22.05.2024 00:00
Der nächste Anlauf
Verwaltungsneubau wird im Modehaus Rudolf vorgestellt – Abstimmung Ende 2025/Anfang 2026
«Alice» heisst das Siegerprojekt für den Neu- und Umbau der neuen Stadtverwaltung. Bis auf die Sozialen Dienste werden alle Abteilungen darin Platz finden, anstelle des heutigen Schlemmerzentrums wird ein viergeschossiger Neubau realisiert.
Kreuzlingen Im Modehaus Rudolf werden derzeit alle sechs Projekte gezeigt, die in die Auswahl für den Verwaltungsbau kamen. Das Siegerprojekt heisst «Alice» und stammt vom Zürcher Architekturbüro Romero Schaefle Partner. Als Leiter des Beurteilungsgremiums sprach Patrick Gmür von sechs hervorragenden Arbeiten, am Ende habe «Alice» durch die Umsetzung der Anlieferung überzeugen können. Schon in der Zwischenbesprechung vom Dezember 2023 hätten sowohl die sorgfältige historische städtebauliche Analyse Kreuzlingens als auch die präzisen Beobachtungen des Perimeters des Studienauftrags sowie der näheren Nachbarschaft überzeugt.
Drei neue Plätze
Der Jurybericht hält weiter fest, dass «aus drei Gebäudeteilen gekonnt ein einseitig offener Hoftypus gebildet wird. Zusammen mit der als Herzstück im Hof eingefügten eingeschossigen Schalterhalle entsteht eine stimmige städtebauliche Figur.Mit deren Oberlichtern und dem grossen Fenster zum neuen Birkenhain wird diese Halle zur öffentlichen Mitte. Darüber hinaus entspricht jene der angestrebten Bedeutung des neuen Verwaltungsgebäudes für Kreuzlingen. Zusätzlich wird dieser Aufbau für eine klare und einfache Konstruktionsweise genutzt. Die Untergeschosse bilden zusammen mit dem Haupterschliessungskern, dem zur Marktgasse hin zugeordneten Zwischengeschoss und der Schalterhalle eine massive (betonierte) Basis. Dank dieser Massnahme ist sowohl die Erdbeben-, als auch die Aufnahme der Windlasten wie selbstverständlich gewährleistet. Für die verbleibenden Obergeschosse wird eine vorfabrizierte Holzstruktur vorgeschlagen. Mit grossem Fachwissen schlagen die Planenden vor, dass für die Decken des Holzsystembaus ein Hybridsystem aus einem Holz-Beton-Verbund mit integrierter Schalldämmung und Heiz-/Kühlsystem verwendet wird».
Diese Setzung mit den drei Bauteilen schaffe zusammen mit den geschützten Bauten und der unmittelbaren Umgebung drei Freiräume: Ein lebhafter Stadthausplatz mit Markttreiben und Café an der Hauptstrasse, ein einladender Brunnenplatz an der Marktstrasse und ein grüner Pocketpark mit Schotterrasen als Rückzugsort. Jeder Ort wird von einer eigenen Baumart geprägt: Gleditschien am Stadthausplatz, Schirmplatanen am Brunnenplatz und Birken im Pocketpark, umgeben von einheimischen Bäumen und Sträuchern in Grünflächen. «Das Projekt wird unter sämtlichen Aspekten als sehr ausgewogen und robust befunden. Es erscheint am geeignetsten, um auf verschiedene Bedürfnisse einzugehen und hat städtebaulich das grösste Potenzial», heisst es abschliessend.
Kino in städtischen Besitz
Für Stadtpräsident Thomas Niederberger ist klar, dass «das Siegerprojekt nun weiterbearbeitet wird. Die Details werden festgelegt und die Kosten berechnet». Ein neutraler Fachmann habe die Kosten aller Projekte berechnet und «Alice» gehöre zu den günstigsten. Aber es sei verfrüht, genaue Zahlen zu nennen. Das Projekt weise eine mittelfristige Reserve von 200 Quadratmeter auf, durch die Möglichkeit eines Anbaus seien langfristig weitere 500 Quadratmeter Reserve gesichert. Eine Tiefgarage mit Platz für Velos und Mofas sowie 50 Parkplätzen sei über die Marktstrasse erschlossen.
Das benachbarte ehemalige Kino Bodan an der Hauptstrasse 58 soll in den Besitz der Stadt übergehen. Mit den Häberlin Architekten sei ein Tauschvertrag erarbeitet worden, so Thomas Niederberger. Die Liegenschaft solle unter Denkmalschutz gestellt werden und die Stadtbibliothek aufnehmen. Das Haus Marktstrasse 4, welches nicht im Projektperimeter sei, werde von der Stadt nach Realisierung der neuen Veraltung nicht mehr gebraucht. «Wir werden es vermieten oder im Baurecht abgeben», erklärt er. In städtischem Besitz bleiben auch die Liegenschaften Hauptstrasse 88 und 90, auch sie sollen vermietet werden. «Ursprünglich wollten wir den Baukredit im September 2025 vors Volk bringen, diesen Zeitplan können wir aufgrund der weiteren, detaillierten Bearbeitung des Projekts nicht einhalten», blickt Thomas Niederberger voraus.
Je nach den Abstimmungs-Terminen des Bundes werde die Vorlage nun Ende 2025 oder Anfang 2026 an die Urne kommen. Bei einem Ja der Stimmberechtigten zu «Alice» könne eine 40jährige Geschichte abgeschlossen werden. «Ausserdem können wir dann das Verwaltungs-Projekt Schlussstein auf der Festwiese aufheben», so Thomas Niederberger.
Von Kurt Peter
Ausgestellt
Die Ausstellung mit den Projekten ist im Modehaus Rudolf an folgenden Zeiten noch zu sehen:
Donnerstag, 23. Mai, 18 bis 20 Uhr
Sonntag, 26. Mai, 15 bis 17 Uhr
Montag, 27. Mai, 15.30 bis
17.30 Uhr
Mittwoch, 29. Mai, 8 bis 10 Uhr
Freitag, 31. Mai, 14 bis 16 Uhr