29.11.2021 00:00
Ein Obdach für Menschen in Not
Die Kirchliche Notherberge Thurgau bittet um Spenden
In der Notherberge in Weinfelden finden Menschen, die plötzlich obdachlos geworden sind, unbürokratisch und günstig eine vorübergehende Unterkunft. Bleiben können sie für eine oder mehrere Nächte, höchstens aber für 90 Tage. Träger der Notherberge ist der Verein «Kirchliche Notherberge Thurgau», welcher Ende 2020 gegründet wurde.
Weinfelden Das Haus an der Pestalozzistrasse 22 gleich gegenüber dem Bahnhof in Weinfelden verfügt über fünf Zimmer, verteilt auf zwei Etagen. Auf beiden Etagen hat es je eine Küche und ein Bad. Weiter stehen eine gemütliche Stube und eine Waschküche zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung. Für absolute Notfälle - wenn alle Zimmer belegt sind - gibt es noch zwei Notbetten im Dachgeschoss. Unabhängig von Alter und Geschlecht oder religiöser Zugehörigkeit, werden hier alle Menschen aufgenommen, die in Not geraten sind. «Bei uns ist jeder Hilfesuchende willkommen. Und das ganz unbürokratisch. Abklärungen mit und über die Person werden oft erst nach deren Einzug gemacht», sagt Hausleiterin Linda Roth. Zwar könne die Herberge keine 24-Stunden-Betreuung anbieten, die Hausleitung sei aber jederzeit erreichbar, auch am Wochenende. In der Notherberge werden die obdachlos gewordenen Menschen zudem unterstützt, eine für sie passende Anschlusslösung zu finden und es werden dafür Kontakte vermittelt. «Vor allem aber finden die oft verzweifelten, hilfesuchenden Menschen bei uns erst einmal einen Ort der Ruhe und können neuen Mut fassen», so die Hausleiterin.
Hohe Auslastung, ungedeckte Kosten
Das Angebot der «Kirchlichen Notherberge Thurgau» scheint einem echten gesellschaftlichen Bedürfnis zu entsprechen. Dies zeigen die permanent hohen Auslastungszahlen: Seit die Herberge Anfang Jahr die Türen geöffnet hat, sind die fünf regulären Zimmer zu durchschnittlich 90 Prozent belegt und auch die Notbetten werden sehr häufig genutzt. Wenn die Nutzer*innen dazu in der Lage sind, zahlen sie eine bescheidene Miete von 105 Franken in der Woche oder 460 Franken im Monat. Damit kann der Verein die Mietkosten zu rund drei Vierteln decken. Für die Deckung der Personalkosten wie die Hausleitung und den Hausdienst, insgesamt 90 Stellenprozente, ist der Verein jedoch auf Mitgliedschaften und Spenden angewiesen.