«Die besten Voraussetzungen»
Das IHK-Projekt «Digital & Innovation Campus» wird in der Grenzstadt etabliert
Von Kurt Peter
Sabine Rein, Monika Knill, Katharina Holzinger anlässlich der Unterzeichnung. ID
Von Kurt Peter
Kreuzlingen Das Projekt «Digital Campus» sei von der Industrie- und Handelskammer Thurgau (IHK) im Jahr 2018 lanciert worden, erklärt Direktor Jérôme Müggler. «Dank der so genannten TKB-Millionen als Anschubfinanzierung können wir nun an die Realisierung des Campus gehen». Der Standort sei definitiv Kreuzlingen, «wir haben eine spannende Lösung in Bahnhofsnähe in Aussicht, allerdings ist der Mietvertrag noch nicht unterschrieben». Es gebe noch Details zu klären: «Der Innenausbau ist in Planung und je nach Ausführung können wir den Mietzins vereinbaren». Mit Rücksicht auf die Verhandlungen wolle er den definitiven Standort nicht bekanntgeben. Jérôme Müggler ist zuversichtlich, dass der Campus seine Türen im September oder Oktober öffnen kann.
Die IHK habe zunächst Frauenfeld als Standort im Auge gehabt. «Das war aber schnell vom Tisch. Kreuzlingen ist Hochschulstandort und arbeitet schon lange mit der Universität Konstanz und der Konstanzer Hochschule Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) zusammen. Das sind gute Voraussetzungen für das Funktionieren».
Die Hälfte der zur Verfügung stehenden 20 Millionen Franken fliesse in die Etablierung eines Hochschulinstitutes. Mit dem Thurgauer Institut für Digitale Transformation (TIDiT) bringe der Campus akademisches Fachwissen und angewandte Forschung der beiden Konstanzer Hochschulen in den Thurgau. Den Anstoss zur Gründung eines solchen Forschungsinstituts im Bereich Digitalisierung gab die IHK. Das im Kanton etablierte Format solcher Institute wird erstmalig zusammen mit der Universität und der HWTG gemeinsam zur Anwendung kommen. Im Dezember 2023 unterzeichneten Regierungsrätin Monika Knill, Präsidentin der Thurgauischen Stiftung für Wissenschaft und Forschung, Katharina Holzinger, Rektorin der Universität Konstanz, und Sabine Rein, Präsidentin der HTWG Konstanz, die Kooperationsvereinbarung zum TIDiT. Der Aufbau des Instituts erfolgte ab Anfang 2024. «Das Thurgauer Institut für Digitale Transformation wird eines der weitreichendsten Themen der Zeit erforschen: der Mensch in der Datengesellschaft», sagt Katharina Holzinger.
Forschungstätigkeiten soll das TIDiT ab Herbst 2024 im Campus aufnehmen. Bestimmt ist der Vorsitz der Institutsleitung: Michael Grossniklaus und Oliver Dürr werden die akademische Verankerung des Instituts in der Universität beziehungsweise in der HTGW Konstanz sichern und die Geschicke des An-Instituts leiten. Ein Schwerpunkt des TIDiT liegt auf der Zusammenarbeit mit Unternehmen, um praktisch anwendbare Lösungen für reale Problemstellungen zu schaffen. Beispielanwendungen wären etwa die Erkennung von Datenmanipulation durch selbstverifizierende Daten oder die Schaffung von KI-Systemen, die transparente und nachvollziehbare Entscheidungen ermöglichen.
«Fünf Hauptbereiche zeichnen das Digital & Innovation Campus Thurgau aus: Innovation, angewandte Forschung, Technologie, Bildung und Netzwerk», sagt Jérôme Müggler. Zur Teilnahme am Campus seien kreative Köpfe und Unternehmen aus der Region eingeladen. Neue Produkte, Dienstleistungen und Ideen sollen angedacht, ausprobiert und entwickelt werden. Dazu braucht es laut IHK eine Umgebung, «welches das Kreativpotential der Beteiligten unterstützt und Workshop-Methoden zulässt».
Der Campus soll eine Anlaufstelle für Startups werden. Zehn Millionen Franken fliessen in diesen Aufbau-Bereich, an dem auch das Startnetzwerk Thurgau beteiligt ist. «Dazu kommen Personal und Miete», so Jérôme Müggler. Auch die Stadt Kreuzlingen will fördern: «Wir sind schon von Beginn an in Kontakt mit der IHK. Und wir möchten uns gerne im Startup-Bereich einbringen und dort unterstützen», sagt Stadtpräsident Thomas Niederberger. Zudem bestehe ein Austausch mit Startnetzwerk Thurgau, welches im Sommer 2023 einen Event beim Seemuseum durchführte. Die Stadt wolle die Szene im Sinne einer Vermittlerrolle unterstützen. Auch könne ein kleiner finanzieller Zustupf als Wirtschaftsförderung erfolgen.
Lade Fotos..