Bierli trinkä in dä Chile
David Pérez «mischt» die katholische Kirche mit seinen unkonventionellen Ideen auf
Mit David Perez hat sich die Katholische Kirchgemeinde Kreuzlingen einen Energie geladenen «Macher-Typen» mit an Bord geholt.
Mit David Perez hat sich die Katholische Kirchgemeinde Kreuzlingen einen Energie geladenen «Macher-Typen» mit an Bord geholt.
Kreuzlingen Seine kräftigen Arme sind bunt tätowiert, der graue Vollbart perfekt gepflegt, die Haare mit Gel nach hintengekämmt. David Perez bringt nicht nur mit seinem Erscheinen neuen Wind in die Katholische Kirchgemeinde Kreuzlingen. Ob die Motorradtour rund um den Bodensee, die Brauereibesichtigungen des Kloster Fischingen oder das Fiirobetbier, welches am 7. November startet: Der neue Pfarrei- und Sozialarbeiter steht gerade mal seit einem Monat in einem 50 Prozent- Pensum für die Kirche im Einsatz und hat bereits die Schublade voll mit Projektideen. Doch dort sollen sie nicht bleiben.
Trifft man David Pérez einmal, vergisst man ihn nie. Nicht wegen seines auffälligen Ausstehens, nein, wegen seiner Geschichten. Seit 30 Jahren ist der Familienvater in der Rettung tätig. Früher als Sanitäter, heute in einer leitenden Position auf der 144-Notfallzentrale in St. Gallen. Doch Perez führt ein «Doppelleben ». Er ist der Grossmeister des Ordo Equestris Reginae Caeli (OERC) - einem Marien Ritterorden. Vereidigt mit einem Schlag ins Gesicht und der Klinge auf den Schultern. Seit Generationen sind die Perez' Ritter und engagieren sich stark für soziale Projekte. Seine Lebensphilosophie passt somit perfekt in sein neues Jobprofil. «Selbst Papst Franziskus verkündet, dass man neue Weg einschlagen soll. Auch wenn ich auf den ersten Blick nicht ins Bild eines Pfarreiarbeiters passe: Man soll das Buch nie nach seinem Einband bewerten », sagt er und lächelt. «Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance bekomme, mich mit neuen Ideen in der Kirche einbringen zu können.» Die Erweiterung des Teams mit David Perez setzt ein Statement bei der Kirchgemeinde. Neue Zielgruppen sollen durch bisher ungewohnte Aktivitäten erreicht werden. Die Kirche wagt einen Schritt aus ihrer «Comfortzone» und übergibt dem kreativen Macher-Typen Perez viele Freiheiten. «Alles sind sehr offenen meinen Ideen gegenüber. Wir pflegen einen wunderbaren Austausch und ich habe mich noch nie bei einem Arbeitgeber so herzlich willkommengeheissen gefühlt.»
Auf dem Flyer prangt ein grosses Bier und der Titel: «Fiirobig Bier im Kirchgemeindehaus? Geht so etwas denn? Ja!». Ab dem 7. November lädt David Pérez immer montags von 17 bis 19 Uhr die Bevölkerung auf ein Bier ein. «Einfach mal den Arbeitsstress abladen oder da lassen wo er hingehört und ihn nicht mit nach Hause nehmen», so der Veranstalter. Er sei gespannt, wie das Angebot ankomme. Die Kirche sei viel mehr als : «Jedä Sunntig uft Bank chnüüle», wie er sagt. Eine Einstellung, «Die Kirche muss authentisch sein, nichts vorspielen», ist er überzeugt. Mit seinen Ideen rennt er zumindest bei seinen Teammitgliedern offene Türen ein. Richtig spannend wird dann die Umsetzung für David Pérez. Zu viel dürfe er noch nicht verraten, aber auch die Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger werden wohl nächstes Jahr so einige «verrückte» Aktivitäten zukommen.
Von Desirée Müller
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