Starke Zahlen und viel Thurgauer Nähe
Mit 3000 Gästen feierte die TKB letzten Donnerstag die Partizipantenversammlung erstmals in der Rüegerholzhalle . Mit einem Bankanlass hatte der Event nur am Rande zu tun.
Mit 3000 Gästen feierte die TKB letzten Donnerstag die Partizipantenversammlung erstmals in der Rüegerholzhalle . Mit einem Bankanlass hatte der Event nur am Rande zu tun.
Frauenfeld Sicherheitspersonal, Kontrollpunkte, gespannte Erwartung. Wer zur Partizipantenversammlung der Thurgauer Kantonalbank nach Frauenfeld kam, fühlte sich kurz wie an einem grossen Gipfeltreffen. Doch statt trockener Bankroutine bot die TKB einen Abend mit Humor, Musik, starken Zahlen und viel Thurgauer Nähe. Moderatorin Mona Vetsch wurde mit Jubel empfangen – fast wie ein Superstar. Und gleich zu Beginn gab es einen stimmungsvollen musikalischen Auftakt vom Hackbrett-Wundertalent Nicolas Senn.
Zum ersten Mal führte die TKB ihre Partizipantenversammlung in dieser Form durch – und wegen des grossen Interesses gleich dreimal. Jeweils fast 3000 Gäste werden in die zweitgrösste Halle des Kantons eingeladen. Die Rüegerholzhalle ist grosse Auftritte gewohnt: Über 100 Anlässe finden hier pro Jahr statt, von ABBA-Shows bis zu James-Bond-Konzerten. Für die TKB war dieser Anlass dennoch besonders. Vieles wurde angepasst, organisiert und neu gedacht. Geblieben ist der Anspruch, nah bei den Menschen im Thurgau zu sein.
Bankpräsident Thomas Koller begrüsste Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden, darunter die Nationalräte Manuel Strupler und Pascal Schmid, Vertretende des Grossen Rates, Mitglieder des Bankrats sowie zahlreiche Partner. Rund 200 Mitglieder aus 21 Thurgauer Vereinen und etwa 100 Mitarbeitende halfen am Anlass mit.
Auch finanziell präsentierte sich die TKB in Bestform. Der Jahresgewinn beträgt 162 Millionen Franken – der höchste Wert in der Geschichte der Bank. Die Dividende steigt auf 3.60 Franken pro Partizipationsschein, 20 Rappen mehr als im Vorjahr. Kanton und Gemeinden erhalten zusammen 80 Millionen Franken. Umgerechnet sind das im Schnitt rund 270 Franken pro Thurgauerin und Thurgauer. Gleichzeitig betonte Koller die solide Basis der Bank. «Wir haben 2.9 Milliarden Franken Eigenkapital. Das ist rund eine Milliarde mehr, als wir regulatorisch haben müssten», sagte er. Diese Stärke wolle man pflegen. Die Grundlage des Erfolgs seien die über 230 000 Kundinnen und Kunden sowie die rund 900 Mitarbeitenden. Die TKB begleite viele Privatpersonen, Firmen und KMU und investiere jährlich rund 1.5 Millionen Franken in Sponsoring im Thurgau. «Wir sagen: TKB – mehr als eine Bank. Und daran arbeiten wir jeden Tag», sagte Koller.
Mona Vetsch führte mit Witz und Wärme durch den Abend. Auf ihre Frage, warum die TKB so grosse Stabilität zeige, sagte Koller: «Das ist nicht selbstverständlich. Einmal gut sein, das schafft noch mancher. Entscheidend ist, über längere Zeit erfolgreich zu bleiben.» Dahinter stecke eine grosse Mannschaftsleistung.
Auch persönliche Erinnerungen hatten Platz. Auf Vetschs Frage, wie gut er vor dem Anlass geschlafen habe, sagte Koller: «Zu solchen Anlässen gehören immer Nervosität und Vorfreude.» Der neue Ort habe ihn zusätzlich aufgeregt. Mit der Rüegerholzhalle verbinde ihn eine eigene Geschichte: «Vor 45 Jahren habe ich hier als D-Junior Handball gespielt. Schon damals dachte ich: Diese Halle ist alt.» Nun habe man das Maximum herausgeholt. Vetsch konterte: «Und man sieht nicht mal alles, aber man spürt es.» Sogar eine Klimaanlage wurde an dem hitzigen Tag organisiert.
Der zweite musikalische Auftritt von Nicolas Senn gemeinsam mit Kollege Elias Bernet am E-Piano entwickelte sich zum kleinen Konzertmoment. Handys wurden gezückt, das Publikum sang mit. Besonders charmant war der Rückblick auf Senns Auftritt bei einer TKB-Talentshow vor 25 Jahren. Als Ausschnitte von damals gezeigt wurden, war die Freude im Saal gross. Senn war damals zwölf Jahre alt.
Im Gespräch mit dem Leiter Privatkunden Daniel Kummer ging es um Kundennähe, Anlagekompetenz und das Pensionszentrum der TKB, das seit einem Jahr besteht. Auf die Frage, wie Kundinnen und Kunden behandelt werden sollten, sagte Kummer: «Auf Augenhöhe. Man soll ernst genommen und nicht schubladisiert werden.» Dass die TKB als beste Anlagebank der Schweiz ausgezeichnet wurde, erfülle ihn mit Stolz. «Wir bündeln unsere Stärken», sagte Kummer. Vor einer Fachjury habe man gezeigt, wie ein Anlagevorschlag präsentiert werde.
Auch das Pensionszentrum sei gut angelaufen. «Wir sind sehr zufrieden», sagte Kummer. Gerade die Babyboomer-Generation stehe nun vor der Pensionierung. «Das ist eine der anspruchsvollsten finanziellen Situationen im Leben. Viele Entscheidungen kann man später nicht mehr rückgängig machen.» Das Angebot wurde deutlich ausgebaut und steht auch Nichtkundinnen und Nichtkunden offen. Auch Kummers Nachfolge kam zur Sprache: Francesca Keller wird ab August 2026 Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin Privatkunden. Damit rückt eine jüngere Generation stärker ins Zentrum – passend zu jungen Kundinnen und Kunden mit neuen Bedürfnissen.
Zum Schluss wurde es nochmals persönlich. Daniel Kummer, der als eine Art Zinsorakel beschrieben wurde, wird künftig fehlen. So wurde die erste Partizipantenversammlung in der Rüegerholzhalle zu mehr als einer Bilanzpräsentation. Zwischen Bankzahlen, Hackbrett, Boogie Woogie und Mona Vetschs Pointen zeigte sich die TKB selbstbewusst, nahbar und fest im Thurgau verankert. Ein Abend, der bewies: Stabilität kann durchaus unterhaltsam sein.
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