25 Jahre mit von der Partie
Beim Unihockeyclub Kreuzlingen steht der Spass am Spiel klar im Vordergrund
Seit einem Vierteljahrhundert engagiert sich der UHC Kreuzlingen bereits für den Sport aus Skandinavien. Zeit, zurück zu
Roman Himmelberger (mitte) ist bereits seit bald 20 Jahren im Verein aktiv.
Seit einem Vierteljahrhundert engagiert sich der UHC Kreuzlingen bereits für den Sport aus Skandinavien. Zeit, zurück zu
Kreuzlingen «Schöne!», «Ou, exgüsi! », «Können wir wechseln?». Die in der Tat einzigen Laute, die beim Trainingsspiel der 2. Mannschaft zu vernehmen sind. Kein «Hey mach emol!» oder «Gopf i bi doch frei!». Die Herren - und an diesem Abend erstmals eine Dame - haben sich den respektvollen Umgang auf dem Spielfeld auf die Fahne geschrieben. Und sonderlich schwer scheint es dem sympathischen «Haufen» nicht zu fallen. So geht es beim UHC Kreuzlingen unabhängig vom Alter oder Können um die Freude am Sport aus Schweden.
Trainiert wird am vergangenen Montagabend in der Turnhalle der Kanti. Roman Himmelberger ist mit von der Partie, und das sei bald 20 Jahren. Vieles war anders, aber irgendwie doch gleich. Die Philosophie ist geblieben, die Anzahl der Vereinsmitglieder gestiegen, der «Kampf» um einen Hallenplatz kontinuierlich fordernd. «Im Gründungsjahr gab es bereits einige Unihockey Clubs in der Region, doch richtig aus dem Boden geschossen sind sie erst Jahre später», erzählt Roman Himmelberger. Somit zählt der UHC Kreuzlingen zu einem der ältesten Unihockey Vereinen in der Umgebung. Mit Floorball Thurgau und dem UHC Tägerwilen haben die Kreuzlinger starke «Mitstreiter» im Kanton erhalten. Doch bei «ihrem» Unihockeyclub ist die Denkweise vielleicht etwas anders, das Spiel nicht ganz so erfolgsorientiert und die Freude des Spieles wegen grösser, wenns mal mit einem 12:2 wieder nach Hause geht. «Wir sind alles Amateure, die mit viel Herzblut dabei sind», so Himmelberger. Und ganz unbekannt ist der Club spätestens nach der Organisation eines internationalen Cups vor einigen Jahren nicht mehr. «Sogar Mannschaften aus Skandinavien reisten an», erinnert sich Mitorganisator Alex Müller gerne daran zurück.
Michael Naef stösst zum Grüppchen hinzu, der Liebling der Junior( innen), so heisst es. Dazu ist er Trainer der 1. Mannschaft, die in der 5. Liga spielt. Er ist seit vier Jahren im Club aktiv und spricht das Thema Nachwuchs an. «Dass der UHC Kreuzlingen weiterhin bestehen kann bedingt, dass junge Spielerinnen und Spieler nachrücken. Aktuell zählen wir zirka 40 Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren», so Naef. Für alle, die nicht unbedingt auf eine Profikarriere hinarbeiten, sondern den Sport von der Pike auf lernen möchten und der Spass im Vordergrund steht, sind die Kreuzlinger «Unihockeyaner» absolut die richtige Adresse. Entdecken Michi Naef und seine Kollegen kleine Talente, zögern sie aber keinesfalls, und suchen nach Möglichkeiten, die Jungspielerinnen- und Spieler zu fördern und allenfalls zu anderen Clubs zu vermitteln.
Ob der Sport denn einfach zu erlernen sei, fragen wir. Himmelberger und Naef nicken während Andreas Strehler vehement den Kopf schüttelt. «Aber ich glaube, das liegt an mir», sagt der Präsident des UHC Kreuzlingen und lacht herzlich. Er habe sich anfangs etwas schwer getan: «Vor allem beim Karussell habe ich immer noch meine liebe Mühe », erzählt er und zeigt die Übung, die ihm etwas schwerfällt. «Wer jung mit Unihockey beginnt, hat klar Vorteile. Ab einem gewissen Alter kann man die Erfahrung nicht mehr aufholen. Aber genau dafür haben wir die verschiedenen Mannschaften», so der Präsident. Auch er spricht das Thema Nachwuchs an: «Am besten wäre es, wenn die Stadt eine weitere Halle bauen würde», sagt Strehler und winkt ab. Oder zumindest die Koordination anpasst, um Leerstände zu vermeiden. Die rege Vereinskultur in Kreuzlingen kommt wohl langsam an ihre Grenzen. Doch der UHC Kreuzlingen lässt sich wegen etwas Platzmangel nicht aufhalten. Ganz im Gegenteil.
Desirée Müller
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