«Eine grosse Herausforderung ist das Bevölkerungswachstum»
Der Weinfelder Stadtpräsident Simon Wolfer über die letzten sechs Monate im Amt und darüber, welche Herausforderungen im neuen Jahr anstehen.
Stadtpräsident Simon Wolfer vor der Weinfelder Stadtverwaltung. Nico Wrzeszcz
Der Weinfelder Stadtpräsident Simon Wolfer über die letzten sechs Monate im Amt und darüber, welche Herausforderungen im neuen Jahr anstehen.
Im November 2022 wurden Sie zum Stadtpräsidenten von Weinfelden gewählt. Am 1. Juni 2023 war ihr Amtsantritt. Wie haben Sie sich bisher im Stadthaus eingelebt?
Ich wurde im Juni vom Stadtrat und den Mitarbeitenden hilfsbereit empfangen. Die erste Zeit war geprägt vom Einarbeiten und vom Kennenlernen der vielen Leute, mit denen ich innerhalb und ausserhalb der Verwaltung zu tun habe.
Was würden Sie rückblickend sagen, war in diesen Monaten die grösste Herausforderung?
Am Anfang war es mir wichtig, mich möglichst rasch und gut im Betrieb einzufinden. Für mein Empfinden ist mir das gut gelungen. Bei der Vielfalt an Aufgaben war es und ist es weiterhin wichtig zu priorisieren und zu delegieren, um die zentralen Aufgaben gut zu erfüllen und den Überblick über das Ganze zu behalten. Bei den vielen Anliegen, die an mich getragen werden, braucht es Entscheide, was bearbeite ich selbst, was gebe ich weiter und wo sage ich nein.
Wie viel Zeit blieb Ihnen bei Ihrem neuen Job für die Familie?
Zeitlich ist das Amt des Stadtpräsidenten mit vielen Abendterminen und regelmässiger Wochenendarbeit wie erwartet intensiv. Immerhin bin ich über Mittag mehr zuhause als früher. Das Amt ist für die Familie natürlich eine Herausforderung. Meine Frau leistet im Moment einen ausserordentlich grossen Einsatz für die Kinder und die Familie.
Was zählen Sie in Ihrer noch kurzen Amtszeit zu den schönsten Momenten, die Sie erleben durften?
Mir gefällt die tägliche Arbeit sehr gut. Sie ist fordernd und thematisch äusserst vielfältig. Bereichernd waren die unzähligen Kontakte mit der Bevölkerung, von Einzelkontakten auf der Strasse bis hin zu grossen Anlässen wie der Bundesfeier.
Konnten Sie in den vergangenen sechs Monaten bereits Projekte oder Themen für Weinfelden angehen? Und welche waren das?
Die ersten Wochen und Monate waren geprägt vom Einfinden in das Tagesgeschäft. Schwerpunkte des Herbstes waren die Erarbeitung der Legislaturziele und das erstmalige Erstellen des Budgets für das kommende Jahr. Mit dem Entscheid, wie der «Wyfelder Fritig» weitergeführt wird und mit der Anstellung eines Leiters Kommunikation haben wir weitere Weichen gestellt.
Auf Ihrem Plakat für die Stadtpräsidentenwahl stand unter anderem «mit Wurzeln und Weitblick». Welche Themen oder Projekte wollen Sie in Weinfelden in Zukunft vorantreiben? Wohin geht Ihr Weitblick?
Eine grosse Herausforderung ist das Bevölkerungswachstum und das Bauen. Ich spüre eine gewisse Sorge, vor allem bei hier verwurzelten Einwohnerinnen und Einwohnern, dass dadurch der Charme Weinfeldens verloren gehen könnte. Ich nehme das ernst, bin aber zuversichtlich. Damit wir aber für die Zukunft gerüstet sind, muss mittelfristig die Mobilität verbessert und die Infrastruktur ausgebaut werden. Die Wachstumsfolgen spüren besonders auch die Schulen. Neben gesellschaftlichen Themen werden verschiedene Infrastrukturprojekte die nächsten Jahre prägen und darauf müssen wir, auch mit Blick auf die Finanzen, fokussieren.
Welche «Geschäfte» werden seitens Stadt im Jahr 2024 angegangen?
Der Stadtrat wird sich nächstes Jahr vertieft mit der Zentrumsentwicklung, einschliesslich Bankstrassen-Areal und Bushof, befassen und dabei Prioritäten und Schwerpunkte setzen. Weiter werden in den einzelnen Ressorts verschiedene Projekte angegangen oder weiterbearbeitet, beispielsweise die Revitalisierung des Giessens östlich der Felsenstrasse. Verwaltungsintern überprüfen wir die Strukturen und Zuständigkeiten der Verwaltungsführung und starten ein grösseres Digitalisierungsprojekt.
Auf welche Veranstaltungen oder Projekte im neuen Jahr freuen Sie sich jetzt schon?
Mit dem Schweizerischen Blaskapellentreffen werden wir im September ein eidgenössisches Fest bei uns im Stadtzentrum haben. Das wird sicherlich ein besonderes Highlight des kommenden Jahres. Zudem freue ich mich auf die «Wyfelder Fritig», die Messen und viele weitere Gelegenheiten, an denen wir uns in Weinfelden treffen.
Stellt sich kurz vor dem Jahreswechsel noch die Frage: Wie wird der Weinfelder Stadtpräsident Weihnachten und Silvester verbringen?
Die Weihnachtstage verbringen wir im Kreis der Familie. Silvester feiern wir mit einer befreundeten Familie und am Neujahrstag treffen wir uns mit unseren Nachbarn. Am 2. Januar begrüsst der Stadtrat die Weinfelder Bevölkerung traditionellerweise zum Anstossen auf das neue Jahr.
Interview: Angelina Rabener
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