24.02.2022 00:00
«Das System ist nicht mehr zeitgemäss»
Eine Motion verlangt die Gleichbehandlung aller Kreuzlinger Kindertagesstätten
Eine Motion von Christian Brändli und Alexander Salzmann will, dass alle Kindertagesstätten, welche die kantonalen Bedingungen erfüllen, mit einer Leistungsvereinbarung dem Verein Kreuzlinger Kinderkrippe gleichgestellt werden. Die Zahl dieser Institutionen hat sich auf acht erhöht.
Kreuzlingen «Es ist Zeit, dass wir in Kreuzlingen dem Wandel in der ausserschulischen Betreuung gerecht werden», sagt Gemeinderat Christian Brändli. Zusammen mit Ratskollegen Alexander Salzmann hat er deshalb eine Motion zum Thema «Kindertagesstätten» eingereicht. Diese verlangt, dass alle Kindertagesstätten in Kreuzlingen, welche die Bedingungen des Kantons erfüllen, gleich behandelt werden.
Gleiche Leistungsvereinbarungen
Die Motionäre stören sich daran, dass die im Jahre 1991 vom Volk genehmigte Botschaft «Vereinbarung über den Betrag der Stadt an den Verein Kreuzlinger Kinderkrippe von 350'000 Franken zusätzlich Teuerung» auf unbestimmte Zeit abgeschlossen wurde. Diese Botschaft hatte zum Ziel, der Unterstützung der ausserfamiliären Tagesbetreuung von Kindern sowie der vom Sozialhilfegesetz auferlegten Pflicht zur Unterbringung von Kindern nachzukommen», wie es in der Motion heisst. «Seit mehr als zehn Jahren werden zudem die Betreuungsangebote in der Kindertagesstätte Doldenhof (früher Zwerglihuus) mit einem Leistungsauftrag von der Stadt mit 100'000 Franken subventioniert», halten die Motionäre fest.
«Heute gibt es neue Kindertagesstätten mit unterschiedlicher pädagogischer Ausrichtung, diese haben sich auf dem Mark gehalten», erklärt Christian Brändli. «Doch ausser den beiden erwähnten Institutionen gehen alle anderen leer aus». In den Kreuzlinger Kindertagesstätten würden rund 500 Kinder betreut, davon in der Felsenburg 73 und im Doldenhof 115. Die Motion verlangt nun die «Gleichbehandlung der Kindertagesstätten bei der Subventionierung der vom Kanton bewilligten Betreuungsplätze mit einem jeweiligen gleichlautenden Leistungsauftrag für die einzelnen Institutionen mit klaren Leistungen und Voraussetzungen».
In Anlehnung an die Horte
Ausserdem verlangt die Motion die Gleichbehandlung der Kreuzlinger Kindertagesstätten bei den Themen «Defizitgarantie» und «Darlehen». «Die Elternbeiträge sollen Einkommensabhängig gestaltet werden», erklärt Christian Brändli. In der Motion heisst es, dass «die Beiträge für Betreuungsplätze von Kreuzlinger Kindertagesstätten durch Vorschulkinder mit zivilrechtlichem Wohnsitz in Kreuzlingen in Anlehnung an des System der Horte der Primarschulgemeinde gestaltet werden sollen».
Von Kurt Peter