Aufwerten heisst auch verbessern
Rund 80 Personen nutzten die Informationsveranstaltung zum Strassenprojekt Hauptstrasse Nord zur Meinungsbildung.
Rund 80 Personen nutzten die Informationsveranstaltung zum Strassenprojekt Hauptstrasse Nord zur Meinungsbildung.
Stadtrat Ernst Zülle begrüsste am vergangenen Montag rund 80 Gäste im Dreispitz Sport- und Kulturzentrum, die sich knapp zwei Monate vor der Volksabstimmung über das Strassenprojekt zwischen Helvetiaplatz und Hauptzoll informierten.
Im Detail präsentierten die Fachplanerinnen und Fachplaner das Projekt in seiner Gesamtheit anhand von Plänen und Visualisierungen. Regen Gebrauch machten die Anwesenden von der anschliessenden Fragerunde und im persönlichen Gespräch während des Apéros.
Doch zunächst verschaffte Sandro Nöthiger, Leiter Tiefbau, eine Übersicht des Strassenprojekts, das Teil des Agglomerationsprogramms Kreuzlingen-Konstanz ist und dessen Zielen entspricht. Konkret heisst das unter anderem: Verbesserung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden sowie der Aufenthaltsqualität. «Sofern der Baubeginn der Sanierung der Hauptrasse Nord bis Ende 2025 erfolgt, stellt der Bund einen Beitrag von maximal CHF 1'220'000.– in Aussicht, weitere CHF 180'000.– stehen aus dem Strassenfond der ehemaligen Kantonsstrassen zur Verfügung», erklärte Sandro Nöthiger.
Mit Blick auf den Kommunalen Richtplan rückte der Tiefbauchef als nächstes das übergeordnete Strassennetz in den Fokus. Die nördliche Hauptstrasse ist als sogenannte Sammelstrasse definiert und sollte als solche einen verkehrsberuhigten Charakter aufweisen. «Der 400 Meter lange Abschnitt zwischen Helvetiaplatz und Hauptzoll entspricht aktuell jedoch einem verkehrsorientierten Strassenraum und erreicht durch die Sanierung die Qualität einer siedlungsorientierten Strasse», betonte Nöthiger.
Rinaldo Deganello, Bauingenieur bei der Firma Innoplan AG, wies in seinen Ausführungen auf die konkrete Umsetzung hin und präsentierte Pläne des Strassenabschnitts aus der Vogelperspektive sowie im Profil. «Bei der geplanten Fahrbahnbreite von 6.2 Meter werden die Velofahrenden nicht mehr an den Rand gedrängt, Überholmanöver werden bei Gegenverkehr aufgrund der Fahrbahnbreite verunmöglicht», betonte Deganello. Dadurch erhöhe sich die Sicherheit für die Velofahrenden merklich, erklärte der Ingenieur.
Dass die Fahrbahnbreite von 7.5 auf 6.20 Meter reduziert und das Tempo bei 30 Stundenkilometer beibehalten wird, gab während der Fragerunde Anlass zur Forderung, eine Tempo-20-Zone einzuführen und die Fahrbahnbreite zusätzlich zu verringern. «Tatsächlich wäre diese Lösung optimal, aus unserer Sicht ist sie jedoch nicht mehrheitsfähig. Zudem ermöglicht die Strassenbreite von 6.20 Meter das problemlose Kreuzen der Stadtbusse», sagte Stadtrat Ernst Zülle.
Sandro Nöthiger ging in der Folge auf die Anzahl der Parkplätze ein, die im Zuge des Projekts auf 21 reduziert werden. Seit der Bewirtschaftung der Parkplätze als Kurzzeitparkplätze, ist der Parkplatzdruck insbesondere durch die Einkaufstouristen gesunken. «Durch die zahlreichen, neu geschaffenen privaten Parkplätze für Besucherinnen, Besucher, Kundinnen und Kunden sowie der rund 200 öffentlichen Parkplätze in direkter Umgebung, ist der Bedarf sichergestellt.» Sandro Nöthiger belegte dies mit Zählungen durch den Ordnungsdienst während den ordentlichen Parkplatzkontrollen. Fazit: Bis auf zwei Ausnahmen, am Ostersamstag und beim Besuch des Zirkus Knie, waren die Parkplätze meist nur zur Hälfte belegt.
Auffallend rhythmisch und strukturiert angeordnet zeigt sich die Begrünung des Strassenabschnitts, «über den wir ein Raster für die sieben Meter langen Parkplätze und Grünflächen von jeweils 6 mal 3 Meter angelegt haben», erklärte Landschaftsarchitekt Walter Merk, WMG Gartenarchitektur. Noch ist die Wahl des Baumes nicht abschliessend festgelegt, es soll jedoch ein Baum gewählt werden, der gross wird, viel Schatten spendet und minimalen Pflegeaufwand aufweist. Und auch die geplante Unterbepflanzung mit Wildstauden erübrige eine aufwändige und teure Bewässerung und Pflege, erklärte Walter Merk.
Ebenso rhythmisch angeordnet ist die Strassenbeleuchtung, wie anschliessend Luciana Alanis, Lichtgold, ausführte. «Dadurch schaffen wir Sichtverhältnisse, die das Sicherheitsempfinden während den Dunkelstunden erhöhen», erklärte die Lichtplanerin. Insgesamt erfahre der Strassenraum eine visuelle Aufwertung, die auch der Aufenthaltsqualität zugutekomme.
Bevor die Fragerunde startete, erläuterte Sandro Nöthiger die Baukosten für die Sanierung und Aufwertung der Hauptstrasse Nord. Sie belaufen sich auf CHF 3'800'000.–. Mit dem Bundesbetrag aus dem Agglomerationsprogramm von CHF 1'220'000.– und CHF 180'000.– aus dem Strassenfond der ehemaligen Kantonsstrassen ergeben sich Netto-Kosten von CHF 2'400'000.–.
Stadtrat Ernst Zülle bat die anwesenden Gäste anschliessend zum Apéro und verwies noch auf die Volksabstimmung vom 18. Juni. «Wir hoffen, dass die Kreuzlinger Bevölkerung diesem Strassenprojekt zustimmt. Wir haben es breit abgestützt und sind überzeugt, dass es unsere Stadt aufwertet und wir für die nächsten 40 bis 50 Jahre, also für die nächsten Generationen, eine attraktive Verbindung beider Städte schaffen.» ⋌
⋌IDSK
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