Gisela Theus und Cyrill Huber: "Unser Wohnbauprojekt ist sehr erfolgreich". Kurt Peter
22.08.2024 07:00
Ein Bau mit hoher Qualität
Der Genossenschaftsbau an der Rieslingstrasse ist fast vollendet - Sieben Wohnungen bereits vermietet
Die ersten Mieter beziehen am 1. November ihre Wohnungen im Neubau der Wohnbaugenossenschaft Region Kreuzlingen (WeBeGe) an der Rieslingstrasse. Genossenschaftspräsident Cyrill Huber und Aktuarin Gisela Theus ziehen Bilanz über eine erfolgreiche Geschichte.
Kreuzlingen «Sieben der zwölf Wohnungen sind bereits vermietet», kann Cyrill Huber anlässlich einer Begehung des Neubaus vermelden. Das Interesse sei sehr gross, so dass «wir davon ausgehen, dass ab 1. November noch weitere Mieter die Wohnungen beziehen werden. Interessenten dürfen sich bei der WeBeGe oder der Immokanzlei melden». Ein am Anfang eher etwas steiniger Weg sei zur Strasse des Erfolgs geworden, betonen die beiden Vorstandsmitglieder. Elf Jahre nach der Gründung einer Interessensgruppe 2013 steht auch der Innenausbau vor dem Abschluss.
Höhere Baukosten
«2013 konnte eine Arbeitsgruppe gebildet werden, welche das Gespräch mit der Stadt wegen einer möglichen Parzelle im Baurecht aufnahm», blickt Cyrill Huber zurück. Diese wurde an der Rieslingstrasse gefunden, neben dem Baurecht sprach die Stadt zunächst ein Darlehen von 100'000 Franken, welches später aufgrund der Anforderungen der Bank auf 200'000 Franken erhöht wurde. Die Gründung der Wohnbaugenossenschaft Region Kreuzlingen fand dann am 6. Juni 2019 statt. Den Baubeginn feierte die Genossenschaft im April 2023.
«Kurz vor Baubeginn wurde klar, dass die Baukosten bedingt durch die Teuerung höher ausfallen werden. Dies hatte zur Folge, dass der Baukredit erhöht werden musste», blickt Cyrill Huber zurück. Als Sicherheit habe die Bank dafür die Verlängerung des Baurechtsvertrages auf 80 Jahre verlangt. «Zum Glück wurde uns diese Verlängerung sowie ein zusätzliches Darlehen von 100'000 von der Stadt Kreuzlingen und vom Gemeinderat nach einer heftigen Sitzung genehmigt», so Huber
Mitbesitzer mit Mitspracherecht
Neben der Finanzierung durch die Bank, die Stadt, und die Anteilscheine gab es 720'000 Franken Beiträge durch den Verband Wohnbaugenossenschaften Schweiz. «Um diese Finanzierungshilfe zu bekommen, mussten Bedingungen erfüllt werden», so Cyrill Huber. Eine davon sei, dass der Bau familiengerecht sein müsse. Daher umfasse das Projekt neben einer Zweieinhalb-Zimmerwohnung die grösseren Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmerwohnungen sowie den Spielplatz. «Ausserdem muss es sich um einen Minergie P-Bau handeln, was die Baukosten entsprechend verteuerte».
Das Ziel sei es, dass die Mieter eine Hausgemeinschaft bildeten. «Es geht uns dabei darum, dass durch die selbst durchgeführten Unterhaltsarbeiten am Spielplatz, der Tiefgarage, dem Treppenhaus und der Umgebung tiefere Betriebskosten anfallen», erklärt Gisela Theus. Damit könnten zusätzliche Nebenkosten eingespart werden, die Mieter seien auf diesen Umstand entsprechend hingewiesen worden. Statt einer Kaution müssen pro Zimmer Anteilscheine bezahlt werden. «Damit sind die Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur Mieter, sondern auch Mitbesitzende und haben ein Mitspracherecht», betont Gisela Theus. Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft mit mindestens einem Anteilschein sei ohnehin Bedingung.
«Von den Investitionen in Höhe von sechs Millionen Franken wurden Aufträge im Wert von 3,5 Millionen Franken an Kreuzlinger Unternehmen vergeben, Aufträge im Wert von 1,5 Millionen Franken an Thurgauer Unternehmen», erklärt Cyrill Huber. Damit unterstütze die Genossenschaft das lokale und regionale Gewerbe. Gisela Theus und Cyrill Huber betonen, dass sie «hoch erfreut sind, dass sowohl die angestrebten Baukosten eingehalten werden können und ein qualitativ gutes Bauobjekt, als Leuchtturmprojekt für die WeBeGE, termingerecht den Mietern übergeben werden kann».
Von Kurt Peter