Der Sport verbindet die Weinfelder Jugend
Midnights-Fun mit bis zu 50 Teilnehmenden
Von Desirée Müller
Tanzworkshop, Fussballturnier oder Quatschen auf den Matten - der Midnight-Fun bietet Jugendlichen aus der Region einen Treffpunkt am Samstagabend.
Von Desirée Müller
Weinfelden Nevio trippelt gekonnt an Ramon vorbei, kommt zum Stehen, fokussiert eine Sekunde lang den Korb, wirft und trifft. Grosser Jubel auf der Seite des Team «Blauer-Bändel». Ismail Kujovic verfolgt das Basketball-Spiel schmunzelnd. So stellt sich der junge Projektleiter des Midnight Fun Weinfelden einen perfekten Samstagabend vor. Bis zu 50 Jugendliche nehmen während den Wintermonaten am Angebot teil, das seit 2009 von der Kommission für Jugendfragen der Gemeinde Weinfelden, der Sekundarschule Weinfelden, dem Verein Jugend und Freizeit und der Stiftung IdéeSport veranstaltet wird. Jacqueline Baumann, Leiterin der Fachstelle Gesundheit und Gesellschaft freut sich besonders, dass das Projekt trotz der Pandemie stattfinden kann.
«Es ist mir ein grosses Anliegen, den Jugendlichen aus Weinfelden und Region am Samstagabend ein sinnvolles Angebot in einem geschützten Umfeld bieten zu können», so Baumann. Dank den jungen Coaches und Projektleitern sind die Teilnehmenden trotzdem unter «ihresgleichen« und suchen auch gerne den Austausch mit diesen. Ramon Scherrer geniesst die Samstagabende sichtlich in vollen Zügen. Souverän motiviert der stellvertretende Projektleiter die Jugendlichen, sich an den Aktivitäten zu beteiligen, gönnt ihnen aber auch eine «Chill-Pause» auf einer der weichen Matten. Bereits in der Sek engagierte sich der heute 22-jährige Maurer als Coach für den Weinfelder MidnightFun. «Dies kam mir bei der Lehrstellensuche sehr zu Gute», erinnert er sich zurück. So lernte er früh, Verantwortung zu übernehmen, was sich in einer Bewerbung gut macht.
An Nachwuchs fehlt es nicht: So unterstützen ihn auch heute fleissige Juniorcoaches, welche verschiedene Kurse besuchen, um für ihre Aufgaben gewappnet zu sein. Auch, als der Tanzworkshop angekündigt wird. Wieder erwarten beteiligen sich alle der zwanzig Sportlerinnen und Sportler voll motiviert an der Lektion. Auch die Buben schwingen ihre Hüften und machen dabei eine erstaunlich gute Falle. Scheinbar ist die Tanzlehrerin vertraut mit den aktuellen Tik-Tok-Trends und die Moves sind schnell einstudiert. Es ist schön zu sehen, dass die Jugendlichen während des Tanzens zu einer Einheit werden. Schülerinnen und Schüler, welche sonst vielleicht keinen Kontakt pflegen, teilen nun gemeinsame Erlebnisse.
Es ist mittlerweile 22 Uhr und die ersten jüngeren Teilnehmer werden abgeholt. Die älteren sind noch lange nicht müde, tanzen, spielen Basketball oder messen sich bei einem Fussballturnier. Ismail nutzt sich die Zeit, um der administrativen Arbeit nachzugehen. Er erfasst alle Teilnehmenden in einer Liste für die Statistik. Der aktuelle Jahrgang empfindet er als sehr angenehm, auch nimmt die Zahl der teilnehmenden Mädchen immer mehr zu. «In meiner Sek-Zeit kamen die Mädchen voll aufgetakelt in die Turnhalle, als ob sie in einen Club wollten.» Heute steht auch für die jungen Frauen der Sport im Vordergrund. Shirt und Trainerhosen statt Top und Minirock. So erkennt man auch im Spiel keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Die Mädchen werden voll integriert und luchsen den Jungs den einen oder anderen Ball ab.
In der Region ist Weinfelden bisher die einzige teilnehmende Stadt. «Somit begrüssen wir auch Jugendliche aus der ganzen Region», so Jacqueline Baumann. Sie hofft, dass sich der Midnight Fun weiter etabliert und auch andere Gemeinden ihren Jugendlichen die Turnhallen öffnet.
Desirée Müller
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