Robin Spiri, Präsident der Gruppierung «Aufrecht». zVg
06.02.2023 13:35
«Aufrecht» darf Konto eröffnen
Der Verein «Aufrecht» darf jetzt doch ein Konto bei der Kantonalbank eröffnen
Wie der Verein «Aufrecht» mitteilt, haben die Verantwortlichen bei der Thurgauer Kantonalbank (TKB) eingelenkt. Die umstrittene Organisation darf nun ein Konto eröffnen.
Frauenfeld «Aufrecht Thurgau» bekommt das beantragte Vereinskonto bei der Thurgauer Kantonalbank. Dies geht aus einer Medienmitteilung hervor. «Letzte Woche wurde uns seitens der Thurgauer Kantonalbank mitgeteilt, dass das von Aufrecht Thurgau beantragte Vereinskonto abgelehnt wird», schreibt Robin Spiri, der Präsident der Gruppierung, darin. Nach einer internen Überprüfung seitens TKB sei ihm heute mitgeteilt worden, dass das Konto ordnungsgemäss eröffnet wird. Ist die TKB eingeknickt ob des öffentlichen Drucks, dem «Shitstorm», wie man so schön sagt? Eine Sprecherin der Bank dementiert dies. «Es kann verschiedene Gründe geben, dass wir kein Konto eröffnen können – Banken müssen für die Eröffnung neuer Kundenbeziehungen zahlreiche Auflagen einhalten», schreibt sie. Wichtig sei: «Die Interpretation von Aufrecht Thurgau, wir würden aufgrund ihrer politischen Ausrichtung die Eröffnung eines Kontos ablehnen, trifft nicht zu. Unsere Bank eröffnet im Grundsatz Konti für Personen/Institutionen jeglicher politischer Couleur.»
Warum interne Überprüfungen stattfinden musste und was diese zutage förderten, darüber will die Medienverantwortliche nichts sagen. «Aus Gründen des Bankkundengeheimnisses können wir zu den Hintergründen im konkreten Fall keine Auskunft geben – ich bitte um Verständnis.»
Die Weigerung der TKB, ein Vereinskonto für «Aufrecht» zu eröffnen, hatte vergangene Woche in der nationalen und sogar internationalen Presse Wellen geschlagen. Robin Spiri machte den Fall publik. «Aufrecht»-Vorstand und Kantonsrätin Barbara Müller sprang ihm zur Hilfe. In einem Brief an den Regierungsrat kritisierte sie den «skandalösen Vorfall» und forderte eine lückenlose Aufklärung. Die Weigerung der TKB lasse «auf einen politisch motivierten Vorgang schliessen».
Stefan Böker