Lionel Mirdita erzielt hier eines seiner fünf Tore für den HSC Kreuzlingen. Felix Walker
04.10.2022 00:00
Ein Schritt nach vorne
Weitere Leistungssteigerung noch nicht mit erstem Punkt belohnt
Auch beim Vizemeister und aktuellen Tabellendritten Pfadi Winterthur zeigt der HSC Kreuzlingen am 6. QHL-Spieltag eine couragierte Leistung, verliert aber mit 27:33 (13:14).
Handball Einmal mehr waren die Gegner und Beobachter voll des Lobes für den Aufsteiger und Underdog aus Kreuzlingen. Zurecht, denn das Team von Cheftrainer Heiko Grimm zeigte vor über 1000 Zuschauern in der AXA-Arena eine weitere Steigerung und einen wiederum sehr beherzten Auftritt. Bis rund eine Viertelstunde vor Schluss schien für den Aussenseiter sogar ein Überraschungscoup möglich. Die hochdotierten Eulachstädter mit ihren zahlreichen Nationalspielern lagen zu diesem Zeitpunkt nur gerade mit einem Treffer (21:20) vorne. Dann aber lenkten zwei Kreuzlinger die Partie in die erwarteten Bahnen. Zuerst erhöhte der Kreuzlinger im Pfadi-Dress, Alessio Lio, mit seinem bereits achten Treffer zum 22:20 und anschliessend scheiterte HSCK-Linkshänder Drilon Tahirukaj mit seinem Penalty an Admir Ahmetasevic. Es war bereits der zweite Siebenmeter, den der bosnische Nationaltorhüter mit mehrjähriger Europacup-Erfahrung abwehren konnte. Statt 22:21 hiess es einen Pfadi-Angriff später 23:20. Und weitere fünf Minuten später hatte Spielmacher Kevin Jud mit einem Doppelpack zum 26:21 seinem Team den Weg zu den budgetierten Punkten endgültig geebnet. Pfadi feierte mit dem 33:27 (14:13) gegen den Liganeuling bereits seinen fünften Sieg in Folge.
Mehr Qualität und Kraft
Obschon HSCK-Trainer Heiko Grimm viel wechselte, schienen den Kreuzlingern in dieser Schlussviertelstunde etwas die Kräfte auszugehen. Das spiegelte sich primär in der Zunahme von unpräzisen Abschlüssen und technischen Fehlern wider. Dazu hat der Vizemeister schlichtweg auch mehr individuelle Qualität in seinem Kader. So Cédric Tynowski, die unbestrittene Nummer 1 im Schweizer Nationalteam auf dem rechten Flügel, oder die beiden Rückraumshooter Arsenije Dragasevic (Montenegro), Aleksander Radovanovic (serbischer Nationalspieler), den Schweden Otto Lagerquist, den Portugiesen Eduoardo Mota Mendonca oder eben Bosniens Natonalgoalie Damir Ahmetasevic. Umso erfreulicher war, dass mit Alessio Lio verdientermassen der erst 19-jährige Kreuzlinger in Pfadi-Diensten mit neun Toren als «Man of the Match» ausgezeichnet wurde. Die besten Torschützen bei den Thurgauern waren Bruno Kozina (6 Tore), Lionel Mirdita und Mobiliar-Topscorer Drenit Tahirukaj (je 5).
Derby gegen St. Gallen
Den Kreuzlingern darf man zugute halten, dass sie in Winterthur einen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit und der Geduld, bis einmal alles zusammenpasst und so die ersten hochverdienten QHL-Punkte eingefahren werden können. Eine nächste Gelegenheit dazu bietet sich am nächsten Samstag, ab 19:00 Uhr, gegen den TSV St. Otmar St. Gallen in der heimischen Egelseehalle. Trotz Heimvorteils schnüren sich die Kreuzlinger auch im Ostschweizer Derby als Aussenseiter in die Schuhe. Die Olmastädter liegen aktuell zwar nur auf Platz 7, haben aber gerade gegen die drei Spitzenteams Kadetten Schaffhausen (32:33), Pfadi Winterthur (28:29) und zuletzt Kriens-Luzern (34:37) jeweils nur knapp verloren. Dazu stellt St. Otmar mit dem Polen Ariel Pietrasik den aktuellen Leader des QHL-Torschützenklassements. Der 2,02 Meter grosse Rückraumshooter erzielte bisher durchschnittlich fast zwölf Treffer pro Spiel. Weitere Leistungsträger im Team von Cheftrainer Zoltan Cordas sind der Thurgauer Spielmacher Andrija Pendic (35 Länderspiele) sowie der wurfgewaltige 2,01-Meter-Hüne Dominik Jurilj. Attraktiver Handballsport und hoffentlich viel Spannung sind angesagt!
Pfadi Winterthur – HSC Kreuzlingen 33:27 (14:13) AXA Arena. – 1028 Zuschauer. – Sr. Castiñeiras/Zwahlen. Strafen: je 2-mal 2 Minuten. Winterthur: Wipf (1.-30./5 Paraden), Ahmetasevic (31.-60./5 Paraden, davon 2 Penalties); Tynowski (5), Dragasevic (3), Bühlmann, Radovanovic (3), K. Jud (3), Bräm, Freivogel (2), Morros de Argila, Lagerquist (2), Dörflinger, Ruh, Leopold (2), A. Lioi (9/2), Mota Mendonca (4). Kreuzlingen: Berisha (1.-50./3 Paraden, davon 2 Penalties), Marinovic (50.-60./5 Paraden); Lutz (3), R. Wipf, F. Zeller, Bär (1), Heim, Fricker (3(, Kun (1), Ramosaj, Schneider, Mirdita (5), Kozina (6), Drilon Tahirukaj (3/1), Drenit Tahirukaj (5/2). Bemerkungen: Penaltystatistik: Winterthur 2/4, Kreuzlingen 3/5. - Kreuzlingen ohne Dedaj und Kappenthuler (beide rekonvaleszent), M. Zeller (verletzt), Färber und L. Lioi (alle überzählig). Nächstes Spiel: HSC Kreuzlingen – TSV St. Otmar St. Gallen (Samstag, 8. Oktober, 19 Uhr, Sportzentrum Egelsee).
red