Sie planen und betreuen Sanierung und Erweiterung (vl): Orkun Simsek, Nicola Maimone, Rita Schiess, Tobias Stäheli von der Novum Bau AG und Seraina Perini. Kurt Peter
11.05.2023 08:37
«Dem Juwel Sorge tragen»
Mit der Sanierung und Erweiterung des Schulzentrums Wehrli geht es voran
Das Planerwahlverfahren für Sanierung und Erweiterung des Schulzentrums Wehrli ist abgeschlossen. In den kommenden Jahren bis zur geplanten Eröffnung 2027 folgen nun detaillierte Abklärungen über den Umgang mit der bestehenden Bausubstanz und die Anforderungen an die Erweiterung.
Kreuzlingen «Es ist ein wichtiger Schritt in der Planung der Sanierung und Erweiterung», erklärte Schulpräsidentin Seraina Perini anlässlich einer Medienkonferenz. Der wichtige Schritt sei die Auswahl der Architektin Rita Schiess und der Novum Bau AG, die das Baumanagement und die Bauleitung übernehme.
Erste Vorlage abgelehnt
«Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Schulraumerweiterung schon immer auch ein heiss diskutiertes Thema war». Seraina Perini erwähnte, dass eine erste Vorlage für den Bau des Wehrlischulhauses 1941 abgelehnt wurde. Doch damals sei die Schülerzahl deutlich gestiegen, zog die Schulpräsidentin eine Parallele zu heute. «Ein Jahr später wurde die Botschaft angenommen, Architekt Edwin Schoch gewann den Wettbewerb und 1952 konnte das Wehrlischulhaus eingeweiht werden». Es sei schon damals als «Juwel mitten in der Stadt» bezeichnet worden.
Nun gelte es, diesem Juwel Sorge zu tragen. Deshalb seien Denkmalpflege und Bauverwaltung in die Überlegungen miteinbezogen und viel Zeit in den Prozess investiert worden, sagte Seraina Perini weiter. Als Siegerin des Planerwahlverfahrens ging Rita Schiess vom Architekturbüro Pfister Schiess Tropeano aus Zürich hervor, Baumanagement und Bauleitung übernimmt die Novum Bau AG in Frauenfeld. Für Rita Schiess ist es eine «Rückkehr»: In Kreuzlingen geboren ging sie ins Wehrli und in Emmishofen sowie in die Sek zur Schule und absolvierte hier die Kantonsschule.
Der Druck nimmt zu
«Mein Fokus liegt auf der Sanierung geschützter Objekte, umbauen und sanieren sind spannende Aufgaben», sagte sie. Beispiele in der Region seien der Bären in Bottighofen, der Englische Gruss und das Redinghaus in Kreuzlingen. «Diese Herausforderungen meisterten wir zusammen mit der Novum Bau AG». Das Wehrlischulhaus habe eine sehr gut erhaltene Bausubstanz. Diese werde erhalten, möglicherweise gebe es Umnutzungen «aber ganz wichtig ist, dass die Grünflächen den Kindern bestehen bleiben».
«Wir brauchen dringend mehr Raum», sagte Schulleiter Orkun Simsek. Bis 2028 prognostiziere die Primarschule 60 bis 80 Kinder mehr, deshalb seien am Standort vier bis sechs Klassenzimmer notwendig. Orkun Simsek verwies dabei auch auf das im Bau befindliche Wohnprojekt «Windegg» und auf die Planungen im Areal Löwen. Seraina Perini ergänzte, dass «der Druck auf das Wehrli auch aus anderen Quartieren der Stadt zunimmt. Wie wir die Erweiterung in Angriff nehmen wird nun abgeklärt».
Nicola Maimone, Leiter Liegenschaften der Schulgemeinden, ging auf den Zeithorizont ein. Mit dem Ergebnis des Planerwahlverfahrens sei nun, in Zusammenarbeit mit Schulleiter und Team, eine Gesamtbetrachtung angesagt. «Die erste Etappe der Sanierung werden wir im kommenden Jahr umsetzen, das sind dringende Werterhaltungsmassnahmen». Eine Abstimmungsbotschaft sei ebenfalls im kommenden Jahr zu erwarten, so dass Sanierungen, die in vier Etappen realisiert würden, parallel zu den Erweiterungsbauten stattfinden könnten. Es folgten anschliessen der Rückbau der Provisorien und , so der Plan, 2027 die Eröffnung des Erweiterungsbaus.
Von Kurt Peter