Fabia Danubio und Maria Keller freuen sich auf das Besmerhuusfest. Kurt Peter
08.09.2022 07:00
Das Besmerhuus blickt zurück und voraus
Vor 25 Jahren wurde der Verein Besmerhuus gegründet
Das diesjährige Besmerhuusfest steht im Zeichen des 25-Jahr-Jubiläums. In dieser Zeit hat sich viel getan, heute nennen 35 Klientinnen und Klienten das Besmerhuus ihr zu Hause. Betreut werden hier Menschen mit kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen.
1997 begann die Geschichte des Vereins Besmerhuus. Es war die Fusion des Vereins sozialtherapeutscher Werkstätten und des Vereins Heims zur Bütte in Sitterdorf. Die sozialtherapeutischen Werkstätten hatten bis dahin nur extern beschäftige Klienten, der Verein Bütte brachte 18 Klienten mit, die im Wohnheim untergebracht wurden. 2001 wurde der Katharinenberg in Nussbaumen geschlossen und 15 weitere Betreute aufgenommen. «Damals musste der Verein die Liegenschaft Haus zur Brück in Kreuzlingen teuer mieten, am Standort Besmerstrasse hatten wir keinen Platz», erinnert sich Maria Keller, stellvertretende Geschäftsführerin, zuständig für Finanzen und Personal.
Betreuung von Regivelo
«Das Thema Bau beschäftigte den Verein seit Bestehen, 2005 wurde die Verwaltung saniert, 2008 begannen erste Planungen für das Wohnheim für die drei Gruppen», so Fabio Danubio, seit 1. März Geschäfts- und Heimleiter. Der Neubau wurde 2014 eröffnet. Heute werden im Besmerhuus 35 Klientinnen und Klienten in den Werkstätten beschäftigt und im Wohnheim untergebracht. Von den zwölf Tagesstättenplätzen sind zehn besetzt. «Wir betreuen Menschen mit mittelschweren bis schweren kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen», erklärt Danubio. Das Besmerhuus bearbeitet auch externe Aufträge, etwa für die Stadt Kreuzlingen. «Es freut uns besonders, dass wir für Regivelo, dem regionalen Veloverleih, arbeiten können». Dem Besmerhuus obliegt die Wartung und Reinigung der Fahrräder, die Verteilung an die einzelnen Stationen sowie, wenn nötig, deren Reinigung. « Für die Integration eine sehr wertvolle Aufgabe». Zuständig für Klientinnen und Klienten sind 62 Mitarbeitende in den Bereichen Betreuung, Sozialpädagogik, Hauswirtschaft, Hauswartung und Verwaltung. Die Philosophie: Die betreuten Menschen mit einbeziehen und teilhaben lassen, dies im Rahmen der Möglichkeiten.
Altersstrategie entwickeln
«Für uns steht nun eine Arealstrategie im Mittelpunkt», erklärt Fabio Danubio. Die 5000 zur Verfügung stehenden Quadratmeter an der Besmerstrasse seien schlecht ausgenutzt. Zudem sei die Villa «Adler» deutlich in die Jahre gekommen, Sanierungen und die Umsetzung des behindertengerechten Zugangs sollten bald in Angriff genommen werden. «Ausserdem müssen wir die Werkstätten neu einrichten, sie entsprechen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit», ergänzt Maria Keller. Zudem soll eine Altersstrategie entwickelt werden. «Es geht uns um ein vielfältiges Freizeit-Angebot für die vielen Pensionäre die bei uns wohnen, für Menschen über 65 Jahre». Und es gehe auch um die Planung der letzten Lebensjahre. «Denn bei uns dürfen die Menschen sterben», sagte Fabio Danubio. «Es gibt Betreute, die ein Gespräch über die Gestaltung des letzten Lebensabschnittes wünschen».
Von Kurt Peter