Das Material auf dem Parkplatz beim Schifffahrtshafen wird in den kommenden Tagen abtransportiert. Kurt Peter
29.02.2024 05:00
Der Aushub wird abgeführt
Der Parkplatz beim Schifffahrtshafen steht ab Ostern wieder vollumfänglich zur Verfügung
Die Ausbaggerung des Schifffahrtshafens nähert sich dem Ende. Eine letzte Verklappung wird im April durchgeführt, das belastete Material auf dem Parkplatz soll in den kommenden Tagen abtransportiert werden. Ab Ostern steht der Platz dann wieder zur Verfügung.
Kreuzlingen «Dass die bestehenden Steganlagen beim Schifffahrtshafen nicht dem Behindertengleichstellungsgesetz entsprechen, wissen wir schon lange», erklärt der zuständige Stadtrat Thomas Beringer. Deshalb wurden verschiedene Varianten geprüft, die das Problem lösen sollten. Da der Bau eines behindertengerechten Zugangs zu den Kursschiffen Platz benötigt, wurde nicht nur die Ausbaggerung der Fahrrinne ins Auge gefasst, sondern auch die notwendige Vertiefung des westlichen Teils des Hafenbeckens. «Das garantiert den grossen Passagierschiffen den notwendigen Wendekreis», sagt Thomas Beringer.
Belastetes Material für Deponie B
Die Arbeiten an der Ausbaggerung sind bald abgeschlossen. «Insgesamt fallen 8300 Kubikmeter Material an, den grössten Teil davon durften wir bereits im See verklappen, im April werden nochmals drei Schiffsladungen an Aushubmaterial verklappt». Auf dem Parkplatz westlich des Hafens liegen noch 1700 Kubikmeter Material. Dieses sei durch Schwermetalle belastet und müsse in eine Deponie Typ B gebracht werden, so der zuständige Stadtrat. Der Aushub sei zum Austrocknen auf dem Parkplatz gelagert worden. Das Austrocknen sei ein Muss. Das Material dürfe nicht nass zur Deponie gebracht werden. «Durch die Nutzung des Parkplatzes konnten wir einen Transportweg zu einem Trocknungsplatz sparen».
Was er hingegen festhalten kann: «Mit dem Abtransport des Materials wird in den kommenden Tagen begonnen. Sicher ist, dass der Parkplatz am Hafen am Osterwochenende wieder vollumfänglich zur Verfügung steht», erklärt Thomas Beringer. Warten hingegen müsse der Bau der Stege an der Mole und am Kopfsteg zum behindertengerechten Schiffszugang.
Pläne sind in Bern
«Nach den weiteren Abklärungen für das Stegprojekt mussten wir feststellen, dass die ursprüngliche Anlage deutlich über dem damals berechneten Preis von 1,4 Millionen Franken für Steg und Ausbaggerung liegen würde und haben daher neue Varianten geprüft», begründet Thomas Beringer die Verzögerungen. Die nun vorliegende Variante sehe eine deutlich filigranere Steganlage vor, die im Hubsystem funktioniere. «Das ermöglicht es den Schiffsbesatzungen, die Höhe des Steges selbst einzustellen», erwähnt er einen weiteren grossen Vorteil. Die Investitionen für Ausbaggerung und Stege wurden über das Budget 2023 bewilligt. Eine weitere Anpassung aufgrund der Teuerung erfolgte im Budget 2024, die Investitionen für die Steganlage betragen 1,8 Millionen, «die wir aber vorhersehbar nicht vollumfänglich in Anspruch nehmen müssen».
Ende des vergangenen Jahres seien die Pläne in neunfacher Ausführung dem Bundesamt für Verkehr eingereicht worden. «Das Amt braucht nach eigenen Aussagen etwa ein Jahr bis zur Entscheidung. Wenn wir Ende dieses Jahres eine positive Antwort haben, können wir mit den nötigen Ausschreibungen beginnen», sagt Thomas Beringer. Da der Bau der neuen Anlage während der Schifffahrtssaison eher «schwierig» sei, rechne er mit einer Inbetriebnahme wohl erst im Jahr 2026. «Das ist allerdings noch offen», erwähnte er ergänzend. Mit einem Konzessionsentzug aufgrund der fehlenden gesetzlichen Vorgaben rechnet er nicht. Denn «dem Bundesamt haben wir unser Konzept ja vorgelegt und haben dazu einen positiven Entscheid. Zudem können wir darin aufzeigen, dass bis zur Inbetriebnahme der neuen Steganlage Personal zur Hilfestellung beim Ein- und Aussteigen der Fahrgastschiffe zur Verfügung steht».
Von Kurt Peter