22.12.2022 00:00
Freiwillige mit Herz gesucht
80 Flüchtlinge feierten am Montag gemeinsam den Nikolaustag in Weinfelden
Die Initianten sind überwältigt von der Anzahl Gäste. Das Interesse an Aktivitäten ist seitens der Geflüchteten gross - Die Anzahl Freiwilliger jedoch rückläufig.
Weinfelden «Was mach ich nur mit all dem Brot, wenn nicht viele kommen? », fragte sich Veronika Portmann kurz bevor die Türen des Katholischen Pfarreizentrums geöffnet wurden. Die Frage erübrigte sich bald, denn 80 Geflüchtete folgten der Einladung zum Nikolausfest und freuten sich über die selbst gemachten Suppen - und eben das knusprige Gebäck. Die Mitorganisatorin und Initiantin des 2016 in Weinfelden gegründeten Asylcafés, Veronika Portmann, ist sichtlich ergriffen über die grosse Gästeschar vergangenen Montagabend. «Am 19. Dezember wird in der Orthodoxen Kirche traditionell der Nikolaustag gefeiert. So kam auch bei unserem Fest der Namensgeber in einem Bischofsgewand vorbei und über 80 Geschenke durften verteilt werden.» Es wurde gesungen, gespielt, Verse aufgesagt, gelacht und geredet - ein Bild, wie man es sich wünscht. Ein wenig Normalität in einer für die Menschen so fordernden Zeit. Da die Feier laut Veronika Portmann nicht: «Mega christlich» ausgerichtet wurde, war es auch eine schöne Gelegenheit für Muslime, etwas Weihnachtsstimmung zu geniessen. Verschiedene Kulturen und Religionen mit solchen Aktionen zu vereinen, ist für die pensionierte Weinfelder Lehrerin das Schönste.
Mithelfen gewünscht
In Weinfelden leben aktuell fast 100 Ukrainische Flüchtlinge, dazu 80 Geflüchtete im Durchgangsheim. Eine Sache fällt Portmann beim Zusammensein mit den Hilfesuchenden auf: «Sie möchten sich nicht einfach bedienen lassen, sondern mitanpacken », freut Veronika Portmann immer wieder zu sehen. So engagiert sich zum Beispiel eine Ukrainerin, die in ihrer Heimat als TV-Moderatorin arbeitete, mit viel Herzblut bei der Durchführung von ebensolchen Events. Um die permanent oder vorübergehend heimischen Flüchtigen in Weinfelden willkommen zu heissen, werden jeden Montag die Türen des Pfarreizentrum geöffnet, den Gästen bei Hausaufgaben vom Deutschunterricht geholfen, sich mit Händen und Füssen ausgetauscht und einfach «eine Warme Stube» angeboten. Auch eine Spielecke für die kleinen Hilfesuchenden gibt es. Um das Projekt weiterführen zu können, sind die Verantwortlichen auf die Unterstützung von offenen, kommunikativen Freiwilligen mit einem grossen Herz angewiesen. Aktuell besteht die Leitung aus den engagierten Frauen Katrin Nicotera, Monica Bolliger und Veronika Portmann.
Interessierte Freiwillige dürfen sich gerne melden: vportmannimhof@gmail.com