«Nachdem sich Aric von seinem körperlichen und psychischen Trauma erholt hat, wird er zur Vermittlung frei gegeben. rab
01.09.2022 14:00
«Aric braucht kein Mitleid, sondern ein passendes Zuhause»
Als Welpe wurde Mischling Aric in Rumänien an einem Bein aufgehängt und so lange mit einem Stock geschlagen, bis er verkrüppelt auf Betteltour mitgenommen werden konnte. Über 13'000 Franken spendeten die Leserinnen und Leser dieser Zeitung für Arics Operationen und für seine Physiotherapie. Nach zwei Jahren kann er nun vermittelt werden.
Altnau Als die Kreuzlinger Nachrichten zum ersten Mal über das Schicksal von Aric berichteten, zögerten die Leserinnen und Leser nicht lange und spendeten für den traumatisierten Hund. «Dank dieser Spenden waren die Tierarztkosten gedeckt. Noch zusätzlich ins Gewicht fielen die Beiträge von Patenschaften für Aric, die seine Betreuung bis heute mit Beiträgen unterstützen », berichtet Tierpflegerin Doris Brönimann, die Aric im Tierheim Altnau betreut.
Nachdem Aric das linke Hinterbein amputiert werden musste, wurde das Problem mit dem rechten Hinterbein angegangen, dessen Muskeln massiv verkürzt waren. «Dies, weil er ein Jahr lang mit seinem steifen, inzwischen amputierten Bein, herumhumpeln musste. Auch sein Rücken ist durch die Schläge leicht gekrümmt», berichtet die Tierpflegerin. Mit den Spendengeldern war es möglich, dass Aric über die Genesungszeit zweimal pro Woche Physiotherapie erhielt. «Jetzt erhält er diese noch einmal pro Monat. Abwechselnd mit Wassertherapie», erklärt Doris Brönimann.
Geduld und Erfahrung
War Aric anfangs Fremden gegenüber sehr ängstlich, konnte dies mit verschiedenen Trainingseinheiten und vielen schönen Erlebnissen verbessert werden. «Vor allem Männern gegenüber ist er aber noch recht ängstlich», weiss die Tierpflegerin. Doris Brönimann und die Tierheimleiterin Elisabeth Gmünder freuen sich, dass Aric jetzt so weit ist und vermittelt werden kann. «Nach zwei Jahren wird es Zeit, dass er das Tierheim verlassen darf. Dabei braucht er kein Mitleid, sondern ein passendes Zuhause», betont sie. Gefragt, welche Menschen zu Aric passen, sind sich die beiden Frauen einig. «Aric wird nur in einen Erwachsenenhaushalt vermittelt. Wichtig ist ein eingezäunter Garten. Diesen wird er auch bewachen, da er ein Herdenschutzhund ist.» Ausserdem brauche der gehbehinderte Rüde einen möglichst ebenerdigen Zugang zum Wohnbereich. Auch sei es besser, wenn keine anderen Tiere im gleichen Haushalt leben. «Seine neuen Menschen müssen viel Geduld haben, um sein Vertrauen zu gewinnen. Ist das Eis erst einmal gebrochen, ist er ein anhänglicher verschmuster Hund.» Um Arics Beweglichkeit zu erhalten, sollten sich die neuen Hundehalter bewusst sein, dass er regelmässig mit Physiotherapie und Wassertherapie behandelt werden müsse und dies regelmässig Kosten verursache.
Angelina Rabener