Auf dem Sportplatz in Bottighofen soll die neue Kindergartenanlage Platz finden.
24.11.2022 14:52
Ein Kindergarten auf dem Sportplatz
Eine Machbarkeitsstudie zeigt, dass ein neuer Chindi her muss - die geplanten Kosten überraschten
15 Millionen Franken möchte die Schulgemeinde für eineneue Kindergartenanlage mit Hort und Umgebungsarbeiten investieren. Ordentlich viel Geld für drei Kindergartenklassen, fanden einige der Teilnehmer an der Infoveranstaltung letzte Woche. Der geplante Standort auf dem Sportplatz macht nach den Ausführungen von Architekt Thomas Keller jedoch Sinn.
Bottighofen «Es sind nicht nur die Investitionskosten, sondern auch die jährlichen Betriebskosten, die 'einschenken' », gibt Teilnehmer der Infoveranstaltung, Rainer Siegrist, zu bedenken. Kosten, die schliesslich auch der Steuerzahler übernehmen müsse. Ob auch die günstigere Variante «Modulbau» in Betracht gezogen wurde und warum alleine die Aussengestaltung zwei Millionen koste, wollten andere wissen. Die Fragerunde nach der Präsentation im Dorfzentrum der Machbarkeitsstudie wurde rege genutzt von den rund 80 Besuchenden. Kindergarten auf dem Sportplatz Architekt und Leiter der Studie, Thomas Keller, erläuterte ausführlich die Vorgehensweise ihrer Arbeit und schlussendlich die aus ihrer Sicht beste Lösung. So soll die neue Kindergartenanlage auf dem Sportplatzareal entlang der Mooswiesenstrasse entstehen. Thomas Keller zeigte diverse mögliche Standorte für den Neubau auf und argumentierte, warum diese wieder verworfen wurden. Von der Sperrung der Schulstrasse und der Errichtung eines «Campus» bis zur Nutzung des alten Feuerwehrgebäudes - alle «durchgespielten» Varianten hielten den Anforderungen nicht stand. In der Option «Sportplatzareal» sieht die Schule das grösste Potenzial. Vor allem die von allen drei Chindiklassen zugänglichen Aussenbereiche sind ein Argument, das Sinn macht. Eine Spielwiese wäre bei allen anderen Varianten nicht in diesem Ausmass möglich. Der Hort würde dazu mit 300 Quadratmetern komfortabel im Obergeschoss untergebracht.
Eine Lösung muss her
Egal welche Variante zu welchem Preis schlussendlich umgesetzt wird: Reagiert werden muss auf den schnellen Bevölkerungswachstum in der Gemeinde. Bis 2025 sollen 216 Kinder die Primarschule besuchen, heute sind es 180. Durch leichte bauliche Massnahmen könne es die Primarschule mit den zunehmenden Schülerzahlen aufnehmen. Der alte Kindergarten zum Beispiel könnte die Bibliothek beherbergen oder neu als Büroräume genutzt werden. Das Schulhaus hätte durch Massnahmen wie die neue Strukturierung der Sonderschulräume Kapazität für zwei weitere Klassen. Doch der Kindergarten stosse an seine Grenzen.
Neuzuzüger überraschten
Beim Neubauquartier oberhalb der Bahnlinie beim Rösli zogen laut Dario My erstaunlich viele Familien mit kleineren Kindern ein. «Wir gingen davon aus, dass durch die verhältnismässig hohen Preise der Eigentumswohnungen weniger Familien sondern mehrheitlich Paare einziehen. Doch dem war nicht so», sagt der Schulpräsident. Die Zahl der Kindergartenkinder - und späteren Primarschüler, stieg erneut an. Bereits 2018 war die Entwicklung laut Schulpräsident Dario My deutlich zu erkennen. Als erste Massnahme wurde der Waldkindergarten eingeführt, das beliebte Angebot auszuweiten sei jedoch nicht angedacht. Eine Lösung müsse kurz- bis mittelfristig her. Ziel sei es, mit der Übernahme des Auftrags zur Hortführung der Gemeinde, die schulergänzende Betreuung in den Neubau zu integrieren. Zwei Fliegen auf einen Streich. Der Hort ist vorübergehend im Container auf der hinteren Wiese der Sportanlage untergebracht. Ein Konzept, das überraschend gut funktioniere, jedoch keine langfristige Lösung sei. Kosten erläutert Die Schulgemeinde ist sich bewusst, dass 15 Millionen für das Projekt eine ordentliche Summe ist. My schlüsselte die Kosten auf: Für die neue Kindergartenanlage will die Schule 8,9 Millionen Franken budgetieren. Umgebungsarbeiten und die Entwicklung des Sportplatzes werden geschätzt 3,3 Millionen kosten und die Renovation des jetzigen Kindergartengebäudes aus dem Jahr 1865 2,9 Millionen. Ein «Haufen » Geld, lautete der Tenor der Versammelten. «Für 8,9 Millionen kann man fünf Villen bauen», munkelte man. Dario My zeigte sich offen für Lösungsvorschläge und versprach, sich mit den Initianten in Verbindung zu setzen. Als nächster Schritt ist ein nationaler Architektenwettbewerb geplant - sofern die Wählerinnen und Wähler Ja zu dem Kredit von 300'000 Franken sagen.
Von Desirée Müller