10.08.2023 14:43
Auf Wurzelwegen zurück zur Natur
Ein Besuch bei Jacqueline Baumann auf ihrem Hof in Langrickenbach - mit dabei die «moderne Schamanin» Regula Zwicky. Ein einmaliges Erlebnis
Apfelbäume wieder «happy» machen und eine Ära für die neue Generation auf dem Wurzelweg
Langrickenbach Wir laufen mit gemächlichen Schritten durch eine Allee aus Apfelbäumen. Es ist ein warmer
Sommertag im Juli und ein leises Lüftchen weht durch die Obstbäume, die schon so manches erlebt haben. Ich darf Regula Zwicky und Jacqueline Baumann an einem besonderen Tag begleiten, ohne Erwartungen ohne jegliche Ahnung, was passieren wird. Den beiden geht es gleich, erfahre ich später. Planen könne man solch ein Ereignis nicht, sondern gehe mit dem «Flow». Regula Zwicky ist psychologische Beraterin und begleitet Menschen mit ihrer energetischen Arbeit. Ihre innige Verbindung zur Natur brachte sie heute auf den Hof zu Jacqueline Baumann. Gemeinsam mit ihrem Partner Andreas Beurer, der den Betrieb von seinen Eltern übernahm, sind sie aktuell im Aufbau eines besonderen Projektes. Mehr dazu später. Haus und Hof für die «Jungen» vorbereiten Regula Zwicky war bereits vor einem Monat zu Besuch und wandelte durch die «Wurzelwege». «Mit Jacqueline und Andreas zieht eine neue Generation auf dem Hof ein. Zeit, um Platz für die neue Ära zu schaffen und Haus und Hof zu reinigen», so die gelernte Röntgenassistentin. Damit meint sie nicht, den Boden zu kehren und die Fenster zu putzen, sondern die energetische Reinigung mit Ritualen wie das Räuchern der Räume und Orte im Freien mit Salbei oder Wermut. Die beiden Frauen haben sich vor Jahren
durchs Yoga kennengelernt und fanden nun vor kurzem wieder zusammen. Ein solches Projekt zu begleiten,
ist Premiere für Regula. «Die energetische Arbeit ist nicht trennbar, Energie ist überall. Egal, ob man mit Menschen arbeitet oder mit der Natur.» Botschaften aus der Natur deuten Während der Rituale bei ihrem letzten
Besuch empfing die «moderne Schamanin», wie sie sich mit einem Lächeln nennt, Signale der Apfelbäume.
Bei genauerem Betrachten stellten Jaqueline und Andreas fest, dass diese tatsächlich von einem Pilz befallen waren. Das Rätsels Lösung, warum sie nicht gleich in der Blüte standen und Früchte trugen wie in den Vorjahren. «Die Bäume waren nicht ganz happy», sagt Regula Zwicky und streicht über die Rinde eines Obstbaumes. Der Pilz ist mittlerweile verschwunden, die Bäume sich am Erholen. Einige Wünsche haben sie trotzdem noch,
werden wir später erfahren. Wie sie es geschafft hat, die Bäume zu heilen, interessiert mich natürlich brennend.
«Dank Apfelbäumen aus Altnau», sagt Regula und macht mich nur noch mehr neugieriger auf die Geschichte. «Bei mir Zuhause hatte ich Essenzen der Bäume, welche ich vor einiger Zeit von den uralten Hochstämmern gewonnen habe.» Warum genau die Essenzen zu den erkrankten Bäumen von Jaqueline und Andreas «wollten», hinterfragt sie gar nicht erst. Gemeinsam mit Jaqueline träufelte sie die Essenz über die «unglücklichen» Apfelbäume auf dem Hof und sprach ihre Dankbarkeit ihnen gegenüber aus. Es dauerte nicht lange, bis sich der Pilz verabschiedete und sich die Bäume regenerierten. Ich habe natürlich tausend Fragen, wie das möglich ist und was die Essenz auf Naturwissenschaftlicher Basis bewirkt hat – doch ich behalte meine Fragen für mich
und geniesse einfach die Tatsache, dass die Bäume wieder happy sind – oder eben, fast happy.
Erntedankfest am Kraftort
Wir verlassen die Allee für einen Moment und zelebrieren ein kleines Erntedankfest an einem für Jaqueline
und Andreas ganz besonderen Ort. Ein Kraftort, den sie mit Hilfe von vielen helfenden Händen und der Natur in den letzten Wochen geschaffen haben. Der Blick über die Felder bis zum Bodensee ist atemberaubend.
Hohe Holzstehlen umrunden einen Platz umgeben von liebevoll angelegten Gemüse- und Kräuterbeeten. Hier sollen künftig Wurzelgespräche, Wurzelbegegnungen, Wurzelseminare, Naturverbindungen, integrative- und generationenübergreifende Projekte oder Vernetzung der Naturkultur stattfinden - mit Besuchern. Die essbaren
Blüten, welche das Paar unter anderem vor kurzem geerntet haben, finden vielleicht bald ihren Weg in die Küchen von ausgewählten Restaurants oder regionalen Märkten. Die Kräuter werden aktuell schonend getrocknet.
Die beiden sind in einem spannenden Findungsprozess, experimentieren, kreieren Konzepte und schaffen eine farbenfrohe «Wurzelwelt». Regula Zwicky bereitet ihre Utensilien vor, reicht uns einen gebundenen Büschel mit weissem Salbei, den sie bedächtig anzündet. Der Duft ist intensiv, aber angenehm. Begleitet werden wir durch Trommelklänge und obwohl es so neu, so ungewohnt für mich ist, fühlt es sich richtig an. «Die Bäume wünschen sich Gesellschaft», erzählt Jaqueline Baumann nach dem Ritual und ob mans glaubt oder nicht, ich empfing das
gleiche Gefühl. So nicke ich einfach und weiss genau, was sie meint. «Sie wollen nicht nur den Zugang zum
Kraftort sein», sage ich und dieses Mal nicken die beiden Frauen mir zu. «Ich möchte mir mehr Zeit nehmen,
um auch mal unter den Apfelbäumen zu liegen und einfach den Moment zu geniessen», beschliesst Jaqueline.
Nicht nur an die Arbeit im Kräutergarten zu denken, sondern sich voller Dankbarkeit der Natur gegenüber mit ihr zu verbinden und zu entspannen. So gesellen wir uns noch eine Weile zu den Obstbäumen, lauschen dem Wind in den Blättern und beim Zurücklaufen durch die Allee, gleitet meine Hand automatisch über die Rinde, als ob ich einen alten Freund verabschiede.
Wurzelwege
Einen Raum für Verbindung zur Naturkultur, ganzheitliches Wohlbefinden und regionale Vernetzung schaffen, generationenübergreifende Projekte unterstützen, hochwertige Naturprodukte fördern und Naturerlebnisse, Seminare, Kurse und Märkte in Co-Kreation erschaffen. Altes Wissen ehren und neue Wege gehen – etwa so vielfältig sind die Visionen für die Wurzelwege. Wollt ihr diese (Um-) Wege und die ersten Schritte von Andreas und Jacqueline im Wurzelgarten verfolgen? Ihr findet sie mit ihre Wurzelwegegarten-Account über Instagram
@wurzelwegegarten_ch.
Regula Zwicky
Regula Zwicky praktiziert ihre Arbeit in Kreuzlingen. Sie reiste während ihrer Zeit als Flight Attendant um die ganze Welt, lernte die verschiedensten Kulturen kennen und fand mit 29 Jahren den Zugang zu alternativen Heilmethoden. Seither bildet sie sich stets weiter und gilt heute als Spezialistin unter anderem in Bachblüten
Therapie und in Energetischer und Transpersonaler Psychologie. Sie ist Autorin der kürzlich erschienen Bücher zu dem Thema Mensch und Natur, Mensch und Bewusstsein: «Die Signaturen des Lebens», Aquamarin Verlag 2021, «Die Intelligenz des Körpers und das Bewusstsein der Zellen», Aquamarin Verlag 2022. Weitere Informationen: www.terrafloris.ch
Von Desirée Müller