Ein sicheres Gefühl auf dem Weg nach Hause. Die Stadt soll ein "Heimwegtelefon" prüfen. zVg
20.10.2022 06:00
Das mulmige Gefühl nehmen
Die SP-Gemeinderatsfraktion will das Gefühl der Sicherheit auf dem Heimweg verstärken
Die SP-Gemeinderatsfraktion fordert den Stadtrat auf, die Möglichkeit eines so genannten «Heimwegtelefons» für die Stadt zu prüfen. Damit soll das ungute Gefühl, im öffentlichen Raum unterwegs zu sein, genommen werden.
Kreuzlingen «Nachts allein nach Hause zu gehen, kann manchmal unheimlich sein», schreibt die Fraktion in ihrem Postulat «Heimwegtelefon». Ein Telefonat könne einem dieses mulmige Gefühl nehmen. «Doch was ist, wenn es für einen Anruf in der Nacht zu spät ist, da Freunde oder Familie bereits schlafen oder nicht erreichbar sind? In diesem Fall hilft das Heimwegtelefon», begründet die Fraktion ihr Postulat.
Mit Pilotprojekt starten
Das Heimwegtelefon sei eine Hotline, die nachts, sei es nach einer Spät- oder Nachtschicht sowie dem Ausgang angerufen werden könne. Am anderen Ende der Leitung sitze eine Person, die einen auf dem Nachhauseweg begleite und im Notfall die Polizei verständigen könne. «In Kreuzlingen kann man sich wohl fühlen, das Heimwegtelefon soll keinesfalls den Eindruck erwecken, dass dies nicht der Fall ist». Dennoch gebe es nachts im Dunkeln, besonders bei Frauen nicht selten dieses ungute Gefühl im öffentlichen Raum unterwegs zu sein.
«Wenn mit einem Anruf dieses Gefühl genommen werden kann, ist das Ziel des Heimwegtelefons erreicht». Es gebe bereits mehrere Apps, die dieses Ziel verfolgten. Das Gefühl der Sicherheit vermittle ein Telefonat nachweislich mehr. Die Idee des Heimwegtelefons gebe es bereits in anderen Städten. «Mit einer Pilotphase kann eruiert werden, ob das Bedürfnis eines Begleittelefons für die Menschen in Kreuzlingen ebenso gegeben ist», so das Postulat. Zusätzlich soll bei der durchaus legitimen Diskussion um das Einsparen von Energie durch eine mögliche Reduktion der nächtlichen Beleuchtung im öffentlichen Raum, der Aspekt des individuellen Sicherheitsgefühls der Kreuzlinger Bevölkerung miteinbezogen werden».
Kooperation sinnvoll
Eine überregionale Kooperation mit anderen Gemeinden und Städten sei denkbar, aus Sicht von Ressourcen vermutlich erstrebenswert. Bei Lancierung dieses Angebots beständen zudem weitere Möglichkeiten, wie die Restaurants und Bars zum Beispiel mittels der Kampagne «ist Lisa da?» miteinzubeziehen, die Bevölkerung auf das Handzeichen «Signal for Help» zu sensibilisieren oder weitere Instrumente zu prüfen, die zu einem höheren Gefühl der Sicherheit im öffentlichen Raum beiträgen», schreibt die SP abschliessend.
Von Kurt Peter