Christian Hauser (links) und Andreas Netzle freuen sich über die Zusammenarbeit. Kurt Peter
19.09.2024 05:00
Bessere Probebedingungen
Jugendmusik bekommt im evangelischen Kirchgemeindehaus Ersatz für «Schlüssel» und «Gaissbergstrasse»
Die Jugendmusik Kreuzlingen bekommt eine neue zweite Heimat: Im evangelischen Kirchgemeindehaus bezieht der Verein neue Proberäumlichkeiten. Dazu sind bauliche Massnahmen in Büros, dem Keller und dem grossen Saal notwendig.
Kreuzlingen «Seit meinem Amtsantritt als Präsident der Jugendmusik Kreuzlingen war die Verbesserung der Übungsinfrastruktur ein ganz wichtiges Thema», erklärt Präsident Andreas Netzle. Bereits im Mai 2022 sei er deshalb mit der damaligen Kirchgemeindepräsidentin Susanne Dschulnigg in Kontakt getreten um auszuloten, ob es im Kirchgemeindehaus Räumlichkeiten gebe. Nun kommt der Verein diesem Ziel einen ganz grossen Schritt näher. Er findet im evangelischen Kirchgemeindehaus eine neue Heimat, die Jugendmusik bezieht drei grosse Büroräume im Parterre sowie den grossen Saal und zwei Räume im Keller. «Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, den Saal als Orchesterproberaum nutzen zu können, der bestehende Übungsraum entspricht den Bedürfnissen überhaupt nicht mehr».
Unterstützung vom Kanton
In zwei Büros (den Räumen Johannes Zwick und Gotthelf) entstehen je vier Kabinen für den Instrumentenunterricht, dazu kommt ein Büro im Parterre, im Keller wird der Schlagzeugunterricht sowie der Vereinsraum für das Symphonische Blasorchester (SBO) untergebracht. «Das SBO wird unser Untermieter, der neue Vereinsraum für das Orchester wird unerlässlich, da der Mietvertrag in der Liegenschaft Schlüssel Ende Jahr ausläuft», so Andreas Netzle. Da der Vertrag mit der evangelischen Kirchgemeinde ab 1. Januar in Kraft tritt, ist ein schneller Übergang möglich. Bei den neuen Übungslokalen und dem Saal ist dies nicht der Fall.
In den Büros müssen neue, schallisolierende Wände eingezogen werden, im Saal sind einige akustische Massnahmen notwendig. «Schallmessungen durch Fachleute haben einen grossen Bedarf ergeben», sagt der Vereinspräsident. Nach dieser Ertüchtigung verfüge die Jugendmusik wieder über einen grösseren und besseren Saal, der für Proben und kleinere Konzerte absolut geeignet sei. Gerade für das Symphonische Blasorchester sei der neue Proberaum eminent wichtig. Andreas Netzle spricht von Investitionen in Höhe von 150'000 Franken für alle Massnahmen im evangelischen Kirchgemeindehaus inklusive Anschaffungen wie etwa neue Stühle für die Musizierenden.
Der Regierungsrat hat dem Verein bereits 30'000 Franken aus dem Lotteriefonds zugesprochen. Weitere Beiträge kämen von Gönnern und Sponsoren. Und natürlich würden die Mitglieder beider Vereine viel an Eigenleistung einbringen. «Auch die Stadt hat Beiträge zugesagt, allerdings muss die Budgetabstimmung im Gemeinderat und an der Urne abgewartet werden». Die Leistungsvereinbarung mit der Stadt werde erneuert: «Da auch der Mietvertrag mit der Liegenschaft an der Gaissbergstrasse ausläuft, handelt es sich beim Umzug nicht um eine Erweiterung, sondern um einen neuen, zweiten Standort neben dem Gemeindeplatz in Egelshofen».
Jugendmusik statt Alterszentrum
«Die evangelische Kirchgemeinde kann die Räumlichkeiten auch deshalb zur Verfügung stellen, weil das Alterszentrum Kreuzlingen die Büros vom Kirchgemeindehaus in den Neubau des Hauses C gezügelt hat», erklärt Kirchgemeindepräsident Christian Hauser. Zudem seien die Räumlichkeiten im Anbau des Pfarrhauses wieder frei geworden. Der Mietvertrag mit der Jugendmusik sei auf zehn Jahre abgeschlossen. Die Behörde sei froh, mit der Jugendmusik eine Mieterin gefunden zu haben, «die auch Leben ins Haus bringt». «Es ist festgehalten, dass die Kirchgemeinde den Saal an 35 Tagen im Jahr benutzen kann, das entspricht unserem Bedürfnis und wir kommen gut aneinander vorbei», ist Christian Hauser überzeugt. Kirchgemeindeversammlungen beispielsweise könnten ja auch öfter in einer Kirche stattfinden, ergänzt er.
Eine Herausforderung für die Ertüchtigung des Saals ist die Tatsache, dass dieser, wie das gesamte Kirchgemeindehaus, unter Denkmalschutz steht. «Bei unseren Planungen mussten wir darauf Rücksicht nehmen. Wir verbauen vorwiegend akustische Teile an der Decke und an den Wänden, teilweise kommen auch mobile Elemente zum Einsatz», so Andreas Netzle. Vor der Schiebewand zum kleinen Saal werde ein Vorhang eingesetzt, «bei Bedarf kann so der Saal in ganzer Grösse verwendet werden».
Von Kurt Peter