Sie sind Maul-Wurf (vl): Fredi Koller, Gabi Principe, Lea Gferer, Jeannine Lenherr und Cico Scaburri. Kurt Peter
13.10.2022 00:00
«Wir sind ein grossartiges Team»
Fünf Sängerinnen und Sänger sind erfolgreich unterwegs - «Maul-Wurf» feiert Geburtstag
Seit 25 Jahren gibt es die A-capella-Band «Maul-Wurf». Was die fünf Mitglieder auszeichnet, ist nicht nur die Leidenschaft für Musik, sondern auch Spass und Zusammenhalt ausserhalb der Konzerte und Proben.
Kemmental «Es begann in der Dorfmusik Hugelshofen, am traditionellen Winterkonzert wurden jeweils drei A-capella-Stücke dargeboten», blickt Bandgründer und -Leader Fredi Koller zurück. Das habe den Beteiligten so gut gefallen, dass 1997 eine Gruppe gegründet worden sei. «Am Anfang waren wir neun Sängerinnen und Sänger und hatten den Plausch an unseren Auftritten. Das erste Konzert gaben wir anlässlich des Klassentreffens in Alterswilen».
Tradition kommt nicht zu kurz
Maul-Wurf habe selbst ein Programm entwickelt, ein vielfältiges Programm, hin und wieder unterstützt von Musiklehrern, die im Proberaum «an Arrangement und Stimmen gefeilt haben», wie Fredi Koller erklärt. 2001 sei die erste CD aufgenommen worden: «Maul-Wurf die Erste», so der treffende Name. Immer wieder habe es Wechsel in der Formation gegeben, das liege nun einmal in der Natur der Dinge. Unter dem Coaching von Silvio Fantauzzi habe sich schliesslich der Stil entwickelt, den Maul-Wurf heute auf die Bühne bringe. «Seit 2017 pflegen wir Doo-Wop und Rock'n'Roll, schrecken aber auch vor einem traditionellen Appenzeller Zäuerli nicht zurück», erklärt der Bandleader.
Aufgetreten sind Maul-Wurf inzwischen fast in der ganzen Schweiz, ein Höhepunkt sei das Konzert anlässlich der Eröffnung des Gotthard-Tunnels gewesen: «Im Zürcher Hauptbahnhof durften wir 2016 als Vorband von 77 Bombay Street auftreten». Aber auch die Teilnahme an «Viva Volksmusik» des Schweizer Fernsehens sei ein tolles, unvergessliches Erlebnis gewesen.
Das Menschliche im Mittelpunkt
«Wir haben wirklich viel erlebt an unseren Konzerten». Fredi Koller kann sich gut daran erinnern, dass er bei einem Konzert im Zürcher Unterland eine viel zu kleine Appenzeller Kutte dabei gehabt habt. «Dass es Kindergrösse war hab ich erst beim Umziehen gemerkt, reingekommen bin ich noch, beim Ausziehen aber brauchte ich ordentlich viel Hilfe. Ich habe halt den falschen Kleidersack mitgenommen». Maul-Wurf fährt schon auch einmal dreieinhalb Stunden in den Kanton Bern, um nach einem 20-minütigen Konzert auch dreieinhalb Stunden wieder zurück zu fahren.
«Wir machen das gerne, denn wir leben für unsere Auftritte». Die Maul-Wurf-Lieder sind auch im Internet präsent, Fredi Koller nutzt jeden Kanal. Die Band sei millionenfach gestreamt worden, es gebe auch immer wieder positive Kommentare sowie Einladungen für Konzerte im Ausland. «Es ist schon mehr als ein Hobby», sagt Fredi Koller. Ein Hobby, das er sich mit Jeannine Lenherr, Cico Scaburri, Lea Gferer und Gabi Principe teilt. «Für uns alle steht das Menschliche im Vordergrund, nicht so sehr die Stimme. Für mich ist Maul-Wurf auf alle Fälle zu einer zweiten Familie geworden», sagt Fredi Koller.
Von Kurt Peter