Aufgabe zurück, die er dankbar erfüllt habe. «Wir bleiben nicht stehen, das Haus wird zusammen mit Mike Moser als Geschäftsleiter und dem gesamten Team weiterentwickelt». Die Aufgabe als Stiftungsratspräsident hat Felix Schmid am 1. Januar übernommen, er ist seit Mitte 2024 Mitglied des Gremiums. Er habe langjährige Erfahrung als Finanzverwalter von Tägerwilen, als Berufs- und Privatbeistand «habe ich einen guten Zugang zu Senioren», erklärt Felix Schmid seine Motivation. Der Abendfrieden geniesse eine positive Wahrnehmung in der Region und verfüge über neue, moderne Anlagen und Zimmer.
Die aktuelle Situation «kann ich als sehr gut bezeichnen, der Stiftungsrat verfügt über entsprechende fachliche Kompetenzen, wir haben eine professionelle Geschäftsleitung, positive Rechnungsabschlüsse und eine hundertprozentige Belegung». Andererseits stehe der Abendfrieden auch vor grossen Aufgaben wie der Umsetzung der Pflegeinitiative und dem Personalmangel. Herausfordernd sei die langfristige Finanzierung des Heimbetriebes mit von nicht immer den aktuellen Verhältnissen angepassten Beiträgen des Kantons an die Pflegekosten. Auch die Ergänzungsleistungen blieben hinter den Wohnkosten zurück. «Der Kanton hat einen Stopp bei der Heimplatzplanung bis 2030 erlassen, trotz entgegengesetzten Altersprognosen», verweist Felix Schmid auf eine weitere Herausforderung. «Und vielleicht», wirft er einen Blick in die Zukunft, «gelingt uns einmal eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr».
Von Kurt Peter