Bernhard Aggeler, Leiter Sportamt Weinfelden, sucht dringend Bademeister-Personal.
01.06.2023 09:25
Bademeister Notstand
Stadt Weinfelden sucht dringend Bademeister
Die ganze Schweiz sucht händeringend nach Bademeisterinnen und Bademeistern. So auch Weinfelden für ihre Thurbadi. Bernhard Aggeler, Chef Sportamt der Stadt, erzählt, für wen sich die spannende Saisonstelle eigenen würde.
Weinfelden «Es gibt aktuell noch keine Lehre oder gebündelte Ausbildung zum Badmeister. Diesen Sommer wird bei der Lehre zum Fachmann/Fachfrau Betriebsunterhalt erstmals die Richtung Sportanlagen angeboten, bei welcher das Handwerk des Badmeisters erlernt wird», erklärt Aggeler. Doch dies löse nicht den aktuellen Notstand. «Die ersten Auszubildenden schliessen die Lehre also erst in gut drei Jahren ab. Doch wir brauchen jetzt Unterstützung in der Thurbadi.» Die Dauerstellen werden jeweils verhältnismässig schnell besetzt. Die festangestellten Badmeister arbeiten in der Badi wie auch im Hallenbad. Auch die Saisonstellen des Kassenpersonals konnten zeitnah belegt werden. Aggeler sieht hier auch die allgemeine Personalknappheit als mögliches Problem: «Eine Badmeisterin und ein Badmeister arbeiten in der schönen Jahreszeit, dann und dort, wo man seine Freizeit verbringt. Speziell die Arbeit an den Wochenenden ist deshalb nicht für alle attraktiv.» Handkehrum sieht er den Arbeitsort auch als Vorteil an. «Die Gäste sind gut gelaunt, die Tätigkeiten anspruchsvoll und abwechslungsreich.» Wer gerne die vier «M's» befolge, sei richtig in dem Beruf. «Man muss Menschen mögen», sagt der Sportchef und lächelt. Drei Bewerbungen hat er auf die bisherigen Bemühungen erhalten. Leider brachten die Bewerberinnen und Bewerber nicht die nötigen Schwimmbrevets mit. Doch heute sind die Verantwortlichen soweit, dass sie auch Badmeister-Neulingen eine Chance geben und ihnen die Ausbildung ermöglichen würden. Diese sei bei guten Schwimmkenntnissen relativ einfach abzuschliessen, in der Ostschweiz gebe es fast täglich Kurse. Das handwerkliche Geschick könne man hingegen nicht in dem einwöchigen Kurs erlernen. Gut Schwimmen und Tauchen reiche nun mal nicht für den Job. «Eine Badmeisterin oder ein Badmeister muss auch die technischen Anforderungen eines Schwimmbades kennen, muss Störungsmeldungen interpretieren und diese beheben können.» Somit seien Bewerberinnen und Bewerber mit einem handwerklichen Background sicherlich im Vorteil.
Von Desirée Müller
Langfristige Lösung muss her
Dass in Zukunft nicht jedes Jahr der gleichen Effort aufgebracht werden muss, sucht man bei der Stadt neue Wege und ist auch bereit das aktuelle Anstellungssystem zu überdenken. Der Arbeitsaufwand in diesem Frühjahr war überdurchschnittlich gross und leider noch nicht von Erfolg gekrönt.. Er fragte Schwimmvereine an, ehemalige Angestellte, schaltete Werbung- alles vergeblich. Als Massnahme wurde der Start in die Hauptsaison auf die Sommerferien verschoben und gewisse Angebote wie das Frühschwimmen gestrichen. Keine schöne Aufgabe, doch die Sicherheit lasse es nicht zu, den Betrieb mit zu wenig Personal laufen zu lassen. Immerhin gebe es 200 Meter Schwimmfläche im Auge zu behalten.