Vreni Koch ist für die Koordination der freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer des Mahlzeitendienstes verantwortlich. mul
17.02.2022 00:00
Eine mustergültige Freiwilligenarbeit
45 Jahre Mahlzeitendienst Weinfelden
Seit bald einem halben Jahrhundert organisiert der Frauenverein Weinfelden den Mahlzeitendienst. Ein herzliches Treffen mit den beiden Organisatorinnen Vreni Koch und Monika Wittwer und Koch Christopher Kurz.
Weinfelden Schweinefleisch ausschliesslich geschnetzelt und kein Blattsalat. Sowie nur Erbsli oder Spinat als Gemüse Beilage. Koch Christopher Kurz ist gefordert wenn es um die Wünsche der rund 40 Bezügerinnen und Bezüger des Weinfelder Mahlzeitendienstes geht. Und doch ist der junge Leiter der Küche und der Gastronomie des Alterszentrums ganz gelassen und geht gerne wenn irgendwie möglich auf die Präferenzen ein. Er weiss, was seine Kundinnen und Kunden mögen. Nämlich gut Bürgerliche Küche, Rezepte, welche diese selbst zubereitet haben. „Hörnli mit Ghackets oder Braten mit Kartoffelgratin stehen ganz oben auf der Liste mit den beliebtesten Gerichten. Da es für die Bezüger stets eine Überraschung ist, welches Menü es gibt, bieten sich Rezepte an, welche sie kennen“, so der engagierte Koch. „Auf exotische Zutaten wie Zitronengras verzichten wir daher in der Küche.“ Für 11 Franken ein 3-Gang-Menü zu zaubern, ist für das Alterszentrum eine „Nullrunde“, wird aber als sozialer Beitrag an die Bezüger betrachtet. Seit vielen Jahren funktioniert die Kooperation mit dem Frauenverein wunderbar. Koordiniert werden die An-Abmeldungen und die Fahrereinteilung von Vreni Koch und Monika Wittwer, welche sich ehrenamtlich für den Mahlzeitendienst engagieren. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen, doch die beiden Damen sind motiviert am Werk.
Was vor 45 Jahren begann
Wir treffen uns im Alterszentrum und reden über vergangene Zeiten. Vreni Koch erzählt, wie sie kürzlich im Archiv nach Unterlagen aus der Gründungszeit des Mahlzeitendienstes vor 45 Jahren suchte. Ein 93-jähriges Gründungsmitglied lebt noch im Alterszentrum, steckt aber gerade mitten in einer Jassrunde. Vreni Koch unterhielt sich am Vorabend mit ihr. Ganz genau könne sie sich nicht mehr erinnern, doch in den 70er-Jahren kam der Trend der Mahzeitendienste in der Region auf. Der Weinfelder Frauenverein war sogleich mit an Bord und gleiste das Angebot auf. Hinter uns an einem der Tische stimmen zwei Bewohnerinnen ein Lied an. Eine rund um wohlige Atmosphäre. Um das Menü zu beziehen, muss man nicht im Seniorenalter sein. „Es gibt auch jüngere Leute, die nach einem Spitalaufenthalt nicht in der Lage sind, selbst zu kochen oder einkaufen zu gehen“, erzählt Monika Wittwer. „Wir sind froh, wenn der Mahlzeitendienst mindestens zwei Wochen in Anspruch genommen wird, ansonsten ist der administrative Aufwand zu gross“, so Vreni Koch.
Wunderbare Zusammenarbeit
Wir besichtigen zum Schluss noch Christophers Reich und Monika Wittwer bereitet eine der Boxen vor. Geliefert werden die Menüs in „richtigem“ Geschirr, angeordnet in einem Behälter, der gefüllt ordentlich Gewicht aufbringt. Wir stellen ihn auf die Waage, fast 5 Kilo wiegt eine, für einige Bezüger zu schwer. So gibt es nicht nur in der Küche sondern auch bei der Verteilung Wünsche. Seit Corona werden für die rüstigeren Bezüger, die Boxen auf einen Stuhl vor der Haustüre abgestellt, bei Bezügern mit Gehbeeinträchtigungen wird geklingelt und die Box in der Küche abgestellt. „Oftmals können wir ihnen noch einen kleinen Gefallen erledigen, wie das Öffnen einer Flasche.“ Für die Angehörigen sei es dazu ein beruhigendes Gefühl, wenn sie wüssten, dass einmal im Tag jemand ihre Eltern oder Grosseltern besucht. Für ein paar liebe Worte nähmen sie sich stets Zeit, auch wenn die Pandemie den Kontakt etwas erschwert. Erscheint den Fahrerinnen und Fahrern etwas suspekt, wird eine Rückmeldung an die Organisatorinnen gemacht. Diese nehmen mit den Bezügern oder Angehörigen Kontakt auf. Sie pflegen auch einen guten Kontakt zur Spitex, deren Leistungen viele der Bezügerinnen und Bezüger in Anspruch nehmen. „Manchmal erfahren wir so, dass jemand zum Beispiel im Spital ist und können die Mahlzeitenlieferungen einstellen, bis die Person wieder zurück ist. Das Zusammenspiel ist perfekt - ein Musterbeispiel an Freiwilligenarbeit.
Falls Sie Interesse haben die Organisation in der Administration zu unterstützen, den Einsatz als Fahrer/in oder den Mahlzeitendienst einmal auszuprobieren, dann nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf. Kontaktpersonen:
Monika Wittwer, 078 827 40 75 mwittwer_hr12@bluewin.ch (mit Underline) Vreni Koch, 071 620 23 72 vrekoch@gmail.com
Desirée Müller