Larissa Tschenett, Sven Brocker, Mike Bodenmann, Nuria Steppacher, Severin Schmidhauser, Nick Rüegg, Noah Schmid, Pia Terschawetz, Ramona Forrer, Noah Metzger (auf dem Bild fehlt Lea Egloff). Roman Haltiner
08.07.2021 18:43
Ein Hürdenlauf mit Kopf und Beinen
Abschlussfeier im Dreispitz
Letzten Donnerstag fand in der Dreispitzhalle die diesjährige Abschlussfeier des SBW SportKV aus dem Talent-Campus Bodensee statt. Elf Nachwuchs-Athletinnen und -Athleten erhielten den eidgenössischen Fähigkeitsausweis «Kaufmann/Kauffrau EFZ» und schafften damit das Kunststück, Spitzensport, Schule und Berufspraxis in den letzten vier Jahren erfolgreich unter einen Hut zu bringen, zwei davon mit Auszeichnung.
Kreuzlingen Das als «Swiss Olympic Sport School» zertifizierte SportKV bietet seit 2012 eine kaufmännische Ausbildung für Sporttalente. Anstatt der üblichen dreijährigen KV-Lehre dauert die Ausbildung vier Jahre. Das zusätzliche Ausbildungsjahr ermöglicht den Sportlerinnen und Sportlern täglich zwei Trainingseinheiten in ihrer Sportart. So kann die Vereinbarkeit von Spitzensport, Schule und Berufspraxis gewährleistet werden.
Wie ein Schweizer Uhrwerk
Dieses Jahr erhielten den eidgenössischen Fähigkeitsausweis «Kaufmann/Kauffrau EFZ» elf Nachwuchs-Athletinnen und -Athleten, mit einer Durchschnitts-Note von 5.0. «Damit es zu solch einem Erfolg kommen kann, muss alles wie ein Schweizer Uhrwerk funktionieren», sagte Jürg Stahl, Präsident Swiss Olympic, in seiner Festrede. Zum einen wies er darauf hin, wie wichtig das Zusammenspiel zwischen Talent, Eltern, Trainer und Ausbildnern (Lernbegleiter, Lehrmeister) ist, damit eine solche Herausforderung gemeistert werden kann. Zum anderen bezog sich Stahl auf olympische Werte wie Respekt, Freundschaft und Höchstleistung, die weltweit die Grundlage für einen fairen und nachhaltigen Sport bilden und auch auf den Bildungskontext übertragen werden können.
Stammelf
Als Vertreter der Klasse KV17 meldete sich Nick Rüegg zu Wort, der gemeinsam mit Mike Bodenmann (5.4) für seinen Abschluss (5.6) ausgezeichnet wurde. In einer fesselnden Ansprache schaute der mehrfache Schweizermeister über 110m Hürden und demnächst Starter an der U23-EM in Bergen zurück auf die letzten vier Jahre. Zu Beginn der Lehre habe er den grossen Haufen an Puzzleteilen noch nicht ganz durchschaut, sagte Rüegg. Doch dank der immer gleichen Stammelf aus 5 Frauen und 6 Männern hätten sie alle Hürden gemeistert, sagte einer, der sich mit Hürden offensichtlich nicht nur im wörtlichen sondern auch im übertragenen Sinne auskennt: «Auch in eurer Zukunft werden immer wieder Hürden auftauchen», sagte Rüegg. «Aus Erfahrung empfehle ich euch, die Hürden zuerst im Kopf und erst dann mit den Beinen zu laufen. Wenn ihr daran glaubt, dann werdet ihr es schaffen, egal wie hoch die Hürde ist.»