Das Priesterhaus Bernrain soll teilsaniert werden. Unter- und Erdgeschoss werden von der Montessori-Schule genutzt. zVg
22.11.2023 07:00
«Das ist keine Luxuslösung»
Priesterhaus Bernrain: Am 3. Dezember wird über Sanierungskredit abgestimmt - Nutzung der Obergeschosse offen
Die katholische Kirchgemeinde möchte das Priesterhaus Bernrain einer Teilsanierung unterziehen. Über den Teilkredit von 1,75 Millionen Franken werden die Stimmberechtigten an der Urne entscheiden. Ziel der Sanierung: Platz für die Montessori-Schule schaffen und trotzdem möglichst flexibel bleiben.
Kreuzlingen Bereits im Jahr 2019 sagten die Stimmberechtigten der katholischen Kirchgemeinde Ja zu einem Renovationskredit von 2,1 Millionen Franken. Architekt Markus Amstutz hatte damals den Projektwettbewerb gewonnen und zeichnet auch für die geplante, neue Teilsanierung verantwortlich. «Das vorliegende Projekt zeigt keinen wesentlichen Unterschied auf, deshalb machte es keinen Sinn, einen neuen Wettbewerb zu lancieren», erklärt Simon Tobler, Leiter Verwaltung der Kirchgemeinde.
Montessori-Schule wächst
Die Kirchgemeinde wolle mit der Sanierung zwei Hauptziele erreichen. Es handle sich nicht um einen modernen Aus- und Umbau mit luxuriösen Annehmlichkeiten, sondern um eine kostengünstige und einfache Variante, so Simon Tobler. «Der Teilumbau wurde so konzipiert, dass wir uns für die Zukunft alle möglichen Nutzungsoptionen offenhalten und eine grosse Flexibilität besitzen». Deshalb seien die beiden Obergeschosse auch nicht in der Teilsanierung inbegriffen. «Deren Nutzung und auch die Nutzung des Dachgeschosses sind völlig offen».
Räume im Priesterhaus dürfen nur an Institutionen vermietet werden, die im öffentlichen Interesse arbeiten. «Das Haus liegt in der öffentlichen Zone und deshalb gilt diese Beschränkung mit der uralten Ausnahme, dass Priester hier wohnen dürfen», erklärt Simon Tobler. Die Montessori-Schule erfülle die Bedingungen, sie sei 2021 eingezogen und benutze Unter- und Erdgeschoss. Sie brauche mehr Platz, um den Schulbetrieb auch in Zukunft aufrechterhalten zu können. Im Untergeschoss werde die Küche modernisiert und eine einfache Toilettenanlage installiert. Aus den beiden Garagen werde ein Aufenthaltsraum geschaffen. Im Erdgeschoss werde das Badezimmer zu einer einfachen Toilettenanlage umgebaut.
Herausforderung Energie
«Die bestehende Haustechnik ist veraltet und bedarf dringend einer Erneuerung», sagte Simon Tobler. Diese werde im Untergeschoss erstellt, ausserdem werde der 15'000 Liter umfassende Öltank ersetzt. Geheizt werde nach der Sanierung mit Wärmepumpe. «Das Priesterhaus ist als wertvoll eingestuft, damit sind bezüglich des Umbaus auch Auflagen einzuhalten». Von einer Aussen- oder Innendämmung sei abgesehen worden. Um dennoch einen besseren Energiewert zu erreichen - «von tiefrot bis wenigstens orange», wie es Simon Tobler umschreibt - werde der gesamte Deckenbereich zum Dachgeschoss gedämmt. Die Fenster und Abdichtungen im Untergeschoss würden neu erstellt, im Erdgeschoss verbessert. Eingebaut wird auch ein durchgehender Lift. «Im Treppenhaus muss der asbesthaltige Deckputz entfernt werden, für Bewohner Josef Gander und die Montessori-Schule heisst das, dass ab Baubeginn bis nach den Sommerferien Alternativen benötigt werden. Wir haben für beide passende Lösungen gefunden», so Simon Tobler.
Die Erschliessung soll über die Brunnenstrasse erfolgen, auch weil die Zufahrt über die Bernrainstrasse sehr gefährlich ist. Mit der Montessori-Schule sei festgelegt worden, dass diese bei einem Auszug einen Betrag an den Investitionskosten zurückzahlen müsse. Dieser Betrag verringere sich monatlich und laufe nach fünf Jahren aus. Die Schule bezahle, wie auch die anderen Bewohner, einen marktüblichen Mietpreis, «der noch nicht definitiv festgelegt ist». Für die Teilsanierung darf Geld aus dem Peter Vetterli Fonds genommen werden, damit können die Kosten bis auf 300'000 Franken aus dem Legat bestritten werden.
Von Kurt Peter