Homeoffice ist vielerorts Geschichte - die Zeit für den treuen Begleiter wird wieder knapp.
25.03.2022 15:53
Die Homeoffice Haustiere im Trend
Die Nachfrage nach Vierbeinern aus dem Tierheim ist so hoch wie noch nie
Ob Hamster, Hase oder Hunde – Seit Beginn der Pandemie ist die Nachfrage nach vierbeinigen Mitbewohnern sehr gross. Eigentlich ein Grund zum Freuen, doch viele der Tierbesitzer in spe wissen laut den Tierheimen in der Region nicht, auf was sie sich bei der Anschaffung eines Haustieres einlassen.
Beatrice Baumann von der Tierhilfe Schweiz zeigt sich entsetzt über das verantwortungslose Verhalten mancher Menschen. «Wir haben seit der Pandemie extrem viele Anfragen für die Vermittlung von Hunde und Katzen gehabt. Zum Teil von Leuten, die keine Ahnung hatten, welche Bedürfnisse die Tiere haben und diesen nicht gerecht werden könnten». Als Beispiel nennt sie einen jüngeren Herrn, der während Corona im Homeoffice arbeitete, ansonsten den ganzen Tag im Büro ist und gerne auf Reisen geht «Er holte sich einen Savannenkater in die Wohnung. Eine exotische Katzenrasse - eine Kreuzung aus einer afrikanischen Wildkatze, dem Serval, und einer Hauskatze mit hohen Ansprüchen in der Haltung. Immer öfters wünschen sich Leute ein spezielles Haustier. «Wir haben den Züchter in Deutschland informiert, doch dieser stellte sich als skrupelloser Vermehrer raus, Hauptsache Geld machen», zeigt sich Baumann entrüstet. Eine andere Dame hat sich ein Rassenbüsi bestellt und sich im Fachhandel beraten lassen was für Zubehör es braucht. «Dass Sie das Wassergeschirrli nicht ins Katzenclo stellen kann, konnte Sie nicht verstehen!», so die Tierschützerin. «Ein junges Pärchen hat sich einen kleinrassigen Billig-Welpen bestellt. Sie fragten uns an was Sie tun soll, das kleine Hündchen hätte seit es bei ihnen ist Durchfall und wolle nicht mehr laufen. Ich sagte, da kann nur noch der Tierarzt helfen. Sie soll umgehend einen Termin machen und gab ihr die Telefonnummer eines Tierarztes in ihrer Nähe. Sie haben sich dort nie gemeldet.» Beatrice Baumann könnte ewig weiter erzählen. Tierisch traurige Geschichten, die die Pandemie prägen.
«Wir haben vermehrt Mailanfragen, ob wir Tiere aufnehmen würden wegen Allergie oder Überforderung, oder einen Platz vermitteln können. Wir beantworten diese Mails und fragen nach stets nach dem Wohnort und einer Telefonnummer. Meist hören wir nichts mehr oder kurzgehalten ‚Es hat sich erledigt‘.» Eigentlich sei es gleich ob Corona oder nicht: «Viele Leute denken nur noch egoistisch und benützen ihre Tiere als Statussymbole.»
Wenns nicht klappt
Auch Reinhold Zepf vom Tierschutzverein Bischofszell-Weinfelden und Umgebung machte die Erfahrung, dass mehr Tiere vermittelt werden konnten auf Grund der Pandemie. Nebst Hund und Katz war die Nachfrage nach Nagetieren gross. «Wir legen sehr grossen Wert darauf, dass Tiere die von uns vermittelt werden, nur gute Plätze bekommen. Selbstverständliche klären wir im Vorhinein ab, ob der neue Tierhalter zur tierschutzgerechten Haltung auch in der Lage ist», so der Präsident. So konnten alle platzierten Tiere in ihrem neuen Zuhause bleiben. «Selbstverständlich nehmen wir auch alle von uns vermittelten Tiere jederzeit wieder zurück», so Zepf. «Das Wohl der Tiere hat für uns oberste Priorität», betont er.
Desirée Müller