07.03.2024 05:00
Ein klares Ja zum Hasenweg
Tägerwiler Stimmberechtigte sehen die Notwendigkeit des Neubaus
Mehr als 70 Prozent der Abstimmenden sagten am Wochenende Ja zum Baukredit von 10,4 Millionen Franken für den Neubau Schulhaus und Kindertreff Hasenweg. Entsprechend erfreut zeigt sich die Schulbehörde, während die Gegner von der IG Zämä fürs Dorf von einer «nicht wahrgenommenen Chance» spricht.
Tägerwilen Die Stimmberechtigten der Volksschulgemeinde Tägerwilen haben deutlich Ja zum Baukredit von 10,4 Millionen Franken für den Neubau Schulhaus und Kindertreff Hasenweg gesagt. Bei einer Stimmbeteiligung von knapp 49 Prozent sprachen sich 1044 Stimmberechtigte für den Kredit aus, 409 waren dagegen. Leer wurden 12 Stimmzettel eingelegt, 37 waren ungültig. Schulpräsident Daniel Heidegger äusserte sich in einer ersten Stellungnahme sehr glücklich.
71 Prozent dafür
«Die breite Unterstützung in der Bevölkerung, die wir schon im Vorfeld der Abstimmung feststellen konnten, hat sich nun auch an der Urne bestätigt». Die Schulbehörde habe sich gewünscht, dass sich eine Zweidrittelmehrheit für den Baukredit aussprechen werde, «nun sind es 71 Prozent, das Resultat ist also deutlich und darüber freut sich die Schulbehörde sehr.». Für die Befürworter des Projektes sei es ein Freudentag und die Notwendigkeit, Schulraum zu schaffen sei von der klaren Mehrheit der Stimmberechtigten erkannt und bestätigt worden. Ein grosser Dank gehe auch an alle, die sich öffentlich klar und deutlich für die Projekte ausgesprochen oder privat in Gesprächen für die Projekte geworben hätten. Mit dem Ja zum Neubau ist auch die Zukunft des Kindertreffs gesichert und der Spielgruppe. Die Planungen für den Neubau würden nun intensiviert, Ziel sei es, ein Baugesuch noch in diesem Jahr einzureichen. Der Bezug des Neubaus ist dann auf Sommer/Herbst 2026 vorgesehen.
Sehr zufrieden zeigte sich auch Walter Müntener vom Einwohnerforum. Die hohe Stimmbeteiligung und das klare Resultat zeigten auf, dass die Argumente der Befürworter die Mehrheit der Stimmberechtigten überzeugt habe. «Und es zeigt auch auf, dass diese Mehrheit der Meinung ist, dass es keinen Zeitaufschub für die Umsetzung des Projektes geben darf».
Entscheid akzeptieren
Während sich Schulbehörde und Befürworter erfreut und glücklich über das klare Resultat zeigen, spricht die IG Zämä fürs Dorf als konsequente Gegnerin des Projektes davon, dass «eine andere, bessere Lösung zur Nutzung von vorhandenen Synergien und zur Schonung von Steuergeldern als solche nicht wahrgenommen wurde, was wir natürlich bedauern», hält Marcel Fässler im Namen der IG in seiner Stellungnahme fest. Es sei ein demokratisch gefällter Entscheid, den es zu akzeptieren gelte. Dennoch hätten sich 409 Stimmende gegen das Projekt Hasenweg ausgesprochen. «Fast jeder Dritte entschied sich also für die Ablehnung der VSG-Pläne und folgte der Stimmempfehlung der IG Zämä fürs Dorf». Das sollte die Schulbehörde aufhorchen lassen, meint die IG.
Die Volksschulgemeinde sei in der privilegierten Lage, dass sie auch in Zukunft mit wachsenden Steuereinnahmen rechnen könne. «Trotzdem ist es absehbar, dass die Kinder, für die in den nächsten Jahren gebaut wir, dereinst als Steuerzahlende einen beträchtlichen Schuldenberg abzutragen haben». Die IG hoffe, dass die Schulbehörde nun auch umsetze, was ihr Präsident versprochen habe: Keine zusätzlichen Parkplätze, minimaler Verkehr über neue Erschliessung und Reduzierung des Eigenkapitals, zum Beispiel über Senkung des Steuerfusses.
Von Kurt Peter