Eröffnung des Notfalltreffpunkts Märstetten (v.l.): Werkhofleiter Willi Lutz, Regierungspräsidentin Cornelia Komposch, Gemeinderat Fritz Hefti und Hans Peter Schmid, Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz und Armee. Werner Lenzin
12.09.2022 14:30
Am Notfalltreffpunkt kann sich die Bevölkerung orientieren
Eröffnung des neuen Notfalltreffpunkts in Märstetten
Im Beisein von Regierungspräsidentin Cornelia Komposch, Chefin des Departements für Justiz und Sicherheit, wurde am Montag im Werkhof der Politischen Gemeinde Märstetten der neue Notfalltreffpunkt des Kantons Thurgau eröffnet. Dieser dient dazu, die Bevölkerung im Notfall zu unterstützen.
Märstetten Geopolitische Vorkommnisse und Naturereignisse verlangen, auch mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung, dass der Kanton und die Gemeinden die Bevölkerung im Krisenfall unterstützen können. Um dies in Zukunft noch besser gewährleisten zu gewährleisten, werden im Kanton Thurgau flächendeckend Notfalltreffpunkte eingerichtet. «Die aktuelle Lage zeigt, wie fragil und verletzlich unsere Situation ist», begrüsste Regierungspräsidentin Cornelia Komposch die Gemeindevertreter und weitere Gäste anlässlich der Medienorientierung im Werkhof der Politischen Gemeinde Märstetten. Sie wies darauf hin, dass auch die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft Gefahren in sich birgt und der Kanton in Zusammenarbeit mit den sechs regionalen Führungsstäben und den Politischen Gemeinden flächendeckend Notfalltreffpunkte einführt. «Über den ganzen Kanton verteilt gibt es 88 Notfalltreffpunkte, wo sich die Bevölkerung in einem Notfall oder bei einer Katastrophe informieren kann und wo die Gemeindebehörde die Möglichkeit hat, Informationen an die Bewohnerinnen und Bewohner weiterzugeben und diese sich über die Lage informieren können», sagte Komposch. Sollte die Stromverbindung und die gängigen heutigen Informationsmittel ausfallen und nicht mehr funktionieren kann die Gemeindebehörde Unterstützung bieten, dies auch bei einer Trinkwassernotlage.
Flyer für alle Haushaltungen
Gemäss Hans Peter Schmid, Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz und Armee und Stabschef des Kantonalen Führungsstabs ist gesetzlich festgehalten, dass jede Gemeinde ihre Bevölkerung informieren und Warnungen weitergeben muss und die Alarmierung sicherstellen kann. In diesen Tagen erhalten alle Haushalte im Kanton den Flyer «Ihre Anlaufstelle im Ereignisfall», welche die Bevölkerung umfassend orientiert. «Dass Märstetten den Notfalltreffpunkt im Feuerwehrdepot einrichtet, erachte ich als sehr gute Möglichkeit, zumal die Feuerwehr bereits in einer Viertelstunde bereit ist, die Bevölkerung mit ersten Antworten zu versorgen. Wichtig ist gemäss Schmid auch, dass sich die Bevölkerung selbst auf Notlagen vorbereitet. Dabei nennt er die Wichtigkeit, dass ein auf den Haushalt zugeschnittener Notvorrat für drei Tage vorhanden ist. Gemäss Schmid ist Märstetten die erste Gemeinde, welche die Planung umgesetzt und in einem Gemeinderatsbeschluss gefasst hat. Gemeinderat Fritz Hefti bezeichnete den Notfalltreffpunkt als zentralen Baustein, um in der Gemeinde auch aussergewöhnliche Lagen bewältigen zu können. «Hier können auch Personen vermittelt werden an Personen, die Hilfe bedürfen, aber auch Trinkwasser und allfällige Medikamente abgegeben werden», erklärte Hefti. Er wies darauf hin, dass der Werkhof mit einer Notstromgruppe ausgerüstet wird, welche gewährleistet, dass das Gebäude unabhängig vom Stromnetz betrieben werden kann. Gemäss Hefti ist der Dieselgenerator bestellt und bis zur Lieferung steht ein Ersatz-Dieselgenerator mit gleicher Leistung zur Verfügung. Der Ressortleiter Ausbildungszentrums vom Amt für Bevölkerungsschutz und Armee, Adrian Stieger, zeigte abschliessend die Produkte, welche die Bevölkerung im Notfall informieren: die Internetseite www.notfalltreffpunkt.ch, den Flyer, welcher an die Haushaltungen versandt werden und ein vom Kanton erstelltes Erklär-Video.
Von Werner Lenzin