16.11.2022 08:41
«Das ist eine Katastrophe»
Aus noch unbekannten Gründen brannte am Samstagnachmittag in Kreuzlingen der Dachstock der Liegenschaft Helvetia an der Hauptstrasse. Eine Bewohnerin musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht werden. Der Hausbesitzer spricht von einer Katastrophe.
Kreuzlingen Gegen 14.20 Uhr gingen bei der Kantonalen Notrufzentrale mehrere Meldungen über den Dachstockbrand an der Hauptstrasse ein. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte traten bereits Flammen aus dem Dach des Wohn- und Geschäftshauses. Eine 51-jährige Bewohnerin musst wegen einer möglichen Rauchgasvergiftung durch den Rettungsdienst ins Spital gebracht werden. Dieser Verdacht hat sich inzwischen nicht bestätigt. Am Gebäude entstand Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken.
Absperren und Dach sichern
Die Feuerwehr Kreuzlingen war rasch vor Ort und wurde durch die Feuerwehr Tägerwilen mit dem Hubretter unterstützt. Während den Löscharbeiten musste der Verkehr für mehrere Stunden örtlich umgeleitet werden. Die Brandursache ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen durch den Brandermittlungsdienst sowie den Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Thurgau.
Hausbesitzer Jürg Pengler spricht von einer «Katastrophe». Über Schadensumme und Brandursache könne er nichts sagen. Die Umgebung müsse nun abgesperrt werden. «Es sind viele lose Teile vorhanden, wir riskieren keine Verletzten aufgrund von herunterfallenden Trümmern», so der Architekt. An dieser zentralen Stelle sei die Bahnlinie, Boulevard, Haupt-, und Bahnhofstrasse. Ausserdem müsse der Dachstuhl, oder was davon noch übrig sei, genau untersucht werden. «Teilweise muss dieser wohl abgebrochen werden, dann müssen wir, um weitere Schäden im Innern der Liegenschaft zu vermeiden, das Dach abdecken». Schwierig sei auch die Situation der Mieter: «Es waren Büros, Schulungszimmer und der Outlet-Store der Firma Schiesser untergebracht». Dieser Outlet-Store werde in nächster Zeit sicher nicht mehr aufmachen, «wenn überhaupt». Denn eigentlich ist das Geschäftshaus «Helvetia» ein Abbruchprojekt und soll einer neuen Überbauung weichen. Auch hier ist die Situation schwierig: «Wir warten auf die Genehmigung der Ortsplanungsrevision um die Pläne umzusetzen». Es sei sehr fraglich, ob die Immo H2J GmbH als Besitzerin vor dem ohnehin geplanten Abbruch noch in die Liegenschaft investieren wolle.
kapo/kp