Energie Kreuzlingen legt ein Budget 2023 mit Gewinn vor. zVg
10.11.2022 07:15
Der warme Herbst hilft noch
Energiepreise und Mangellage hinterlassen Spuren im Budget von Energie Kreuzlingen
Das Budget 2023 von Energie Kreuzlingen rechnet zwar mit einem Überschuss im Gesamtergebnis, doch die Verwerfungen im Energiemarkt machen Sorgen. Die Sparte Gas wurde in die Wärmeversorgung integriert und die Planungen für ein Wärmenetz beginnen.
Kreuzlingen Der für Energie Kreuzlingen zuständige Stadtrat Thomas Beringer präsentierte anlässlich der Medienkonferenz ein Budget, dass wohl mit einem Überschuss von 600'000 Franken abschliesst, jedoch «geprägt ist von den Verwerfungen am Energiemarkt». Die Mangellage und die Preise würden Spuren hinterlassen, zeigte er sich überzeugt. «Unsere solide Finanzlage hilft zwar, wird aber immer wieder auf die Probe gestellt».
Gaspreis steigt deutlich
Susanne Bergsteiner ging als Leiterin Finanzen detailliert auf das Budget 2023 ein. Das Gesamtergebnis von Energie Kreuzlingen weise einen Ertragsüberschuss von knapp 600'000 Franken aus, 500'000 davon fielen auf die Sparte Elektrizität. In der Botschaft zuhanden des Gemeinderates, der am 17. November die Vorlage diskutieren wird, heisst es, dass sich die Preise für die Energiebeschaffung insgesamt fast verdoppelt hätten. Ein Teil der Deckungsdifferenzen aus dem bereits stark vom Energiepreisanstieg betroffenen Jahr 2021 sei den grundversorgten Kunden nachbelastet worden und im Preisanstieg enthalten. «Es resultiert ein Anstieg des Energiepreises für die grundversorgten Kunden um durchschnittlich 67 Prozent». Versorgungssicherheit und Absatz seien weiterhin die grossen Herausforderungen.
Die Sparte Wärme soll einen Ergebnisbeitrag von 276'000 Franken beisteuern. Die geplante Absatzmenge der Gasversorgung von 135,2 Gigawattstunden jährlich sei deutlich tiefer als im Vorjahr. «Zu beobachten bleibt weiterhin die Versorgungslage, der bisher warme Herbst hilft zwar, die Situation kann sich aber schnell wieder ändern», hielt Direktor Guido Gross fest. Die Marktverhältnisse und die drohende Gasmangellage lasse keine sichere Planung zu. Der Anstieg der Marktpreise werde auch die Kundenpreise deutlich erhöhen. Die Bekanntgabe der Preise werde im November erfolgen.
Gasnetz wird nur noch saniert
Die ehemalige Sparte Gas ist in die Wärmeversorgung integriert. Die Absatzmenge ist in der Sparte neu mit 3,4 Gigawattstunden aus dem Wärmeverbund Campus geplant. Diese Wärmeerzeugung erfolgt zu 85 Prozent aus Holzschnitzeln. Ins Gasnetz werde investiert, wo Sanierungen nötig seien, ausgebaut werde das Netz aber nicht mehr, so Susanne Bergsteiner. Die Sparte Wasser rechnet laut Budget mit einem Aufwandüberschuss von 28'000 Franken, die Absatzmenge bleibt gleich wie im Vorjahr. Der Beschaffungsaufwand für das Trinkwasser von der Wasserversorgung Region Kreuzlingen steigt von 1,0 auf 1,4 Millionen Franken an. «Die Bekanntgabe der Wasserpreise für Kunden erfolgt im November», ergänzte Susanne Bergsteiner.
Wärmenetz in Planung
Die Investitionen von Energie Kreuzlingen belaufen sich im kommenden Jahr auf 8,1 Millionen Franken. In der Sparte Elektrizität sind es 4,738 Millionen Franken, davon entfallen 1,9 Millionen ins Leitungsnetz. 1,3 Millionen Franken werden in Trafostationen investiert, 300'000 Franken in Solaranlagen. Für die Planung eines neuen Betriebsgebäude sind 600'000 Franken vorgesehen. Die Sparte Wärme plant Investitionen in Höhe von 1,462 Millionen Franken, 600'000 Franken für das Netz, 200'000 Franken für smarte Zähler und 500'000 Franken für die Planung Wärmenetze. «Die Sparte beginnt Planungen für künftige Wärmenetze», konkretisierte Guido Gross die Pläne. Neben der Nutzung von Seewasser stehe auch die Nutzung von Wärme der neuen KVA Thurgau oder der Industrie zur Diskussion. «Solche Planungen dauern lange, der Endausbau ist mit hohen Investitionskosten verbunden», erklärte der Direktor. Entscheiden über einen Rahmenkredit für Wärmenetze würden schliesslich die Stimmberechtigten.
In der Sparte Wasser sind für 2023 Investitionen von 1,738 Millionen Franken vorgesehen, davon 1,4 Millionen ins Leitungsnetz und 200'000 Franken für smarte Zähler. Die Sparte Zentral Dienste will knapp 180'000 Franken investieren.
Von Kurt Peter