Peter Ebinger (links) und Daniel Heidegger: Mit der Bildung des Fonds erreichen wir die Budgetziele". Kurt Peter
21.03.2024 05:00
Ein Fonds für die Zukunft
Volksschulgemeinde Tägerwilen präsentiert die Rechnung 2023
Die Rechnung 2023 der Volksschulgemeinde schliesst mit einem kleinen Gewinn von knapp 38'000 Franken. Wenn der Antrag zur Bildung eines Erneuerungsfonds für Baufolgekosten angenommen wird, ist das Budgetziel des Defizits von 458'000 Franken erreicht.
Tägerwilen Am 29. April werden die Stimmberechtigten der Volksschulgemeinde Tägerwilen über die Rechnung 2023 befinden. Peter Ebinger als Leiter der Schulverwaltung und Daniel Heidegger als Schulpräsident erläutern die Vorlage an einem Infogespräch. «Bei einem Steuerfuss von 84 Prozent schliesst die Rechnung statt eines prognostizierten Verlustes mit einem kleinen Gewinn von knapp 38'000 Franken», erklärt Peter Ebinger.
Tagesbetreuung boomt
Der Aufwand der Schulgemeinde belief sich im vergangenen Jahr auf 16,108 Millionen Franken, der Ertrag auf 16,146 Millionen Franken. «Beide Bereiche sind höher als budgetiert», präzisierte Peter Ebinger. Der Mehraufwand gegenüber dem Budget betrug 776'000 Franken und sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Prägnant sei der Beitrag an den Finanz-und Lastenausgleich: «Die Schulgemeinde musste 935'000 Franken mehr als budgetiert abliefern». Die vom Kanton empfohlenen Abschöpfungsquoten seien gegenüber den provisorischen Abgrenzungsquoten gestiegen.
Der Personalaufwand sank gegenüber dem Budget um 132'000 Franken. Dies wurde durch den Minderaufwand bei den Löhnen des Lehrpersonals (60'000 Franken), bei den Arbeitgeberbeiträgen (42'000 Franken) und dem übrigen Personalaufwand (50'000 Franken) erreicht. «Gestiegen sind die Stellvertretungskosten, die liegen um 174'000 Franken über dem Budget, in diesem Bereich gab es Rückerstattungen von 157'000 Franken», so Daniel Heidegger. Der Sachaufwand sei zwar um 49'000 Franken tiefer als budgetiert gewesen, bei der Tagesbetreuung sei er aber wegen der steigenden Nachfrage höher ausgefallen. Fast 35'000 Franken wurden an Elternbeiträge als Ertrag verbucht.
Zweckgebundenes Eigenkapital
Der Fiskalertrag stieg um fast 1,2 Millionen gegenüber dem Budget. Die Steuern bei den natürlichen Personen fielen um 390'000 Franken höher aus, diejenigen der juristischen Personen um 807'000 Franken. Der Immobilenhandel in Tägerwilen, Gottlieben und Wäldi florierte hingegen nicht wie im Budget vorgesehen. Die Erträge aus den Grundstückgewinnsteuern waren um 28'000 Franken tiefer.
«Die Erfolgsrechnung weist somit den kleinen Gewinn von knapp 38'000 Franken aus», bilanziert Daniel Heidegger. Budgetiert gewesen sei ein Aufwandüberschuss von 458'000 Franken. An der Gemeindeversammlung beantragt die Behörde die Schaffung eines Erneuerungsfonds aus Baufolgekosten. Die Einlage von 500'000 Franken soll das überhöhte Eigenkapital abbauen. Gemäss der Berechnungsvorgabe des Kantons ist im Rechnungsjahr 2023 eine Einlage von etwas mehr als 500'000 Franken möglich. «Es ist Eigenkapital, aber zweckgebunden», so Daniel Heidegger. Gemäss Verordnung des Regierungsrates diene der Fonds zur langfristigen Vorfinanzierung von Erneuerungs- und Sanierungskosten von Bauten und Anlagen, die nicht oder nur teilweise über Steuern finanziert würden. «In der Schulgemeinde Tägerwilen stehen noch viele Investitionsvorhaben an», blickt Daniel Heidegger voraus. Eine Auflösung des Fonds oder Teilbeträgen daraus würden über die Investitionsrechnung gebucht und entlasteten die Erfolgsrechnung mit jährlichen Minderabschreibungen. «Wenn dem Antrag zugestimmt wird wandelt sich der Gewinn in einen Aufwandüberschuss von 462'178 Franken. Damit wird das Budget 2023 erfüllt. Den Steuerfuss von 82 Prozent ab 2024 erachtet die Behörde als nachhaltig, um das Eigenkapital abzubauen».
Teurerer Pumptrack
Die Investitionsrechnung weist Ausgaben von knapp 797'000 Franken auf. Der höchste Betrag fällt auf den Pumptrack mit 509'622 Franken. «Die definitive Baukostenabrechnung liegt nicht vor, die Kostenüberschreitung von aktuell 77'460 Franken hat die Volksschulbehörde in Form einer einmaligen Ausgabe bewilligt», heisst es in der Botschaft. Die Teuerung seien vor allem im Bereich Materialien, hier der Asphalt, bei Mieten von Maschinen und beim Treibstoff, Entwässerung und der Projektentwicklung entstanden.
Von Kurt Peter