Daniel Heidegger (links) und Michael Bühler präsentierten die drei Machbarkeitsstudien. Kurt Peter
01.09.2022 06:00
Der Handlungsbedarf ist unbestritten
Die Machbarkeitsstudien für Tägerwiler Schulbauten wurden vorgestellt - Erste Abstimmungen im kommenden Jahr
Tägerwilen wächst weiter und braucht daher dringend Schulraum. Die Volksschulgemeinde legt nun drei Varianten vor, die den Neubau Kindertreff, Neubau Doppelkindergarten und eine Schulraumerweiterung beim Trittenbach vorsehen.
Tägerwilen «Im November 2021 fällte die Behörde den Entscheid zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie für dringend benötigte, künftige Schulbauten», hielt Schulpräsident Daniel Heidegger am Montagabend bei der Begrüssung zum Informationsanlass fest. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler steige, seien es im Jahr 2021 650 gewesen erwarte die Volksschulgemeinde Tägerwilen im Jahr 2035 770. «Das entspricht einer Zunahme um 18 Prozent in den kommenden Jahren», so Daniel Heidegger. Damit sei der Bedarf nach zusätzlichem Schulraum ausgewiesen. Nach dem geplanten Ausbau habe die Schulgemeinde keine Reserven mehr.
Kindertreff beim Tritttenbach
Michael Bühler von buffonibühler erläuterte anschliessend die drei Machbarkeitsstudien. Die Bauetappe 1 umfasse den Neubau des Kindertreffs und von Spezialunterrichtsräumen bei Schulhaus Trittenbach, zwischen Hasenweg und Sportplatz. «Das ist die letzte grosse, freie Parzelle», erklärte er. Das Raumprogramm für den Kindertreff beinhalte zwei Aufenthaltsräume, ein Büro und Garderoben. Bei den Spezialunterrichtsräumen handle es sich um drei Räume für textiles Gestalten, einen Multifunktionsraum und Garderoben. «Im Aussenraum gibt es Spielbereiche, einen gedeckten Veloparkplatz sowie Kurzparkplätze für Eltern und Parkplätze für Mitarbeitende, insgesamt zwölf Stück», erklärte Michael Bühler. Für die Anlieferung müsse der Hasenweg verbreitert werden. In das dreigeschossige Gebäude würden acht Millionen Franken investiert.
«Aufgrund der aktuellen Situation haben wir zehn Prozent Teuerung und Zuschlag miteinberechnet. Zudem ist der Spielraum in diesem Planungsstadium +/- 25 Prozent». Die nächsten Schritte sind bei allen Varianten gleich: Das Soll-Raumprogramm überprüfen, Koordination mit der Politischen Gemeinde, das Erstellen des Finanzplanes, die Auslösung der Kredite für die nächste Projektphase und die Aufbereitungsphase zur Ermittlung des Rahmenkredits. Daniel Heidegger gibt diesem Projekt Priorität: «Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr darüber abstimmen können, mit Tendenz an der Urne».
Neubau für Kindergarten
Die Bauetappe 2 sieht den Ersatzneubau eines Kindergartens vor. Der Standort ist bei der Sekundarschule geplant, der bestehende Pavillon soll abgebrochen werden. «Wir favorisieren hier einen zweigeschossigen Bau», sagte Michael Bühler. Dieser habe den Vorteil, dass die Umgebung noch genügend Raum für Spielflächen lasse. Das Gebäude soll zwei Kindergarten-Unterrrichtsräume, zwei Gruppenräume, einen Lehrervorbereitungsraum und eine Küche aufnehmen. Die Investitionen werden laut Machbarkeitsstudie auf 4,3 Millionen veranschlagt. «Auch hier haben wir zehn Prozent Teuerung und Zuschlag gerechnet». Zwei Punkte müssten noch detailliert abgesprochen werden: «Wir brauchen ein Grenzbaurecht mit der Gemeinde und haben die Waldabstandsthematik mit dem Kanton zu diskutieren», so Bühler.
An der Gewerbeausstellung
Die Bauetappe 3 sieht die Schulraumerweiterung Trittenbach vor. «Hier haben wir eine Zeitachse von acht bis neun Jahren zur Entscheidung», erklärte Bühler. Der Anbau Richtung Südosten soll beim Sportplatz realisiert werden. Wobei das Projekt zwei Etappen vorsieht. In der ersten Etappen stehen drei Klassenzimmer, multifunktionale Unterrichtsräume, drei Gruppen- oder Vorbereitungsräume, Garderoben und Erschliessung vor. «Eine Option ist der Bau eines Untergeschosses als Kulissenkeller oder Lagerraum». Eine zweite Etappe bei der Erweiterung umfasse drei Klassen- und drei Gruppenräume, eine zusätzliche Eingangssituation, Nasszellen und Garderoben vor. Sechs Millionen Franken müssten für beide Etappen investiert werden. «Allerdings ist momentan keine Weiterführung der Planung vorgesehen», sagte Bühler.
«Wir wollen zunächst Bauetappe 1 und 2 realisieren», erklärte Daniel Heidegger anschliessend. Der Ausbau Trittenbach sei zurückgestellt, «weil wir keine Schulzimmer auf Vorrat bauen möchten».
In der Sekundarschule könne es in den nächsten 15 Jahren zu einem Engpass kommen, meinte der Schulpräsident weiter. Deshalb werde, in Zusammenarbeit mit der Politischen Gemeinde, der Standort Torggel geprüft. «Es gibt dazu den Auftrag einer Nutzungsstudie mit Kostenschätzung». Konkret werde die Unterbringung der Schulverwaltung und der Küche geprüft. Beim Torggel gebe es aber das Damoklesschwert Denkmalpflege, gab Heidegger zu bedenken. Die Sekundarschule habe noch Landreserve nördlich des Schulhauses. Alle drei Machbarkeitsstudien werden an der Tägerwiler Gewerbeausstellung präsentiert. Die Volksschulgemeinde hat zusammen mit der Politischen Gemeinde am 3. und 4. September einen Stand. Daniel Heidegger rief dazu auf, diese Möglichkeit, zur detaillierten Information zu nutzen.
Von Kurt Peter