Der ältesete Kindergarten im Kanton steht in Tägerwilen. In den kommenden Jahren muss er saniert werden. Kurt Peter
03.11.2022 00:00
Dem Eigenkapital zu Leibe rücken
Tägerwiler Schulbehörde erwartet höhere Steuereinnahmen trotz gesenktem Steuerfuss - Budget 2023 sieht Defizit vor
Das Budget 2023 der Volksschulgemeinde Tägerwilen rechnet mit einem Verlust von 458 800 Franken. Das ist die Folge der beantragten Steuerfussreduktion von drei Prozent auf neu 84 Prozent.
Tägerwilen Viele Schulgemeinden im Kanton Thurgau haben ein Problem: Sie haben zuviel Eigenkapital und wollen das reduzieren. So auch die Volksschulgemeinde Tägerwilen, wie Schulpräsident Daniel Heidegger bei der Präsentation des Budgets 2023 erläuterte. «Der budgetierte Verlust von knapp 460'00 Franken wird das Eigenkapital von 8,5 Millionen Franken Ende 2021 reduzieren. Wenn er denn auch eintrifft», sagte Schulverwalter Peter Ebinger.
Personalaufwand steigt stark
Er ging anschliessend detailliert auf das Budget ein, über das die Stimmberechtigten am 28. November befinden werden. Gegenüber dem Budget 2022 sieht der Ertrag Mehreinnahmen von 750'000 Franken vor. Bei den Steuern erwarte die Schulbehörde höhere Einnahmen von 545 000 Franken. Der rege Immobilienhandel werde im Budget mit 100 000 Franken Mehreinnahmen bei den Grundstückgewinnsteuern berücksichtigt. Diverse Direktzahlungen und Beiträge vom Kanton seien knapp 91'000 Franken höher budgetiert als im Vorjahr. «Der Aufwand wird gegenüber 2022 um 621'000 Franken höher ausfallen», erklärte Peter Ebinger. Hauptgrund dafür sei der Personalaufwand.
Allein die Löhne für das Lehrpersonal werde 428'000 Franken höher budgetiert, Lohn- und Stufenanpassungen sei der Grund dafür. Damit stiegen auch die Arbeitgeberbeiträge um 136'000 Franken. Die Schulbehörde rechne auch mit steigenden Energiepreisen, «daher haben wir 40'000 Franken mehr als im Vorjahr bei der Versorgung und Entsorgung budgetiert». Höher fallen auch der bauliche Unterhalt (91'000 Franken) aus.
Mehrkosten beim Pumptrack
Die Investitionsrechnung weist Ausgaben in Höhe von 750'000 Franken aus. 350'000 Franken sind als Teilbetrag an den Neubau des Pumptracks beim Schulhaus Trittenbach vorgesehen. «Zusatzwünsche wie Begrünung, Bepflanzung, Pergola, Findlinge und Zaun führten zu Mehrkosten, die im Budget Schulliegenschaften enthalten sind», so Peter Ebinger. Die Baubewilligung liege zwar vor, aber die beauftragte Firma sei derzeit voll ausgelastet, ergänzte Daniel Heidegger. 400'000 Franken sind in der Investitionsrechnung für den Neubau Doppelkindergarten und Kindertreff budgetiert. Das sind die Planungskosten bis zur Abstimmungsreife.
Der Schulpräsident stellte anschliessend den aktualisierten Roadmap der zu sanierenden Liegenschaften vor. 2023 stehe der Kindertreff und Spezialunterrichtsräume am Hasenweg auf dem Programm. Der Doppelkindergarten beim Sekundarschulhaus folge 2024, die Sanierung des Kindergartens Hauptstrasse im Jahr 2025 und die Sanierung des Schulhauses Gottlieben dann 2026.
Defizit bis 2027
Laut Finanzplan werden von 2023 bis 2028 insgesamt 16 Millionen Franken investiert. Die Budgets in diesem Zeitraum sehen bis 2027 ein Defizit vor, danach eine ausgeglichene Rechnung. «Mit dem Eigenkapital können wir uns diese Aufwandsüberschüsse leisten» zeigte sich Daniel Heidegger überzeugt. Das Eigenkapital reduziert sich laut Finanzplan von aktuell 8,51 Millionen auf 6,534 Millionen im Jahr 2027. Allerdings «wird sich die Schulbehörde, je nach Rechnungsergebnissen, eine weitere, nachhaltige Steuerfussreduktion ab Budget 2024 überlegen», sagte Heidegger.
Von Kurt Peter