Die Wigoltinger Faustballer krönten sich zum Schweizermeister. Bild: Fabio Baranzini
08.09.2026 14:47
Faustball Wigoltingen krönt sich zum sechsten Mal zum Schweizermeister
Faustball Wigoltingen ist zurück auf dem Schweizer Meisterthron. Am Final4-Turnier in Neuendorf zeigten die Thurgauer insbesondere in den entscheidenden Momenten eine beeindruckende Teamleistung.
Faustball Nach einer spektakulären Aufholjagd im Halbfinal bezwang Wigoltingen im Endspiel den Qualifikationssieger Affeltrangen mit 4:1. Für Angreifer Ueli Rebsamen war der sechste Feld-Meistertitel der Vereinsgeschichte zugleich der perfekte Abschluss seiner nationalen Faustballkarriere.
Nach der äusserst knappen Finalniederlage im vergangenen Jahr und dem damit verbundenen Gewinn der Silbermedaille hatte sich Faustball Wigoltingen für das Final4-Turnier in Neuendorf einiges vorgenommen. Dass der Weg zurück auf den Schweizer Meisterthron allerdings alles andere als einfach werden würde, zeigte sich bereits am Samstag im Halbfinal gegen Gastgeber Neuendorf.
Wigoltingen erwischte gegen die Lokalmatadoren einen denkbar schlechten Start. Neuendorf spielte stark auf und entschied die ersten drei Sätze mit 11:7, 11:3 und 11:7 für sich. Damit standen die Thurgauer beim Stand von 0:3 bereits mit dem Rücken zur Wand.
Doch genau in dieser schwierigen Situation zeigte die Mannschaft ihre Qualitäten. Wigoltingen kämpfte sich zurück in die Partie und bewies insbesondere in den beiden folgenden, hart umkämpften Sätzen starke Nerven. Zweimal setzte sich das Team mit 11:9 durch und verkürzte auf 2:3.
Spätestens jetzt war das Momentum gekippt. Während Neuendorf zunehmend unter Druck geriet, trat Wigoltingen immer geschlossener auf. Mit 11:3 ging der sechste Satz deutlich an die Thurgauer, ehe sie auch den Entscheidungssatz mit 11:7 für sich entschieden. Nach einem 0:3-Satzrückstand war die spektakuläre Wende zum 4:3-Erfolg perfekt – und damit auch die erneute Finalqualifikation.
Im Endspiel am Sonntag wartete mit Affeltrangen jene Mannschaft, welche die Qualifikation auf dem ersten Rang abgeschlossen hatte. Doch Wigoltingen knüpfte nahtlos an die starke zweite Hälfte des Halbfinals an.
Von Beginn weg präsentierte sich das Team konzentriert und kompakt. Die Defensive stand sicher und ermöglichte es Angreifer Ueli Rebsamen, immer wieder wirkungsvoll Akzente zu setzen. Gleichzeitig wurde der langjährige Wigoltinger Leader von seinen Mitspielern hervorragend unterstützt. Genau diese Geschlossenheit sollte an diesem Wochenende zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden.
Die ersten beiden Sätze gingen mit 11:9 und 11:7 an Wigoltingen. Besonders umkämpft war der dritte Durchgang: Affeltrangen erspielte sich Satzbälle, doch Wigoltingen behielt erneut die Nerven und entschied den Satz mit 12:10 für sich.
Zwar gelang Affeltrangen mit einem 11:8 nochmals der Anschluss, doch Wigoltingen liess sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Im fünften Satz setzte sich das Team früh ab und liess nichts mehr anbrennen. Mit 11:4 ging der letzte Durchgang deutlich an die Thurgauer – der 4:1-Finalsieg und damit der Schweizermeistertitel 2026 waren Tatsache.
Besonders emotional war dieser Titelgewinn für Ueli Rebsamen. Der langjährige Angreifer und Leader von Faustball Wigoltingen bestritt in Neuendorf seinen letzten nationalen Auftritt für den Verein. Verletzungsbedingt beendet er seine aktive Faustballkarriere. Noch einmal zeigte Rebsamen im Final seine ganze Klasse und führte die Mannschaft gemeinsam mit seinen Teamkollegen zum Schweizermeistertitel. Dass er seine aussergewöhnlich erfolgreiche Karriere auf nationaler Ebene mit einem weiteren Meistertitel abschliessen kann, hätte kaum passender sein können.
Gleichzeitig war der Erfolg alles andere als eine Einzelleistung. Gerade das Final4-Wochenende zeigte eindrücklich, was diese Wigoltinger Mannschaft, trotz des hohen Durchschnittsalters, auszeichnet: Zusammenhalt, Kampfgeist und die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen als Team eine Reaktion zu zeigen.
Nach der bitteren Finalniederlage im vergangenen Jahr ist die Rückkehr auf den Schweizer Meisterthron umso schöner. Der Weg dorthin hätte kaum eindrücklicher sein können: Am Samstag einen 0:3-Rückstand im Halbfinal gedreht, am Sonntag den Qualifikationssieger im Endspiel mit 4:1 bezwungen – und damit eine starke Saison mit dem Schweizermeistertitel gekrönt.
red