Das über 60 Meter lange Kunstwerk.
14.10.2022 09:24
60 Meter langes Graffiti
Das Weinfelder Jugendwerk hübscht die Unterführung an der Walkestrasse auf
Vom Riesenrad bis zur Kirche - Weinfelder Jugendlichen visualisierten gemeinsam mit dem Graffitikünstler «Drüegg» ein rund 60 Meter langes Kunstwerk zum Thema Weinfelden. So soll aus der «unheimlichen» Unterführung ein Highlight der Stadt werden.
Weinfelden Urs Handte ist der mobile Jugendbeauftragter der Stadt Weinfelden. Seine Touren führten ihr regelmässig durch die dunkle Unterführung der Walkestrasse. Ein Unort, wie ihn der 60-Jährige nennt. «So kam die Idee auf, die Unterführung und die anschliessende Wand entlang der Strasse aufzuhübschen », so der Jugendarbeiter. Die Schweiz zählt zu einem der Hotspots in Sachen Graffitikunst und auch bei der Weinfelder Jugend ist die Kunstform angesagt. Bei Graffitiworkshops ist das Interesse der jungen Teilnehmenden immer sehr gross. So überrascht es wenig, dass auch das aktuelle Kunstprojekt sehr gut angenommen wird. «Die Stadt gab gleich grünes Licht», freute sich Handte. Ein Dutzend Jugendliche visualisierten so ihre «Lebenswelten» in Weinfelden. Für die einen bedeutet Weinfelden ein Fussball als Symbol für einen Verein, für andere ein Glace oder das Sprungbrett der Thurbadi.
Von Weinfeldern für Weinfelden
Der Künstler entwarf daraufhin in seinem Stil die über 60 Meter lange Banderole, welche er am Montag auf die Wände vorzeichnete. Ein «Remix » aus all den vielen Stichworten der jungen Weinfelderinnen und Weinfelder. Bei vielen müsse man aber zweimal draufschauen, um zu erkennen, welches Wahrzeichen oder welche Eigenheit der Stadt wohl gemeint ist. Noch bis morgen sind die Jugendlichen damit beschäftigt, das Kunstwerk mit Malerrollen zu zeichnen. Platz für «Freestylemomente » gebe es genügend. Ihn freut die Kreativität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. «Viele sind in der Hip Hop Szene unterwegs oder skaten. Sich nicht kreativ austoben zu dürfen, ist schwierig für manche «wilden Sprayer». So ist er bemüht, geeignete Plätze für die Nachwuchstalente zu finden. Wenn auch illegal, findet er es legitim, dass sich die Jugendlichen ausprobieren möchten. «Umso wichtiger ist es, ihnen den nötigen Ort für ihre Kreativität zu geben.» Noch bis, morgen können sich Jugendliche am Kunstwerk beteiligen.
www.jugendwerk-weinfelden.ch
Von Desirée Müller