05.03.2026 00:00
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Blue Dragon Tattoo & Piercing geht unter die Haut
Für Alexander Nyaguy ist ein Tattoo mehr als nur ein Motiv – es ist Verantwortung, Vertrauen und ein Stück Persönlichkeit, das bleibt. Ein Blick hinter die Kulissen des Kreuzlinger Tattoo-Künstlers.
Auf dem Schreibtisch stapeln sich Skizzen, Stifte liegen griffbereit, an den Wänden leuchten asiatische Ornamente und kraftvolle Motive. Inmitten dieses kreativen Mikrokosmos sitzt Alexander Nyaguy und zeichnet einen Ritter. Konzentriert. Detailverliebt. Und mit einer Ernsthaftigkeit, die spüren lässt: Dieses Bild wird bald ein Leben lang jemanden begleiten.
Vom Beobachter zum Meister
Das Studio wirkt persönlich, gewachsen. Hier hängt nichts zufällig und doch lebt der Raum. Farben, Formen, Entwürfe, Inspiration. Neben dem Arbeitsplatz liegen Zeichnungen, Referenzen, Fotos von Tattoos. Es ist ein Ort, an dem gearbeitet wird und mitgedacht. Vor Alexander liegt der Entwurf eines Ritters. Rüstung, Helm, feine Verzierungen, jede Platte sorgfältig ausgearbeitet. Der künftige Träger nimmt an Mittelalterspielen teil. Dort trägt er selbst Rüstung, taucht ein in eine andere Zeit. Der Ritter auf Papier ist mehr als ein Motiv. Er ist Identifikation. «Das muss stimmig sein», sagt Alexander und beugt sich wieder über das Blatt. «Wenn jemand so eine Verbindung dazu hat, dann gehe ich ins kleinste Detail.» Solche Zeichnungen dauern teilweise mehrere Stunden. Schattierung für Schattierung, Linie für Linie entsteht Tiefe. Nichts wird automatisiert erzeugt. «Ich lasse so etwas nicht von einer KI machen», sagt er ruhig. «Wenn ich es zeichne, entsteht eine andere Verbindung. Ich verstehe das Motiv ganz anders.» Bevor er mit der finalen Ausarbeitung beginnt, nimmt er sich die Zeit, die es braucht. Er hört zu. Fragt nach. Was bedeutet der Ritter? Was soll er ausdrücken? Stolz? Disziplin? Beständigkeit? «Ein Tattoo trägt man ein Leben lang. Da kann ich nicht einfach schnell etwas hinzeichnen.»
Vom Koch zum Tattoo-Artist
Dass er selbst einmal Tätowierer werden würde, war nicht selbstverständlich. Seine damalige Partnerin Vera Fischer gründete im 2000 das Blue Dragon Tattoo Studio. Alexander arbeitete zu dieser Zeit als Koch. Am See sass er oft neben ihr, wenn sie Vorlagen zeichnete. Er beobachtete, wie sie arbeitete, wie Linien Spannung bekamen und Schatten Tiefe erzeugten. Eines Tages zeichnete sie gerade und Alexander griff selbst zum Stift. Heimlich skizzierte er sie von der Seite. «Sie war völlig überrascht», erinnert er sich lachend. «Ich hatte vorher nie richtig und exakt gezeichnet, das kam später.» Sie erkannte sein Talent und begann, ihn auszubilden. Ganz von vorne. Ein A4-Heft füllte er zunächst nur mit Kreisen. Seite um Seite. Danach Linien. Immer wieder. Geduld, Konzentration, Wiederholung, Kontrolle. «Du lernst zuerst die Bewegung zu zeichnen. Nicht das Motiv.» Eine fein schattierte Blume bezeichnet er heute als seine persönliche «Abschlussprüfung», die er sich dann selbst oberhalb am Knöchel stechen musste. Einen offiziellen Lehrabschluss gibt es im Tätowieren nicht, keine eidgenössischen Diplome. Viele lernen heute über Videos im Internet. «Aber das ersetzt keine echte Ausbildung», sagt er. Trends hat er viele erlebt: Vom «Arschgeweih» bis zu Maori-inspirierten Mustern bei Männern, oft gewählt, um Stärke zu zeigen. «Manche recherchieren heute genauer. Früher war vieles einfach ein Trend.» Er selbst hat einen Kodex. Es gibt Motive, die er nicht tätowiert. Und Körperstellen, die er ablehnt. «Nicht alles, was möglich ist, mache ich auch.» Manche Kunden schlafen ein, andere müssen die Zähne zusammenbeissen. Schmerz gehört dazu aber auch Stolz, wenn das Werk wächst. «Es ist ein Prozess, den man miterleben muss.»
Japan immer im Herzen
2011 und 2013 war Alexander als Schüler in Japan (Iwama) bei Meister Nemoto und vertiefte dort seine Aikido-Praxis, die er 1990 begann. Die Philosophie des Aikido – nicht gegen etwas zu arbeiten, sondern mit ihm – begleitet ihn seither in vielen Lebensbereichen. Während dieser Zeit erwachte auch sein Interesse an Klingen – an Messern und Schwertern, an ihrer Form, ihrer Balance und der Kunst des Schärfens. Schüler des Dojos brachten ihn schliesslich zu einem traditionellen Schwertschmied, wo er einen noch tieferen Einblick in die handwerkliche und geistige Dimension dieser Kunst erhielt. Heute verkauft er ausgewählte Messer und schleift sie fachkundig für seine Kundinnen und Kunden.
Der Ritter auf dem Papier nimmt weiter Form an. Die Schatten werden tiefer, die Rüstung plastischer. Alexander lehnt sich zurück, betrachtet sein Werk. «Ich gebe in jedes Tattoo ein Stück meiner Seele», sagt er. «Und genau so muss es sein.» Im Blue Dragon Tattoo geht es nicht nur um Tinte unter der Haut. Es geht um Haltung. Um Zeit. Und um die Entscheidung, etwas für immer zu tragen. Und dies ganz bewusst. ⋌mul
Blue Dragon Tattoo & Piercing
Unterseestrasse 6
8280 Kreuzlingen
071 672 50 70
www.bluedragontattoo.ch