Im Kanton gab es im vergangenen Jahr gleich viele Geburten, wie 2019. Pexels
28.06.2021 09:05
2020: Gleichviele Geburten, mehr Todesfälle
Dienststelle für Statistik veröffentlicht Bericht
Im Jahr 2020 gab es im Kanton Thurgau gleich viele Geburten wie im Jahr zuvor. Die Zahl der Todesfälle ist deutlich gestiegen. 1 274 Paare haben geheiratet, 497 Ehen wurden geschieden. Dies zeigen die soeben von der Thurgauer Dienststelle für Statistik publizierte Webartikel.
Kanton Im Jahr 2020 kamen 2 882 Kinder mit Wohnsitz im Kanton Thurgau auf die Welt. Das sind 2 Neugeborene weniger als im Vorjahr. Die Geburtenzahlen haben sich in den letzten Jahren nur wenig verändert, sie liegen heute aber deutlich höher als vor zehn Jahren. Die Zahl der Todesfälle ist im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen: 2 253 Menschen sind verstorben, dies sind 168 Personen oder 8,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Todesfälle nahm bei den Männern stärker zu (+13 Prozent, +135 Personen) als bei den Frauen (+3 Prozent, +33 Personen).
Corona hatte Einfluss
Die Sterblichkeitsstatistik geht nicht auf die Todesursachen ein. Dennoch ist der Einfluss der Corona-Pandemie erkennbar. Viele Todesfälle wurden während der zweiten Welle der Pandemie registriert. In den Monaten Oktober bis Dezember lag die Zahl der Todesfälle im Kanton Thurgau um fünfzig Prozent höher als im Jahr zuvor. Schweizweit kam es zusätzlich auch in den Monaten März und April zu einem deutlichen Anstieg der Todesfälle. Dieser blieb im Thurgau aus.
Im Thurgau war die Sterblichkeit tiefer als in anderen Kantonen
Landesweit wurden im Jahr 2020 neun Todesfälle je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner registriert. Die höchsten Sterberaten verzeichneten die Kantone Tessin, Jura, Basel-Stadt, Glarus, Neuenburg und Schaffhausen (über 10 Todesfälle je 1 000 Personen). Der Thurgau kam mit acht Todesfällen je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner vergleichsweise glimpflich durch das Jahr 2020. In dieser Grössenordnung war die Sterblichkeit im Thurgau zuletzt im Jahr 2008 gewesen. Über die letzten Jahrzehnte hat die Sterblichkeit deutlich abgenommen. Dazu trugen die gestiegene Lebenserwartung und das Bevölkerungswachstum bei. Die höhere Zahl von Todesfällen im Jahr 2020 wirkte sich dämpfend auf den Geburtenüberschuss (Geburten minus Todesfälle) aus. Dieser ging im Kanton Thurgau von rund 800 auf 630 Personen zurück. Der Zuwanderungsüberschuss, der sich aus den Wanderungsbewegungen mit den anderen Kantonen und dem Ausland ergibt, dürfte 2020 (gemäss provisorischen Daten) mit etwa dreimal so viel Personen zum Bevölkerungswachstum beigetragen haben als der Geburtenüberschuss.
Weniger Ehen und Scheidungen
Die Zahl der Eheschliessungen ist im Thurgau seit Jahren recht konstant. Im Corona-Jahr 2020 lag die Zahl der Eheschliessungen mit 1 274 jedoch etwas niedriger als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. 497 Ehen wurden geschieden, 30 weniger als im Vorjahr. Von den Scheidungen waren 388 unmündige Kinder betroffen, wie einem weiteren neu veröffentlichten Webartikel der Dienststelle für Statistik zu entnehmen ist. Im Schnitt halten Ehen heute länger als vor zwei Jahrzehnten. 2020 erfolgte gut jede dritte Scheidung nach mindestens zwanzig Ehejahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 hatten nur 16 Prozent der geschiedenen Paare eine Ehedauer von zwanzig Jahren oder mehr erreicht. Die ausführlichen Webartikel stehen auf www.statistik.tg.ch bereit.
IDKT