19 Nationen an einem Tisch
Kulinarische und kulturelle Highlights am Kulturenfest in Weinfelden
Am 28. August treffen sich 19 Nationen in Weinfelden, um am Kulturenfest den erwarteten 2000 Gästen ein Stück ihrer Heimat zu zeigen.
Am 28. August treffen sich 19 Nationen in Weinfelden, um am Kulturenfest den erwarteten 2000 Gästen ein Stück ihrer Heimat zu zeigen.
Weinfelden «Alles ist auf einem sehr erfreulichen Weg und die Beteiligten arbeiten mit viel Motivation und Vorfreude auf das Kulturenfest hin», erzählt Roger Häfner, Leiter Einwohnerdienste. 19 Nationen werden dieses Jahr teilnehmen, darunter auch ukrainische Familien, was Häfner besonders freut. «Sie sind wegen einer speziellen Situation hier und haben sich doch als Gruppe zusammengetan, um den Weinfelderinnen und Weinfeldern ein kulinarisches Stück ihrer Heimat zu zeigen.» Er rechnet erneut mit 2000 Besucherinnen und Besuchern, von der Infrastruktur bis zum Programm gibt es vieles zu planen, aber: «Wir gingen wie die letzten vier Male sehr entspannt und ohne Druck an die Organisation ran. Die Erfahrung zeigte, dass alles irgendwie rund laufen wird, auch wenn gegen Ende meistens noch vieles dazu kommt.» Vielleicht auch, weil das Fest keinen kommerziellen Zweck erfüllt, sondern von Sponsoren, den Eintritten und der Stadt, welche sich mit 6000 Franken und dem gestellten Personal beteiligt, finanziert wird.
Das letzte Fest ist vier Jahre her und die schönen Erinnerungen daran sind noch nicht verblasst beim Organisator. «Viele Gruppen und Vereine sind erneut mit an Bord und werden den Besuchenden ihre Kultur und ihre kulinarischen Spezialitäten präsentieren.» Das Fest lebe von der Vielfalt, verbinde Menschen jeglicher Ethnien und Kulturen und sei auch nachhaltig. Eine Situation an einem Wyfelder Fritig freute ihn besonders: «Ich durfte beobachten, dass sich Besucher der verschiedensten Nationen an einen Tisch setzten, da sie sich vom Kulturenfest kannten. Im Laufe des Abends stiessen immer mehr dazu. Genau diese Wirkung habe ich mir im tiefsten Inneren erwünscht.» Die Nationen werden jeweils 300 kleinere Degustationsportionen vorbereiten. «So haben die Besucher die Möglichkeit, verschiedene Delikatessen zu versuchen und haben nicht beim ersten Stand den Bauch voll.»
Die Gäste bezahlen 15 Franken für den Eintritt und können sich danach durch die Welt schlemmen. Gebrauchte Teller können bei Bedarf ausgetauscht werden. Getränke werden zu familienfreundlichen Preisen verkauft, so Roger Häfner. «Es het solangs het», so das Motto. Die teilnehmenden Gruppen können dem OK die Einkaufskosten verrechnen und gehen mit ihrem Auftritt kein Risiko ein. Bei einem finanziellen Erfolg des Kulturenfests, wird der Überschuss als Rückstellung verbucht und für ein nächstes Fest gespart. «Von der letzten Durchführung haben wir noch 10'000 Franken im Topf - sollten alle Stricke reissen.» Er denkt dabei an eine Schlechtwetterfront - doch wie die Prognosen ausschauen, können sich alle Beteiligte auf ein erfolgreiches Fest freuen.
Auf das Programm können die Besucher besonders gespannt sein – und auch Roger Häfner ist noch nicht genau im Bilde, was alles laufen wird, denn: «Es gibt immer wieder Formationen, die erst kurz vor dem Fest der Ehrgeiz packt und sich für einen musikalischen Beitrag entscheidet», sagt er. Bei der letzten Durchführung sah es laut Roger Häfner so aus, als ob es ein musikalisch karges Fest geben wird. «Und 10 Tage vor dem Kulturenfest waren alle Programm-Slots gefüllt.» Das kulturelle Angebot ergebe sich somit immer sehr spontan. Viele hätten aber auch bereits eine Vorführung angekündigt. So werden auch Musiker aus Ungarn, der Ukraine und Serbien einen Beitrag leisten. Auch typische Schweizer Musik wird vertreten sein. Definitiv haben sich drei Formationen von der Musikschule Weinfelden angemeldet. «Einmal wurden wir während des Fests von einem Strassenmusiker angesprochen, der per Zufall in Weinfelden war, ob er auch auftreten darf», erzählt Häfner von den magischen Momenten. Und diese erhofft er sich auch am 28. August wieder.
Von Desirée Müller
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