Stefan Wehrli und Iris Kaderli präsentieren ein ausgeglichenes Budget von Energie Kreuzlingen. ⋌Kurt Peter
04.11.2026 07:41
Der Strom bringt das Geld
Energie Kreuzlingen setzt bei den Investitionen auf die Zukunft - Im Wärmenetz werden Alternativen zur KVA geprüft
Energie Kreuzlingen präsentiert dem Gemeinderat Kreuzlingen am 12. November ein ausgeglichenes Budget. Das Resultat ist vor allem auf das gute Ergebnis der Sparte Elektrizität zurückzuführen. Beim Wasser muss die Bevölkerung mit Tariferhöhungen rechnen.
Kreuzlingen Der zuständige Stadtrat Thomas Beringer konnte den Medien am Montag ein Budget präsentieren, das er, bei einem kleinen Gewinn von 42'000 Franken, als ausgeglichen bezeichnete. «Einem Wunsch aus dem Gemeinderat folgend, präsentieren wir das Budget neu mit einer detaillierten Erfolgsrechnung», so seine einleitenden Worte. Die Personalplanung sehe die Erhöhung des Stellenetats um 140 Prozent vor. Davon entfielen auf das Controlling 100 Prozent und 40 Prozent auf die technische Kundenberatung. «Energie Kreuzlingen verzeichnet ein deutlich gestiegenes Bedürfnis nach telefonischen Auskünften und Beratungen».
Wasser macht Sorgen
Iris Kaderli, Leiterin Finanzen und Dienste, ging anschliessend genauer auf das Budget 2027 ein. «Budget und Rechnungen werden künftig mit einer detaillierteren Erfolgsrechnung für Strom, Wärme, Wasser, Dienstleistungen und Zentrale Dienste ergänzt». Das Gesamtergebnis rechne mit einem Gewinn von 42'000 Franken. Der gute Abschluss sei auf die Sparte Elektrizität zurückzuführen, sie schliesse mit einem Gewinn von 1,129 Millionen Franken, dies trotz sinkendem Absatz und sinkender Energiepreise. Der Bereich Wärme/Kälte schliesse mit einem Verlust von 23'000 Franken ab. «Hier schlägt der Verlust eines Grosskunden zu Buche, sowie der Umstieg zahlreicher Haushalte auf Wärmepumpen». Noch immer rote Zahlen schreibe der Bereich Wasser, das Budget rechne mit einem Verlust von 623'000 Franken. «Die Tarife werden steigen, trotzdem reicht der Mehrertrag nicht aus, um den gestiegenen Aufwand voll zu kompensieren», sagt Iris Kaderli. 49'000 Franken Gewinn budgetiert Energie Kreuzlingen für Dienstleistungen, einen Verlust von 491'000 Franken für die Zentralen Dienste.
Energie Kreuzlingen wolle im kommenden Jahr 30,6 Millionen Franken investieren, so Thomas Beringer. Stefan Wehrli, Leiter Energie Kreuzlingen, hebt dabei die Weiterentwicklung in der Systemlandschaft hervor: «Die Investitionen von fast einer Million Franken sind aufgrund gestiegener Sicherheits- und Betriebsanforderungen erforderlich».
Energie Kreuzlingen plane nach wie vor, Fernwärme aus dem Ersatzneubau der KVA in Weinfelden zu beziehen, da das Projekt allerdings verzögert werde, «prüfen wir Alternativen für das Wärmenetz wie Seethermie, mögliche Synergien mit den Stadtwerken Konstanz oder das Ausbaupotenzial des Nahwärmeverbundes Campus.» Dafür sind 500'000 Franken vorgesehen. Für den netzdienlichen Speicher plant Energie Kreuzlingen Investitionen von 2,8 Millionen Franken. Aufgrund der technologischen Entwicklung hätten sich Investitionskosten und Wirtschaftlichkeit von Speichersystemen gegenüber der ursprünglichen Studie deutlich verbessert, hält das Budget fest.
Die Sparte Elektrizität plant Investitionen von insgesamt sieben Millionen Franken, 2,2 Millionen davon für die Erneuerung und den Ausbau des Leitungsnetzes. In die Sparte Wärme sollen 2,6 Millionen investiert werden und in die Sparte Wasser 3,9 Millionen Franken. Der grösste Mitteleinsatz mit 17 Millionen Franken ist für den Neubau des Betriebsgebäudes geplant. Das Projekt sei damit für rund 55 Prozent der gesamten Nettoinvestitionen verantwortlich.
Von Kurt Peter