Susanne Bergsteiner und Stefan Wehrli bei der Präsentation des Budgets. Bild: Kurt Peter
09.11.2023 07:00
Die Strompreise steigen an
Energie Kreuzlingen präsentiert Budget 2024 mit Verlust - Preissteigerungen machen sich überall bemerkbar
Die steigenden Kosten in allen Bereichen machen der Energie Kreuzlingen Sorgen. Das Budget 2024 sieht einen Aufwandüberschuss von 944'000 Franken vor. Gross sind die Herausforderungen der kommenden Jahre wie Versorgungssicherheit und technologischer Wandel. Die Vorlage kommt am 16. November in den Gemeinderat.
Kreuzlingen Stadtrat Thomas Beringer sprach bei der Präsentation des Budgets 2024 von Energie Kreuzlingen, dass dieses «von anhaltender Unsicherheit bei der Energieversorgung geprägt ist.» Immer noch stiegen die Kosten für die Beschaffung der Energie. «Die höheren Vorleistungen wie Abgaben treiben den Einkauf und den Umsatz auf Rekordhöhe». Massgebend für das Ergebnis von 944'000 Franken Defizit seien aber vielmehr die absehbaren Kostensteigerungen in allen Bereichen des Betriebs.
Gas und Wasser stabil
«Die Sparte Energie rechnet mit einem Verlust von 469'000 Franken, die Wärme mit einem Defizit von 71'000 Franken. Wasser mit 241'000 Franken und die Dienstleistungen mit einem Verlust von 162'000 Franken», erklärte Susanne Bergsteiner, kaufmännische Leiterin von Energie Kreuzlingen. Um 20,3 Prozent stiegen die Netznutzungsentgelte, bedingt durch Abgaben wie der Winterstromreserve. «Die Energiepreise steigen um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Preise des Einkaufs in einigen Tranchen ist noch hoch», so Susanne Bergsteiner. Die Konsumentinnen und Konsumenten müssten im kommenden Jahr mit 14 Prozent höheren Preisen rechnen.
In der Sparte Wärme seien die Preise für Erdgas auf hohem Niveau stabil. Energie Kreuzlingen werde die Preise für Kundinnen und Kunden im Dezember bekanntgeben. Herausfordernd sei die Versorgungssicherheit in der Abhängigkeit von der Witterung. «Stabil bleiben die Beschaffungskosten der Sparte Wasser», erklärte die kaufmännische Leiterin. Kostensteigerungen gebe es bei Bau und Unterhalt, der Investitionsbedarf bleibe hoch. Das Budget rechne mit fast 1,9 Millionen Franken in dieser Sparte, davon werde ins Leitungsnetz 1,4 Millionen Franken investiert. Die Sparte Elektrizität budgetiere 4,623 Millionen an Investitionen, davon 2,1 Millionen in die Leitungsnetze und 1,1 Millionen in Trafostationen. Beim Gas seien 1,455 Millionen Investitionen vorgesehen.
Fern- und Seewärme statt Gas
Stefan Wehrli, Leiter Energie Kreuzlingen, sprach von grossen Herausforderungen aus laufenden Projekten. «Digitalisierung von Geschäftsbereichen und Smart City, Massnahmen für und gegen Cyberrisiken und Cyberangriffen sowie die Transformation der Wärme sind Themen, welche uns sehr beschäftigen», sagte er. Auch der Mantelerlass präge die kommende Zeit. Aufbau und Update der Organisation zur Umsetzung, die Einführung neuer Prozesse und der notwendigen Systeme seien die aktuellen und kommenden Herausforderungen. Die Transformation der Komfortwärme Gas in Abwärme sei auch deshalb angesagt, weil sich «der Stadtrat für eine fossilfreie Wärmeversorgung ausgesprochen hat», erläuterte Beringer.
Eine Machbarkeitsstudie habe die Möglichkeit einer Versorgung durch Fernwärme und Seewärme für Kreuzlingen und Konstanz aufgezeigt. «Das ist ein Generationenprojekt für die Bevölkerung, das der Stadtrat und Energie Kreuzlingen vorantreiben wollen», machte er anlässlich der Medienkonferenz klar. Weiter sei die Schaffung der benötigten Infrastruktur unumgänglich. «Die jetzige Platzsituation an der Nationalstrasse ist an ihre Grenzen gestossen», machte Thomas Beringer klar. Ein neues Betriebsgebäude an der Sonnenwiesenstrasse werde Luft verschaffen.
Den Aufgaben stellen
«Es braucht eine langfristige, übergeordnete Strategie für die künftige Strom- und Gasversorgung», blickte der zuständige Stadtrat in die Zukunft. Die Transformation könne nur geleistet werden, wenn die dafür notwendigen Ressourcen bei der Energie Kreuzlingen und auch in Kooperation mit Partnerschaften vorhanden seien. «Energie Kreuzlingen ist bereit, sich den Aufgaben zu stellen und voranzutreiben».
Von Kurt Peter