10.03.2022 00:00
Auf diesen Boden kann man bauen
Nächste Sanierungsetappe der katholischen Kirche St. Johannes in Weinfelden
Unter der Rubrik «Unsere Kirche wird neu» führt der Präsident der katholischen Kirche St. Johannes, Roger Häfner-Neubauer, durch die sechste Bauetappe, in welcher der Keramikboden erneuert wird.
Weinfelden Die Kirchenrestaurierung und Neugestaltung der Kirche St. Johannes geht weiter voran. Derzeit wird der Boden in der Kirche erneuert. Roger Häfner-Neubauer erklärt, dass man zu Beginn der Planungsarbeiten davon ausgegangen sei, dass nur die defekten Stellen und die entstehenden Lücken, wie bei den entfernten Lüftungsgittern oder den hinteren Bankreihen, durch neue Bodenfliesen belegt werden müssten. «Aus diesem Grund suchten die Architekten nach einer Keramikfirma, die die vorhandenen Keramikplatten farb- und materialgetreu produzieren kann», berichtet er. In Berlin wurde sie gefunden. Die Firma hat tatsächlich die gelben Platten als Standard in der richtigen Grösse und dem passenden Farbton im Programm. Die braunen Platten wurde in der betriebseigenen Manufaktur nachgebrannt und es gelang, den richtigen Farbton zu treffen. «Bald wurde aber klar», so der Kirchenpräsident, «dass sich viele alte Fliesen aus dem Jahr 1962 zusammen mit dem Mörtel vom Betonboden gelöst hatten und dadurch Hohlräume entstanden. Die Gefahr, dass ein Dominoeffekt entsteht und bei den Reparatur- und Ergänzungsarbeiten die Bruchstellen weiterwandern, schien dann doch zu gross. So entschieden wir uns, den gesamten Boden zu erneuern.»
Erst Schund, dann geschützt
«Was die Grosseltern für Schund hielten, stellen die Enkel unter Denkmalschutz». Diese Aussage, frei nach Martin Sax, kam Roger Häfner-Neubauer in den Sinn, als er las, dass der Keramikboden aus dem Jahr 1962 von der damaligen Baukommission als «schlechte Arbeit» beurteilt worden war. «Im Ohr habe ich gleichzeitig die anerkennenden Worte aus der aktuellen Baukommission zu gleichem Boden und der präzisen Verlegearbeit des damaligen Plattenlegers.» Für die Mitarbeitenden der Firma Oertig, die derzeit den Boden verlegt, wird es in den nächsten Wochen zu einer Herausforderung, das Kirchenschiff mit den neuen Platten zu belegen. Es erfordere Präzision, um in der Breite und Länge das Muster so präzise auszulegen, wie das vorher der Fall gewesen war, weiss der Kirchenpräsident. «Aber die Anerkennung der Denkmalpflege zu ihrer Arbeit im Chorraum ist ihnen schon sicher.»
Von Angelina Rabener