01.12.2022 11:29
Adieu «Tiss»
Mit Richard «Tiss» Tisserand verliert die Thurgauer Kunstszene ein wichtiges Mitglied
Richard Tisserand verabschiedete sich am 23. November 2022 für immer. Zurück bleiben unzählige Werke, Geschichten und Erinnerungen an den Kunstschaffenden.
Kreuzlingen Er fehlt, Richard Tisserand. Nicht nur in der Thurgauer Kunstszene, sondern vor allem als Mensch. Das merkt man schnell, wenn man seine Schaffenskollegen nach ein, zwei geschriebene Zeilen über ihren Freund bittet. Es fällt Cornelia Zecchinel, Präsidentin der Thurgauer Kunstgesellschaft, sichtlich schwer, die richtigen Worte zu finden. Ein ganzes Buch, nein sogar zwei gäbe es über den Künstler und Kurator des Kreuzlinger Kunstraums zu schreiben. Was könnte es Schöneres geben, als solch ein Vermächtnis an Erinnerungen zu hinterlassen? «Richard Tisserand hat als Kurator dem Kunstraum&Tiefparterre Kreuzlingen überregionale Beachtung verschafft. Er hat Experimente zugelassen und war damit oft Ausgangspunkt von Künstler- und Künstlerinnen-Laufbahnen», so die Präsidentin. Doch noch viel wichtiger für sie: «Er war ein überaus beachtenswerter Künstler und ein lieber Freund.»
International bekannt
Richard Tisserand ist in Eschenz geboren und aufgewachsen. Nach der Schule lebte er ein Jahr in Wien, dann zog es ihn weiter. Er pendelte fortan zwischen Paris und dem Thurgau, lebte und arbeitete an beiden Orten. Er stellte in Frankreich, Deutschland und der Schweiz seine Kunstwerke aus . Seine Werke sind heute in der Sammlung des Kunstmuseums Thurgau umfassend repräsentiert. Von 2005 bis 2022 war er Kurator im «Kunstraum Kreuzlingen» und im experimentellen «Medienzentrum Tiefparterre». Bis vor zehn Jahren war er Mitglied der Kulturkommission des Kantons Thurgau.
Stadt Kreuzlingen sagt Danke
Auch Stadträtin Dorena Raggenbass möchte Richard Tisserand «Tiss» im Namen der Stadt Danke sagen: «Er hat uns in Kreuzlingen in so vielen Kultur- und Kunstprojekten begleitet. Wie zum Beispiel die grenzüberschreitende Kunstnacht, die Tiss mit initiiert hat. Er hat den BoulevART ins Leben gerufen und bespielt, im Aufbau des Kulturzentrums war seine Meinung ein Grundstein zur langjährigen Entwicklung. Die Kulturkommission konnte mit ihm ins Leben gerufen werden und der Kulturdachverband verdankt ihm seine Verbundenheit mit der Kunst.»
Zukunft gesichert
Die Tinte auf den Arbeitsverträgen seiner Nachfolger war noch feucht, als sich Richard Tisserand für immer verabschiedete. Fast, als hätte er darauf gewartet, bis «sein» Werk in sicheren Händen war. Die Kunst begleitete ihn somit bis zur letzten Sekunde. Reto Müller und Ueli Vogt werden ab Januar ihre Tätigkeit aufnehmen und künftig sieben bis acht Ausstellungen umsetzen.
mul